Daredevil #67: Stilt-Man Stalks the Soundstage

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Marvel

Daredevil geht nicht nur nach Hollywood – jetzt geht er auch noch zum Film. Dazu braucht es nicht viel mehr Überzeugungsarbeit als ein Küsschen von Karen und 50.000 Dollar. Er soll zusammen mit seiner Angebeteten und dem Stunt-Master zusammenspielen, der noch immer keinen bürgerlichen Namen zu haben scheint.

Doch nicht nur, dass Staatsanwalt Foggy Nelson seinen Assistenten Matt in New York vermisst, da kommt auch noch ein alter Feind dazwischen: Stilt-Man! Der Stelzenmann hat sich diesmal etwas besonders Raffiniertes einfallen lassen: Er knockt den Stunt-Master in seinem Wohnmobil aus, maskiert sich wie er, packt seine Stelzen in zwei Schachteln und montiert sie später ans Motorrad. Beim Dreh will er sich an Daredevil rächen.

Gene Colan misst sich mit Fellini

Ganz schön aufwendig. Was ist eigentlich aus dem guten alten Hinterhalt geworden? Es wäre so viel einfacher. Und tatsächlich ist es gar nicht nötig, DD am Set fast mit dem Motorrad zu überfahren, dann sich ins Wasser fallen zu lassen, um sich dort umständlich umzuziehen und die Stelzen auszupacken. Als dann endlich Stilt-Man aus dem Wasser steigt, ist der Regisseur begeistert: Nicht mal Fellini könnte das toppen!

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Colan vs. Fellini bzw. Daredevil gegen Stilt-Man (Marvel)

So weit ich weiß, hat Fellini sich nie an Actionfilmen geschweige denn Superhelden versucht, und es ist nicht überliefert, was er dazu gesagt hätte, aber Gene Colan versucht es trotzdem, den Kampf meisterhaft zu inszenieren. Zwei Seiten lang sieht man, wie DD ohne ein Wort zu verlieren Stilt-Man in ein Seil wickelt und ins Wasser kippen lässt. Die bewährte Methode ist immer noch die beste. Der ganze Aufwand war umsonst – vielleicht sollte er nächstes Mal mehr über den zweiten Teil des Plans nachdenken.

Ende der Geschichte. Matt muss zurück nach New York und will, dass Karen mitkommt. Sie würde lieber in Hollywood bleiben. Da wird Matt pampig: „Okay, lady! Take your time! Just remember … No man can wait forever!“ – Das war nicht so nett, gerade wenn man bedenkt, dass Karen es zuletzt war, die auf Matt gewartet hat …

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Fantastic Four #8 (1962): Prisoners of the Puppet Master

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Es gibt mal wieder Beef im Baxter Building. Reed arbeitet im Geheimen an etwas, das er Ben nicht verraten will. Weil aber Johnny und Sue offenbar eingeweiht sind, fühlt sich Ben ausgeschlossen und wird sauer. Nach der obligatorischen Eskalation mit Human Torch haut Ben ab, Sue läuft ihm hinterher. Von der Straße aus sehen sie einen Mann auf der Brücke stehen, der offenbar springen will. Die Fackel rettet ihn.

Dahinter steckt keine Lebensmüdigkeit, sondern der Puppet Master. Der Schurke formt aus radioaktivem Lehm Figuren, die er wie Voodoo-Puppen kontrollieren kann. Er lebt zusammen mit seiner blinden Stieftochter Alice, hält aber nicht viel von ihr, weshalb er betont, sie sei nur adoptiert. Er bringt The Thing per Zauber zu sich, Sue folgt ihm unsichtbar, Alice spürt sie, der Schurke betäubt das Invisible Girl und verkleidet Alice als Sue.

Alice liebt Ben Grimm

Zusammen mit Thing schickt er sie zurück ins Baxter Building, wo Thing alles zerlegt. Per Zufall fällt er in Reeds Experiment hinein und nimmt wieder für kurze Zeit menschliche Gestalt an. Das war es, woran Reed gearbeitet hat. Er habe Ben nichts erzählt, um ihn nicht zu enttäuschen. Und tatsächlich hält die Wirkung nicht lange an. Es zeichnet sich aber ab, dass Alice ihn auch so mag.

In der Zwischenzeit befreit Puppet Master die Insassen eines Gefängnisses, die FF schlagen den Aufstand nieder, nachdem sie einen Riesenroboter besiegt und Sue befreit haben. Der Puppet Master will natürlich nichts Geringeres werden als König der Welt, er hat bereits eine Puppe dafür vorbereitet. Die FF sollen ihm dienen. Alice will das verhindern, will ihn zur Vernunft bringen. Sie nimmt ihm die Puppe ab, fällt hin, er will nach der Puppe greifen, stolpert und stürzt aus dem Fenster in den Tod.

Ab jetzt sind die Fantastic Four zu fünft: Alice (Masters) wird Teil der Familie.

Daredevil #65-66: Brother Brimstone

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Karen läuft durch eine vernebelte Nacht, sie flieht vor einem Mörder. Der Verfolger, ein Mann mit breitem Hut und Trenchcoat, holt sie ein und erwürgt sie. Sein Name: Brother Brimstone.

Doch das ist nur eine Filmszene. Karen spielt die Rolle in einer Fernsehserie, ihr erster Job als Schauspielerin in Los Angeles. Dafür erfährt der Darsteller von Brimstone, Ross Archer, dass er bald in der Serie sterben wird, und droht daraufhin, alle umzubringen. Nachdem er sein Stand-in ermordet hat, läuft er hinter Karen her – die Szene aus der Serie wiederholt sich in der Realität. Zum Glück ist Daredevil zur Stelle.

Nachdem er sie gerettet hat und Archer flieht, sprechen sich die beiden unglücklich Verliebten aus: Karen braucht Zeit für sich, um nachzudenken. Matt will das respektieren, aber trotzdem in der Nähe bleiben. Heute nennt man das Stalking. Er will sie beschützen, denn immerhin ist noch dieser Archer-Typ auf freiem Fuß. Kurz darauf taucht Brother Brimstone am Set auf und wirft mit einer Leiche um sich – doch der Tote ist Archer. Wer steckt also hinter der Maske?

Es beginnt ein kleiner Whodunit. Ein Crewmitglied verabredet sich mit Karen bei einem Asphaltsee, bei dem Mammutskelette und -modelle ausgestellt werden. Wie ein williges Opfer geht Karen hin und fordert ihr Glück heraus, da sie anscheinend weiß, dass Daredevil sie retten wird. So passiert es auch, der Mörder wird demaskiert und versinkt im flüssigen Asphalt.

Eine ziemlich schwache Vorstellung. Doch am Ende darf DD Karen wieder in Armen halten, während er die Handlung erklärt.

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Fantastic Four #7 (1962): Prisoners of Kurrgo, Master of Planet X

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Die Fantastischen Vier bekommen mal wieder Ärger aus dem Weltall: Kurrgo, Herrscher von Planet X, hat ein Problem: Ein Asteroid rast auf seinen Planeten zu und droht, bald alle fünf Milliarden Bewohner auszulöschen. Man hat zwar eine hochentwickelte Raumfahrttechnik, aber nur zwei Raumschiffe, die nicht ausreichen, um alle zu retten. Bisher fand man das Weltall nicht uninteressant, aber immerhin interessant genug, um die FF auf der Erde zu beobachten. Also fliegt Kurrgo zur Erde, um die Helden dazu zu zwingen, ihnen zu helfen.

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Kurrgo hat die FF ganz genau beobachtet. (Marvel)

Die FF schlagen sich mit einem ganz anderen Problem herum: Sie sind eingeladen zu einem Abendessen bei der Regierung in Washington D.C. Trotz der hohen Ehre haben die vier absolut keine Lust dazu. Johnny hat keinen Hunger, Sue nichts zum Anziehen und Ben hält’s für blanke Zeitverschwendung. Im Grunde alles Ausreden, denn die drei befürchten, als Freaks bloßgestellt zu werden und sich zu blamieren.

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Der Preis des Ruhms: Dinnerpartys für die FF (Marvel)

Anführer Reed ruft zur Ordnung: Eine solche Einladung schlägt man nicht aus. Also auf in die Hauptstadt. Doch kaum sind sie da und lassen sich ehren, taucht das Ufo von Planet X auf und ein Roboter dreht seinen „hostility ray“ auf, der die Menschen feindselig werden lässt. Plötzlich kippt die Stimmung, die FF werden angefeindet und vom Militär angegriffen – sie fliehen.

Zurück im Baxter Building erklärt ihnen der Roboter, was er von ihnen will. Entweder sie kommen mit oder es droht ihnen ewige Flucht und Gefangenschaft durch die Menschen auf Erden. Freundlich um Hilfe zu bitten scheint keine Option. Also fliegt man zum Planeten X, allein schon aus Neugier. Widerstand erweist sich als zwecklos. Die Zeit drängt. Also stellt Reed in Windeseile ein Schrumpfgas her, mit dem alle Planetenbewohner in die Raumschiffe passen, um sich einen neuen Planeten zu suchen. Ein Vergrößerungsgas soll sie alle wieder herstellen können.

Kurrgo wittert seine Chance: Seine Untertanen sollen winzig bleiben, während er nur sich selbst vergößern will. Doch dann bleibt er allein auf dem Planeten zurück, weil er sich zu sehr an die Gaskartusche klammert. Am Ende, als die Helden im Raumschiff zurück zur Erde fliegen, erklärt Reed, es habe nie ein Vergrößerungsgas gegeben. Im All sei Größe ohnehin relativ – und das trifft auch auf unsere bescheidenen FF zu, die das Rampenlicht scheuen.

Daredevil #64: Suddenly…the Stunt-Master

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Daredevil schwingt sich durch die Stadt und sucht verzweifelt die Frau, die er liebt. Doch die Stadt ist eine andere als New York – unser Held ist in Los Angeles! Karen ist dort hingeflogen, nachdem Matt sie versetzt hat, weil er lieber gegen den Gladiator kämpfte (Daredevil #63). Sie versucht nun ihr Glück als Schauspielerin.

Statt Karen findet DD aber einen anderen alten Bekannten: den Stunt-Master. Der konnte dem Knast durch Glück entgehen, nun will er es wieder mit ehrlicher Arbeit versuchen, als Stuntman. Doch kaum hat er ein Engagement beim Film, stellt sich der Job als krumme Tour heraus: Er soll jemandem während der Fahrt eine Tasche rauben. Das Diebesgut: eine wertvolle Filmrolle. (Allerdings ist auch das nur ein Betrug, da der Beraubte Bescheid weiß.) Wider Willen lässt er sich drauf ein, wird sofort von Daredevil abgefangen und liefert sich ein kurzes Duell auf dem Motorrad.

Stunt-Master hängt ihn irgendwie ab und bringt die Beue heim, dann prügelt er plötzlich auf die anderen Gauner ein, denn er hat mit Daredevil Kostüme getauscht. Gemeinsam nehmen sie die Bande hoch. Stunt-Master hat sich, dank guten Zuredens durch den Helden, gerade noch mal selbst vor dem Knast bewahrt. Wie nett von DD, dass er nicht nachtragend ist. Immerhin wollte der Ex-Schurke ihn mal ermorden …

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Daredevil: Father (2009)

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Daredevil: Father #1-3 (Marvel)

Vatertag. Hell’s Kitchen ist ruhig, weitgehend frei von Verbrechen. In New York aber geht ein Serienmörder umher, der Frauen umbringt und ihnen die Augen herausschneidet. Man nennt ihn „Johnny Sockets“. Ein Verdächtiger: Nestor Rodriguez, Sohn eines Bürgerrechtsaktivisten, Popstar und Parfumhersteller.

Bei Murdock und Nelson taucht eine Frau aus New Jersey auf, die ein Chemiewerk verklagen will, weil sie die Umweltverschmutzung für ihren Eileiterkrebs verantwortlich macht. Ihr Mann ist kein Sympathieträger, scheint sie zu schlagen und ein Doppelleben zu führen – er ist Verdächtiger Nummer zwei.

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Zeichner Joe Quesada (Guardian Devil) betätigt sich in Daredevil: Father zum ersten Mal auch als Autor. Er erzählt einen klassischen Whodunit, bei dem am Ende alles anders ist, als erwartet. Das tut er souverän, eindringlich, introspektiv, in dem er Matts Verhältnis zum Vater, Jack Murdock, vertieft. Sein Daredevil ist ein gewaltiger Muskelklotz, aber voller Dynamik. Quesada ist ein Künstler, bei dem alles stimmt: Schatten, Dramatik, spektakuläre Splash Pages, die auch im Doppelformat oft noch zu klein wirken.

Sein Problem: Daredevil hat hier nicht viel zu tun. Es ist eine Matt-Murdock-Geschichte. Daher gibt es ein unnötiges Action-Intermezzo, in dem DD gegen eine Bande von neuen Superhelden kämpft: die Santerians. Nachdem er eine erste Abreibung kassiert, kehrt er in einer Art Samurai-Rüstung mit Schwertern wieder und fährt dabei Motorrad. Das ist nicht nur zu viel des Guten, das ist auch ein unnötiger Kampf, denn eigentlich wollen die Santerians ihm helfen, aber DD lehnt ab.

Doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, denn sonst liefert Quesada Unterhaltung vom Feinsten, die bis zum Schluss die Spannung aufrechterhält.

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Fantastic Four #6 (1962): Captives of the Deadly Duo

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Das Hauptquartier der Fantastic Four erhält endlich seinen Namen: Baxter Building. Und es bekommt auch einen präzisen Ort: oberhalb des 33. Stockwerks nimmt es vier Etagen und eine Dachterrasse ein. Außerdem ist es nicht mehr geheim. Gleich zu Beginn, als Bauarbeiter die Fackel durch die Luft fliegen sehen, wissen sie, dass er zum Hauptquartier will. Auch andere Passanten spielen das alte Superman-Spiel „Look, up in the sky!“ Zwei Seiten lang sehen wir die Menschen in New York auf der Straße stehen und staunen. Manche haben Zweifel, einer hält die FF für Einbildung der Massenhysterie, bis ihn Invisible Girl umrempelt und vor seinen Augen erscheint.

Susan läuft ins Baxter Building, nimmt den Expressaufzug. Woher sie kommt, warum sie zu Fuß unterwegs ist, erfahren wir nicht. Sie ist gespannt, ob ihr Bruder etwas Neues zu Dr. Doom herausgefunden hat. Sie ist in Eile, wirkt besorgt. Reed hingegen geht die Fanpost durch, liest von einem Jungen im Krankenhaus, besucht ihn und beantwortet ihm die Frage, wie sein Kostüm sich mit ihm denen könne. Hier beantwortet auch Stan Lee sicher eine Frage, die manch Leser beschäftigt.

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Doom besucht Namor unter Wasser. (Marvel)

Dr. Doom sucht Namor, den Sub-Mariner, auf, der gerade unbekümmert mit Delfinen durch die Gegend hüpft, als wäre nichts geschehen, und sich auch wieder ein nettes Heim unter Wasser eingerichtet hat. Doom erinnert ihn wieder an den alten Racheplan. Namor hielt sich bislang zurück, um es sich nicht mit seiner angebeteten Sue zu verhageln. Nun will er Doom helfen. Sagt er zumindest.

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Johnny stellt Susan wegen Namor zur Rede. (Marvel)

In der Zwischenzeit findet Johnny, dass Sue zwischen Büchern ein Bild von Namor versteckt hat, verbrennt es und verrät es Reed und Thing – so viel zum Thema Geschwisterliebe. Da steht plötzlich der Feind in der Tür. Ehe er sich erklären kann, geht Johnny auf ihn los. Doch Sub-Mariner kommt in Frieden. Er will Freunde gewinnen.

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Das Baxter Building hebt ab. (Marvel)

In diesem Moment hebt das Baxter Building ab. Doom lässt es mit einem Magnetdingsbums schweben und zieht es mit einem Düsenjet ins Weltall. Wie gut, dass die vier Astronauten Helme dabeihaben. Leider vergisst Hitzkopf Johnny, dass er im Vakuum nicht brennen kann, Reed muss ihn retten, scheitert aber auch daran, Dooms Schiff aufzuhalten.

Schließlich rettet Namor die FF. Er dringt in Dooms Schiff ein, leitet elektrische Ladung aus seinem Körper um wie ein Aal, Doom verlässt das Schiff und treibt auf einem Meteoriten davon. Die FF kehren samt Hauptquartier zurück nach New York, der Sub-Mariner zurück ins Meer. Eines Tages, wenn ihn die Trauer nicht mehr plagt, will er zurückkehren – das passiert schneller als gedacht, in Ausgabe 9.

Die Wende mit Namor überrascht. Die Figur bekommt eine ungeahnte Tiefe durch diese Entwicklung. Die FF haben also in einem Feind einen Verbündeten gefunden. Doch die Sache mit Susan kommt nicht mehr zur Sprache. Das Team ist nicht gerade sehr gut in Konfliktlösung.

Wie alles begann: 

Daredevil #63: The Girl or the Gladiator

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Die Liebelei zwischen Matt und Karen entwickelt sich allmählich zu einer On-Off-Beziehung. Für alle, die erst jetzt dazugekommen sind (und für alle, die langsam den Überblick verlieren): Matt und Karen haben sich ihre Liebe gestanden (Daredevil #51), schließlich auch dass er Daredevil ist. Sie beschlossen zu heiraten, Matt wollte als Daredevil aufhören. Hat er dann doch nicht gemacht. Karen ist enttäuscht weggelaufen. Dann näherten sie sich wieder an. Karen wollte immer noch, dass er aufhört. Matt hat sie geküsst. Alles schien wieder in Ordnung …

Und nun haut Karen wieder ab. Sie wirft Matt vor, die Rolle von Daredevil mehr zu lieben als sie. Matt widerspricht, lässt sie aber gehen. Karen will wegfliegen. Matt will sie zuvor anrufen und sie daran hindern, wenn er seinen Termin mit Foggy erledigt hat. Der Mann weiß, wo seine Prioritäten liegen.

Betrug am Betrüger

Matt und Foggy besuchen den Gladiator im Knast. Der behauptet, gar nicht der Gladiator zu sein – er sei reingelegt worden. Er könne sich an nichts davon erinnern. Ein Psychiater untersucht ihn. Man lässt ihn das Kostüm anziehen, um ihn davon zu überzeugen, dass es nur ihm passen könne. Dann gibt ihm Foggy auch noch seine zwei Kreissägen, die der Gladiator so gern an den Händen trägt, ohne dass er sich selbst verstümmelt.

Schlechte Idee, denn es kommt, wie es kommen muss: Einmal vollständig in seiner Rüstung mit seinen Waffen, versucht der Schurke auszubrechen. Es war alles nur Show. Matt wird zu Daredevil und liefert sich die obligatorische Keilerei samt Verfolgungsjagd durchs Gefängnis. Der Held sperrt den Gladiator in eine Zelle, dieser will sich befreien, doch dann zersplittern seine Kreissägen. Sie waren nur Fake, um seinen Fake zu durchkreuzen.

So, jetzt aber schnell zum Telefon! Daredevil versucht Karen anzurufen, doch sie ist nicht mehr zu Hause. Einsam klingelt das Telefon in ihrem Apartment. Karen ist weg – leaving on a jetplane.

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Daredevil: Battlin‘ Jack Murdock (2007)

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Dies ist kein Daredevil-Comic. Hier geht es um Matt Murdocks Vater: Battlin‘ Jack Murdock. Schonungslos, wie bereits die Cover zeigen: Das Leben eines Boxers, der austeilt, aber vor allem einsteckt. Blut spritzt, er geht zu Boden, bis er schließlich stirbt.

Das Schicksal ist seit Daredevil #1 bekannt. Es wurde nacherzählt in Frank Millers Man Without Fear, Daredevil: Yellow und anderen Geschichten. Doch hier wird das Porträt von Jack Murdock nicht nur als gescheiterter Boxer gezeichnet, sondern auch als eines sehr fehlerhaften und gescheiterten Menschen. Zunächst ist er Ganove. Nach seinem ersten Karriereende treibt er Schutzgeld für den Fixer ein. Er ist der Mann mit dem Baseballschläger, der den Opfern Prügel androht und der dabei auch die Fassung verliert. Er schämt sich selbst für das, was er ist.

Vater schlägt den Sohn

Zugleich ist er auch der Vater, der seinen Sohn schlägt, nachdem Matt ihm erzählt, er habe einen Jungen zurückgeschlagen. Jack will Matt eine Lektion erteilen: Prügel sind keine Lösung, es wird immer jemanden geben, der stärker ist als er. Danach muss Jack damit leben, dass dieser Moment das letzte Mal ist, dass sein Sohn ihn sieht, bevor er durch einen Unfall blind wird.

Erzählt wird der Vierteiler als Rückblende während der vier Runden, die Jack in seinem letzten Kampf durchstehen muss, bevor er zu Boden geht. Zuerst weigert er sich mitzuspielen, dann willigt er ein, weil er erpresst wird. Schließlich schlägt er seinen Gegner im Ring doch k.o. – wohlwissend, dass er dafür ermordet wird. Er will stark sein für seinen Sohn, der im Publikum sitzt und sich trotz seiner Blindheit ebenfalls als stark erwiesen hat.

Autor Zeb Wells erklärt zwar psychologisch plausibel, warum Jack so handelt, aber leider sind die Zeichnungen von Carmine Di Giandomenico um einiges unbeholfener. Vor allem sieht man das in der Sequenz, als Matt von seiner Mutter bei Jack abgegeben wird. Matt soll noch ein Baby sein, wirkt aber in den Panels wie ein Kleinwüchsiger. Manches an den Figuren erscheint grobschlächtig, was aber vor allem zur Hauptfigur passt. Wir sehen einen Leidenden, der viel einsteckt, um seinen Sohn auf die richtige Bahn zu lenken. Und wir wissen: Es wird ihm gelingen. All das Blut fließt nicht umsonst.

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Fantastic Four #5 (1962): Prisoners of Doctor Doom

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Die Fantastic Four sind in New York angekommen. Erstmals wird die Stadt als Sitz ihres Hauptquartiers genannt (vorher waren sie in „Central City“). Nur das Gebäude hat noch keinen Namen, das kommt später. Dafür lernen sie ihren größten Gegner kennen.

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Johnny Storm liest Hulk – und erkennt The Thing im Comic. (Marvel)

Im HQ liest Johny Storm gerade die erste Ausgabe von The Incredible Hulk und fühlt sich bei dem Monster sehr an The Thing erinnert. Ben findet das gar nicht witzig, nimmt ihm das Comicheft weg, aber Johnny lässt es in Flammen aufgehen. Diese spontane Bücherverbrennung, vor allem wenn es sich um eine wertvolle Erstausgabe handelt, finden wir gar nicht lustig. Aber die Sequenz trieft natürlich vor Selbstironie: The Hulk ist Marvels Versuch, das Konzept vom Helden als Monster weiter auszuschlachten. (Zunächst ohne Erfolg, aber davon später mal mehr.)

Reed mahnt an, sich nicht gegenseitig zu bekriegen. Und da kommt auch schon die nächste Herausforderung: Doctor Doom, dem Mann mit der eisernen Maske! Mit einem Hubschrauber wirft er ein Netz über das Hochhaus und nimmt die FF gefangen. Ausbruch unmöglich. Doom nimmt Sue als Geisel.

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Doom sieht die Fantastischen Vier als seine Schachfiguren. Leider sind die Figuren zu groß und das Brett hat zu viele Felder. (Marvel)

Reed erkennt seinen alten Kommilitonen Victor von Doom wieder, der nicht nur ein brillanter Wissenschaftler gewesen ist, sondern sich auch für Zauberei und schwarze Magie interessiert hat. Bei einem fehlgeschlagenen Experiment wurde sein Gesicht entstellt. Er wurde exmatrikuliert und ging nach Tibet, um sich weiter der Magie zu widmen.

Zeitreise als Piraten

Nun nimmt Doom die FF gefangen, bringt sie auf sein Schloss und schickt die drei Helden in die Vergangenheit. Nicht etwa, um ihn an dem Experiment zu hindern, das ihn entstellt hat, sondern ins (schätze ich mal) 18. Jahrhundert, um den Schatz von Blackbeard zu besorgen. Der Schatz hat einst Merlin gehört und soll den Besitzer unbesiegbar machen. Plan: Weltherrschaft.

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Die fantastischen Drei als Piraten (Marvel)

Reed, Ben und Johnny werden also zu Piraten. The Thing kriegt eine Augenklappe und einen falschen Bart verpasst und ein Getränk später werden sie in Tiefschlaf versetzt und an Bord eines Piratenschiffes gebracht. Sie kämpfen gegen die Crew, dann gegen ein feindliches Schiff, sirgen und finden einen Schatz. Dann wird The Thing zum Anführer Blackbeard erklärt. Damit dürfte klar sein, dass der Schatz der richtige ist.

The Thing geht in seiner Rolle auf, er fühl sich akzeptiert und will nicht mehr zurück. Dann lässt er Johnny und Reed fesseln und mit einem Rettungsboot über Bord gehen. Ein Wirbelsturm verhindert das und dann schickt sie auch schon Doom zurück. Doch die FF haben den Schatz auf dem Meeresboden verteilt und Ketten in die Truhe gelegt. Zur Strafe sperrt sie Doom in eine Vakuum-Kammer, um sie ersticken zu lassen. Sue wird unsichtbar, schließt Dooms Maschinerie kurz, lässt sie explodieren und befreit die anderen.

Dooms Schloss geht in Flammen auf. Der Schurke entkommt. Doch der Schatz liegt noch immer auf dem Meeresboden und damit im Reich des Sub-Mariners …

Wie alles begann: