Daredevil #43: In Combat With Captain America

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Marvel

Gegen Liebeskummer hilft Workout. Daredevil turnt mal sich wieder in seinem privaten Fitnessstudio den Frust von der Seele. Karen ist weg! Für immer! Was ist denn da passiert? Das fragt sich Matt Murdock auch.

In einer Rückblende erfahren wir, dass Karen selbst entschieden hat, die Kanzlei zu verlassen, weil sie es nicht mehr ertragen kann, in der Nähe des Mannes zu sein, den sie liebt. Um den Abschied leichter zu machen, benimmt sich Matt daneben: „Women! You’re all alike! You try to own a man! Well, nobody’s owning Matt Murdock!“

Der wahre Grund: Er muss Daredevil sein – und das ist zu gefährlich für eine Liebesbeziehung.

Nach diesem Melodrama zerlegt Matt sein Fitnesstudio und schwingt sich durch die Stadt, um sich nützlich zu machen. Zufällig bekommt er mit, wie Captain America im Madison Square Garden einen Schaukampf für einen guten Zweck inszeniert. Doch für solche Späße hat DD keine Zeit, er muss ja noch den Jester jagen. Allerdings kommt ihm dann etwas anderes zuvor: Ein Mann hat radioaktives Material gestohlen. Innerhalb einer Seite ist der zwar gefunden, aber dann schwirrt DD der Kopf und er wird übermütig.

Daredevil gegen Captain America

Er stürzt sich in den Kampf mit Captain America! Ohne Boxhandschuhe anzulegen, prügelt er auf den Sternenbannermann ein, der weiß nicht, wie ihm geschieht und schlägt kräftig zurück. Doch Daredevil scheint wie vom Teufel besessen, der Kampf geht weiter bis auf die Straße. Da fragt sich Hornhead endlich, was mit ihm los sei – und verzieht sich, bevor einer ihm peinliche Fragen stellen kann.

Cap behauptet vor den Reportern hinterher, es sei alles nur Show gewesen, und denkt sich: DD werde schon seinen Grund gehabt haben. Matt sieht etwas Gutes: Immerhin konnte er für einen Augenblick Karen vergessen …

Nächstes Mal: Zurück zum Jester!

Daredevil #42: Nobody Laughs at the Jester

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Marvel

Was für Batman der Joker ist, ist für Daredevil der Jester. Nicht nur weil der Schurke wie ein Hofnarr gekleidet ist, er hat sogar die gleichen Farben wie der Joker, nur dass sein Anzug grün und seine Narrenkappe lila ist. Außerdem trägt er interessanterweise eine Maske, die sehr an Batman erinnert …

Es geht gleich los mit einem Bankraub, das Fluchtfahrzeug schnappt er sich, indem er den Fahrer mit einem Jojo ausknockt – und von solchem Spielzeug ist der Jester geradezu besessen. Sein Geheimversteck ist voll davon.

Der Jester ist – noch eine Parallele zum Joker – ein gescheiterter Künstler. Als Jonathan Powers hat er sich im Schauspiel versucht, wurde aber ausgebuht und gefeuert. Statt Schauspielunterricht zu nehmen, um sich zu verbessern, übte er sich lieber im Fechten, um in Abenteuerfilmen mitzuspielen. (Er hat es ohnehin mehr mit den Leibesübungen.) Powers hält sich für den größten Schauspieler aller Zeiten – die anderen seien bloß blind dafür. Nach einer Zeit als Bühnentrottel, der sich Torten ins Gesicht werfen ließ, beschloss er, sich als Jester Anerkennung zu verdienen.

Attentat auf Foggy Nelson

Kaum hat der korrupte Bürgermeisterkandidat Richard Raleigh vom Jester gelesen, heuert er ihn an, um Foggy Nelson als Kandidat für den Posten als Staatsanwalt auszuschalten. Als Matt und Karren mit Foggy und Deborah spazieren gehen, stürzt sich der Jester auf Foggy, doch als dieser sich wehrt, schnappt der Schurke sich Matt und droht Foggy: Zieh deine Kandidatur zurück oder ich töte ihn! Schließlich entführt er Matt.

Warum er nicht gleich Foggy entführt, bleibt schleierhaft. Aber Matt hat zum Glück ein Kostüm dabei und kann sich mit seinem neuen Gegner duellieren. Es fliegt ziemlich viel Spielzeug durch die Luft. Dann haut der Jester ab, DD folgt ihm zu Raleigh, aber der Politiker liegt tot am Boden. (Warum, wird in Spectacular Spider-Man #1 erklärt.) Am Ende rutscht unser Held auf ein paar Murmeln aus, die ihm der Jester hinwirft … Der Schurke entkommt wieder und Daredevil beschließt, nie aufzuhören, solange er lebt.

Nächstes Mal: Captain America!

Daredevil #39-41: Exterminator & Unholy Three

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Daredevil #39-41 (Marvel)

Erinnern wir uns zurück an Daredevils erstes Jahr. In Daredevil #10-11 gab es einen Schurkenbund mit dem unoriginellen Namen Organization, bestehend aus Ape Man, Bird Man, Cat Man und Frog Man, angeführt vom Organizer. Klingt bescheuert, ist aber so. Jetzt ist die Bande wieder da, ohne Frog Man (wahrscheinlich weil mit Leap Frog ein Froschgegner reicht), dafür unter neuem Namen The Unholy Three (viel besser!) und neuer Führung, dem Exterminator! Dieser anonyme Schurke in einem seltsamen hautengen lila-weißen Kostüm hat den T-Ray entwickelt, mit dem man Leute in der Zeit versetzen kann, in ein eigenes Zeitkontinuum.

Fragt sich nur: Wozu soll das eigentlich gut sein?

Nachdem Daredevil die unheiligen Drei bei einem versuchten Diebstahl erwischt, aber nicht dingfest genommen hat, geht Matt mit Karen, Foggy und dessen Flamme Deborah auf ein Viererdate im Jazzclub. Zur Erinnerung: Foggy kandidiert als Staatsanwalt. Während Karen und Matt tanzen, ruft ein Gauner den Exterminator an, um ihm zu sagen, dass Foggy und Deborah da sind. Dieser düst gleich mit den Unholy Three hin. Sie sollen sich an der Frau rächen, die Daredevil geholfen hat, sie ins Gefängnis zu bringen, der Exterminator will Deborah als Geisel nehmen, um Foggy zu erpressen – falls dieser Staatsanwalt wird.

Fragt sich nur: Welchen Sinn ergibt dieser Plan? Und wozu braucht man dazu unbedingt einen Zeitversetzstrahl? Es soll nur so aussehen, als würde der Exterminator seine Opfer exterminieren, heißt es – und alle finden es genial …

Foggy spielt den Helden

Gesagt, getan. Unterwegs werden noch ein paar andere zeitversetzt, und später – bei einem weiteren Bankraub – auch Daredevil selbst! Da hängt er also mit Debbie in eine Art Limbo fest und weiß nicht, wie er rauskommen soll. Foggy hat derweil eine Idee: Er will die Bande anlocken, indem er öffentlich ankündigt, zu wissen, wer der Exterminator ist. Man muss kein Superheld sein, um es mit denen aufzunehmen. Kurz darauf wird er von den Unholy Three entführt.

Daredevil entkommt, weil er sich auch in der seltsamen“ Zwischenzeit“ dank Radarsinn bestens orientieren kann und ein Schlupfloch findet. Er klemmt sich an ein Auto, lässt sich über die Straße schleifen und draußen ist er. Leider ist sein Kostüm so lädiert, dass er sich – Image ist alles – noch schnell zu Hause umziehen geht. Dort trifft er Karen an, die sich Sorgen um ihn gemacht hat.

Der Tod von Mike Murdock

Daredevil eilt zu Foggys Rettung, besiegt Affe, Katze und Vogel und auch den Exterminator. Dann jagt er mit einem umgelegten Hebel alles in die Luft. Wie? Warum? So kann er einen Kostümfetzen zurücklassen und alle glauben lassen, sein Zwillingsbruder Mike (also Daredevil) sei tot. Drei Identitäten ist nun mal eine zu viel. „It’s easier … just to be … Matt Murdock!“

Jetzt bleibt nur die Frage: Was wird aus Dardevil?

Nächstes Mal: der Jester!

Daredevil #37-38/Fantastic Four #73: Doctor Doom

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Nachdem Daredevil den Trapster besiegt hat, steht plötzlich der nächste Gegner vor ihm: Doctor Doom! Ja, genau, der Erzfeind der Fantastic Four. Daredevil hat sich schon einmal mit ihm gemessen (Fantastic Four #39-40), jetzt kriegt er wieder Keile von ihm – und zwar so deftig, dass er bewusstlos wird und er von dem anderen DD entführt wird.

Als Daredevil wieder zu sicht kommt, tut er sein Bestes, um sich zu befreien, aber vergeblich. Nachdem er sich Dooms Geschichte anhören musste (Fantastic Four! Galactus! Silver Surfer!), landet er unter einer Glasglocke und da tauscht der Schurke ihre Körper aus. Damit will er die FF täuschen und endgültig besiegen. Doch der ach so geniale Plan hat ein paar Löcher.

Doppelspiel mit Doppel-Ds

Zunächst einmal hätte Doom mal seine Handlanger in den Plan einweihen sollen, denn so kann sich Daredevil in Doom-Gestalt ganz einfach aus dem Gefängnis befreien, indem er die anderen herbeiruft und sich die Tür öffnen lässt. Er hetzt die Bande auf Doom, dann warnt er die FF per Funk, dass Doom in Daredevil-Gestalt im Anmarsch ist.

Doom aber lässt sich Zeit, spaziert nachts durch die Straßen, wundert sich über seine seltsame Wahrnehmung, aber bekommt gar nicht mit, dass er blind ist. So viel zum Thema Genie. Seine Bande stürzt sich auf ihn, dann hetzt er sie wieder auf Daredevil (in Doom-Gestalt). Als die beiden Gegner endlich wieder aufeinandertreffen, teilt Daredevil Doom mit, dass er in seinem Namen einen Krieg zwischen Latveria (Dooms Heimat) und den angrenzenden Staaten angezettelt hat. Doom muss also zurück ins Hauptquartier eilen, um das Schlimmste zu verhindern, dann mach er den Körpertausch wieder rückgängig und lässt Daredevil gehen.

Fantastic Four gegen Daredevil, Spider-Man und Thor

„I have so rarely been defeated … that I am amused by the novelty!“, sagt Doom. Er sei kein gewöhnlicher Mörder. Wenn er nicht glorreich gewinnen kann, hat er keinen Spaß daran, seine Feinde zu töten. Doch dann nimmt die Geschichte noch eine Wendung: Er hetzt die FF auf Daredevil, die ihn immer noch für Doom halten! Und so beginnt der Kampf gegen die FF.

Was Daredevil sagt, interessiert keinen. Im Zweifel für den Angeklagten scheint nicht zu gelten. Lieber erst schlagen, dann fragen. Und so muss unser Held gegen Human Torch, Mr. Fantastic und The Thing antreten, die bereit sind, ihn umzubringen.

Zum Glück taucht zufällig Spider-Man auf und der kann schnell Thor herbeiholen, der auch gerade nichts Besseres zu tun hat.  Im Gegensatz zu den FF glauben Spider-Man un Thor dem Teufelskerl, dass er er selbst sei, und so kämpfen zumindest drei gegen drei, denn Sue ist nicht da. Es ist wohl der Kampf des Jahres – völlig sinnlos, aber ein Riesenspektakel. Ganz zum Schluss taucht Sue auf und erklärt, Daredevil könne nicht Doom sein, denn sie habe Doom gerade live im Fernsehen gesehen.

Das heißt: Während sich die Fantastic Three of Four mit drei anderen Helden rumkloppen, hockt Sue zu Hause vorm Fernseher? Über die Zustände dieser Truppe kann man sich nur wundern. Aber so ist zumindest eine besser informiert und die Sache ist auf der letzten Seite beendet. Eine Entschuldigung bekommt DD nicht. Er betrachtet den Kampf als Workout. Auch wenn die anderen einen töten wollten, ist man nicht nachtragend.

Stan Lee erinnert uns daran: Die Kostümierten seien in erster Linie Menschen und erst an zweiter Stelle Superhelden. Aber sind wir das nicht alle?

Nächstes Mal: die Rückkehr der Unholy Three!

Daredevil #35-36: Trapster

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Marvel

Wir fallen gleich mit der Tür ins Haus. Oder besser gesagt: mit dem Fenster. Denn der Trapster, Erzfeind der Fantastic Four, kracht durch eben dieses bei Nelson & Murdock rein und klebt Foggy und Karen am Schreibtisch fest, ehe sie die Polizei rufen können. Aber keine Sorge! Er will nur juristischen Rat bei Matt Murdock einholen. Ein Anruf hätte es zwar auch getan, aber warum nicht …

Der Trapster will wissen: Falls ein Mord begangen wurde, aber die Leiche nie gefunden wird, kann der Mörder dann verurteilt werden? Kommt ganz drauf an, sagt Matt. So einfach sei es nicht … Dann erklärt der Trapster, dass er Daredevil erledigen will. Er sei zu oft von den Fantastic Four besiegt worden, jetzt will er auch mal gewinnen, um sich den Respekt seiner Kollegen zu verdienen. Ohne wirklich eine Antwort von Matt abzuwarten, haut er wieder ab. Aber die Aktion hatte ohnehin nur den Zweck, Daredevil anzulocken.

Eine Bombe für die Fantastischen Vier

Nachdem Matt Foggy und Karen mit Nagellackentferner befreit hat – und nach der üblichen Notlüge seinen Bruder Mike betreffend – steigt der blinde Anwalt ins rote Kostüm und jagt dem Schurken hinterher, der auf seiner fliegenden Plattform unterwegs ist und Klebstoff verschießt. Nach dem Kampf bewirft der TrapsterDaredevil schließlich mit kleinen grünen Plättchen, die Daredevil in die Lüfte entschweben lassen. Das also war der geniale Plan, um ihn loszuwerden: Auf, auf und davon!

Dann verkleidet sich der Trapster selbst als Daredevil, stattet den Fantastic Four im Baxter Building einen Besuch ab, um sie zu töten. Leider ist nur Sue Richards da, freut sich über den Besuch und lässt ihn ohne weitere Sicherheitskontrolle rein. Der falsche Daredevil klebt sie am Boden fest und lässt eine Bombe zurück, die hochgeht, sobald jemand anderes, vorzugsweise die anderen drei im Team, den Raum betreten.

Wiedersehen mit Doctor Doom

Daredevil löst die grünen Plättchen von sich ab, fällt, fängt sich auf und schwingt sich zu Sue. Kaum hockt er auf dem Fensterbrett, hört er das Ticken in der Schublade, ahnt nichts Gutes und entledigt sich der Bombe. Reed Richards und Johnny Storm hören die Explosion, eilen herbei und auch wenn Johnny Feuer und Flamme ist, den Übeltäter zu fassen (sorry für den Kalauer), muss Daredevil den Kampf allein aufnehmen, denn das ist nun mal ein Daredevil-Comic. Also Runde zwei auf der fliegenden Plattform.

Eine Bruchlandung später verfolgt der Held den Trapster durch die Stadt in die U-Bahnstation, er stürzt, verletzt sich am Rücken, verliert das Bewusstsein. Und als er wieder zu sich kommt, wer steht da vor ihm? Doctor Doom höchstselbst!

Fortsetzung folgt.

Ach, übrigens: Foggy erhält wieder das Angebot, als Staatsanwalt zu kandidieren. Das hatten wir schon mal in Daredevil #10-11 – und es ist nicht gut ausgegangen. Damals hatte Foggys alte Flamme Deborah damit zu tun als Femme fatale. Und kaum hat Foggy das zweite Angebot erhalten, ruft Deborah erneut an … Es bleibt aufregend.

Fantastic Four #39-40 (1965): Daredevil

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Marvel

Bereits in seinem ersten Jahr hatte Daredevil nicht bloß Besuch von den Fantastic Four (Daredevil #2), er durfte ihnen auch bei einem ihrer Abenteuer helfen – und das gleich in einem Zweiteiler gegen den Erzfeind Doctor Doom! Wie kommt das?

Nachdem die FF ihre Kräfte bei einer Atombombenexplosion verloren haben, versucht Reed Richards, den Verlust mit neuen Erfindungen zu kompensieren. Sue und Johnny bekommen Anzüge, die ihnen Kräfte verleihen, Ben Grimm erhält einen ferngesteuerten Roboter, der wie The Thing aussieht. Damit sollen vor allem die Feinde getäuscht werden, falls sie zuschlagen sollten. Doch die neuen Gadgets sind nur ein schwacher Ersatz für die Superkräfte – sie sind noch nicht ausgereift.

Doctor Doom besetzt das Baxter Building

Während die FF also üben, mit den Geräten umzugehen, erkennt Doctor Doom in seinem Königreich Latveria, dass er mit seinen Erzfeinden noch eine Rechnung offen hat und macht sich auf, sie zu vernichten – zusammen mit ganz New York.

Die FF bitten ihren Anwalt Matt Murdock darum, für den Ernstfall vorzusorgen, falls ihnen etwas zustoßen sollte. Mir war nicht klar, dass er überhaupt ihr Anwalt ist, nachdem er ihren ersten Auftrag in den Sand gesetzt hat, aber okay. Denn hier geht es nicht um Matt, sondern um Daredevil. Der tritt sofort in Aktion, als Doom die FF angreift – und zwar mit ihrem eigenen Waffen.

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Daredevil schießt mit seinem Stock. (Marvel)

Doom hät das Baxter Building besetzt, ballert mit Kanonen um sich, jagt das Fantasti-Car auf seine Feinde, einen Wirbelsturm sowie andere Waffen – und Daredevil rettet dank seiner schnellen Reflexe die hilflosen Fantastischen Vier. Dabei zaubert er aus seinem treuen Allzweckstock sogar ein Gewehr, mit dem er präzise eine Drohne aus der Luft schießt. Alle sind verblüfft, was er ohne Superkräfte kann …

Das Ding allein gegen Doom

Als sich das Team aufmacht, das Baxter Building zurückzuerobern, lenkt Daredevil derweil Doom ab, indem er weiteren Gefahren ausweicht. Ein integriertes Schirmchen in seinem Stock hilft ihm dabei, Trümmer vom Gesicht fernzuhalten. Schließlich kommt es zum Nahkampf mit Doom – Daredevil krümmt sich schließlich vor Schmerzen und muss sich geschlagen gehen, da rettet ihn Ben Grimm.

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Praktisches Schirmchen. (Marvel)

Inzwischen hat Reed ein Gerät besorgt, den Stimulator, mit dem er seine Kräfte wiedergewinnt und dann andere damit beglückt. Moment mal: Warum zum Teufel holt er den erst jetzt hervor? Na ja, sagt Reed später, das Ding war leer und musste erst ein paar Tage aufladen. Doch die Entwicklung der Powerprothesen hat ebenfalls einige Tage gedauert! Außerdem war vom Stimulator im ersten Teil noch gar nicht die Rede. (Klingt so, als hätte Autor Stan Lee hier ziemlich getrickst.)

Wie dem auch sei: Alle kriegen ihre Kräfte wieder. Auch Ben Grimm. Der will sich aber nicht wieder in The Thing verwanden. Muss er aber, sagt Reed. Nur so könne er Doctor Doom besiegen. Ohne das weiter zu diskutieren oder Ben entscheiden zu lassen, verwandelt er ihn wieder in ein steiniges Ungeheuer. Und so muss das Ding am Ende die Drecksarbeit selbst machen, fünfeinhalb Seiten lang dauert der harte Kampf Stein gegen Metall,  während die anderen bloß zuschauen. Kein Wunder, dass Ben am Ende die Schnauze voll hat und hinschmeißt.

Und was ist mit Daredevil? Der ist bereits weg. Ohne Dank und ohne Abschied. Während Ben gekämpft hat, heißt es, habe man Daredevils Wunden versorgt und ihm dabei geholfen, zu verschwinden. Seltsam geht es zu bei diesen Vieren. Daher bleiben wir lieber beim Mann ohne Furcht. Doch vorher erwidern die FF den Besuch – beim nächsten Mal …

Daredevil #33-34: The Beetle

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Marvel

Daredevil hat sich noch gar nicht von seinem Kampf gegen Cobra und Hyde erholt, da taucht auch schon der nächste Spinner im Tierkostüm auf: the Beetle! Der Name ist Programm. Der grün-violette Käfer kann fliegen und hat ausfahrbare Saugnäpfe an den gierigen Greifern, die sich am Eigentum anderer bereichern, in dem Fall einem Geldtransporter.

Daredevil muss ganz schön was einstecken, er ist nicht in Form, hat seit zwei Tagen nicht geschlafen. So entkommt der Beetle – und Matt geht trotz allem ins Büro, mal wieder als Mike, denn the show must go on. Dort schlägt er vor, zusammen mit Karen und Foggy zur Expo ’67 nach Montreal zu fahren. Ohne Matt. Seine Absage bzw. Ausrede hat er auf Band aufgezeichnet, sodass Karen sich am Telefon täuschen lässt.

Daredevil in Kanada

Doch wozu das alles? Weil auf der Expo eine unbezahlbare Halskette gezeigt wird und Matt aus irgendeinem Grund denkt, dass der in New York beheimatete Käfer dort als nächstes zuschlagen wird. Der untrügliche Radarsinn irrt auch diesmal nicht. Schon auf den Zug, der unsere Helden nach Montreal bringt, hat es der Beetle abgesehen, denn die Halskette fährt mit.

Daredevil tritt in Aktion, der Kampf führt vom Zugdach nach draußen in die Wildnis. Der Held überlebt einen Felsenwurf und einen Sturz in einen Wasserfall. Doch kaum hat er wieder Zivilisation erreicht, schnappt ihn auch schon Beetles Bande. Es folgt die übliche Routine, der Fehler, den alle Schurken begehen: Sollen wir ihn umbringen? Nein, Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert und lange vorbereitet – so lange, bis der Held eine Möglichkeit gefunden hat, aus dem Schlamassel zu entkommen.

Der Origin des Beetles

Die Bande bringt ihn nach Montreal zur Expo, wo der Beetle ihn öffentlich demaskieren, also demütigen will. Während wir also durch die Gegend gurken und Daredevil endlich ausschlafen kann, widmen wir uns der Vorgeschichte des neuen Schurken. Die ist allerdings ganz und gar nicht spektakulär: Ein gelangweilter Mechaniker baut sich ein fliegendes Kostüm und wird zum Meisterschurken. Ende der Geschichte. Motivation? Fehlt genauso wie ein bürgerlicher Name.

In dem Moment als Daredevil auf der Bühne demaskiert werden soll, ist er nicht nur ausgeschlafen, sondern hat auch seine Fesseln gelöst und kann alle Missetäter nach bewährter Art vermöbeln. Die Zuschauer denken, es sei nur eine Show. Um den Helden aus den Fängen des Beetle zu befreien, hilft auch Foggy kurzerhand mit, riskiert ein Leben und wird von Daredevil gerettet, sogar zweimal. Schließlich lässt der Held sich später als Mike von Foggy einladen. Nein, er trage nie Geld bei sich, sagt Mike, er fürchte sich zu sehr vor Räubern. Und Karen trägt dafür immer Matt in ihrem Herzen mit. Wenn er doch nur hier wäre!, sagt sie und Matt/Mike wundert sich: Karen will immer den, der gerade nicht verfügbar ist … Dass sie die beiden noch nie zusammen in einem Raum gesehen hat, scheint sie immer noch nicht skeptisch zu machen.

Vielleicht ja beim nächsten Mal. Dann bekommt es Daredevil mit dem Trapster zu tun.

Daredevil Annual #1 (1967): Electro and the Emissaries of Evil

Marvel

Nach 32 Ausgaben haben Daredevils Erzfeinde die Schnauze voll. Electro schart Matador, Gladiator, Stilt-Man und Leap-Frog um sich und als Botschafter des Bösen wollen sie endlich den Teufelskerl besiegen, der ihnen das Leben zur Hölle macht. Ja, wenn das mal alles so einfach wär …

Ist es eigentlich zunächst. Electro schwört gerade den Matador in einer Gasse auf Rache ein, als Daredevil zufällig dazwischenkommt. Electro erwischt ihn mit einem Stromschlag, lässt ihn aber bewusstlos liegen, statt die Rache zu vollenden. Denn Rache ist etwas für Genießer, das kann man nicht mal eben schnell und einfach erledigen. Also machen die beiden Schurken die Düse, bevor die Polente eintrifft.

Daredevil betreibt Workout

So kommt Daredevil wieder zu sich und schwingt sich weiter durch die Gegend. Und auch wenn er erst mal ein Nickerchen macht, um sich von dem Schlag zu erholen, schwingt er sich in diesen 39 Seiten sehr viel durch die Gegend, nämlich ganze neun Seiten lang sehen wir ihm beim Training zu, also fast ein Viertel des Specials.

Und zwischendurch nimmt er sich die Schurken vor. Alle nacheinander, wie es sich gehört. Den Matador erwischt er zufällig am Hafen und wirft ihn ins Wasser, Stilt-Man lässt er in eine Mauer schießen, Leap Frog treibt er mit vielen Schlägen in die Flucht – es ist ein Kinderspiel.

Emissäre des Misserfolgs

Das Finale findet auf dem Gelände eines Elektrizitätswerk statt – was wäre auch ein besseres Versteck für den Rädelsführer Electro? Dann geht es aber gegen alle auf einmal, auch der Gladiator kommt hinzu. Daredevil hat für jeden was im Angebot und teilt kräftig aus – wer hat noch nicht, wer will noch mal? Am Ende fängt er sie alle zusammen mit einem Kabellasso ein. Das war’s dann, Emissäre des Misserfolgs!

Tja, wenn doch nur alles so einfach wäre wie Superschurken schnappen! Denn im Büro von Nelson und Murdock haben sich Karen und Foggy schon große Sorgen um Matt gemacht. (Sie sorgt sich immer noch wegen seiner Blindheit um ihn, obwohl er bisher auch gut ohne sie ausgekommen ist.) Matt fragt aber nur, warum die Arbeit nicht erledigt sei. Doch das ist nur Fassade, denn natürlich leidet Matt immer noch darunter, dass er Karen seine Liebe nicht gestehen kann. Also alles beim Alten …

Nächstes Mal: the Beetle!

Daredevil #30-32: Thor, Mr. Hyde, Cobra

Daredevil #30-32 (Marvel)

Der Schlangenmensch Cobra und der starke Mr. Hyde treiben ihr Unwesen in New York – zwei Gegner von Thor. Da kommt Matt Murdock eine Idee: Um die Schurken anzulocken, verkleidet er sich als der Donnergott. Sein rotes Kostüm versteckt er darunter. Dank seines Seils kann er schwingend so tun, als würde er mit seinem Hammer fliegen. Klingt alles total bescheuert? Findet Matt auch, aber: „The whole thing’s just nutty enough to work!“ Das haben wir zuletzt schon mal gehört. Und um Karen zu beeindrucken, gibt er sich vor ihr immer noch als Mike aus. Nun hat Matt also vier Identitäten.

Als Dr. Don Blake von der Maskerade hört, schlägt er seinen Stock auf den Boden, verwandelt sich in Thor und sucht den Doppelgänger auf, um ihn zu stoppen. Thor schwingt den Hamer, demaskiert seinen Gegner, Daredevil erklärt es ihm, aber Thor erklärt ihn völlig zu Recht für verrückt und versucht, ihn zu schlagen. Daredevil ist flink genug, auszuweichen, doch Thor beteuert, ihm nicht weh tun zu wollen und haut nach dem kurzen Duell wieder ab.

Daredevil erblindet – jetzt aber wirklich

Daredevils Plan zeigt Wirkung: Kurz darauf kommen Cobra und Hyde hervorgekrochen, um ihren neuen Gegner auszuschalten. Hyde schüttet ihm eine Chemikalie ins Gesicht, die ihn blenden soll. Da Daredevil aber bereits blind ist, versagen nun auch seine Supersinne den Dienst. Er ist jetzt wirklich ein ganz normaler Blinder. Das heißt: Eigentlich noch weniger, denn Matt hat sich bisher zu sehr auf seine Supersinne verlassen. Ohne ist er hilflos.

So irrt Daredevil also durch die Stadt, wird von einer Frau belästigt, die ihm ein Stück Maske abreißt, schließlich ruft er sich ein Taxi, um nach Hause zu fahren und sich umzuziehen. Dann erklärt er Foggy und Karen als Mike, nun ebenfalls erblindet zu sein. Karen ist traurig: Sie hat sich extra für Mike die Haare schön machen lassen …

Als Cobra und Hyde weiter Tresore plündern und auf der Flucht vor der Polizei sind, versucht sich Daredevil an einem Bluff: Er lässt Foggy ein Seil von einem Dach zum anderen spannen und balanciert auf seine Gegner zu. Immerhin hat er das früher oft geübt – er muss also nur seine Furcht überwinden. Fast bringt er sich dabei um, aber immerhin klappt der Bluff und Daredevil hat sich selbst bewiesen: Ein wahrer Held braucht keine Superkäfte.

Schließlich entführen Cobra und Hyde ihn aber und bringen ihn zu einem Leuchtturm, um ihm nach alter Superschurkenmanier einen würdigen und langsamen Tod zu bereiten. Daredevil schaltet dann das Licht aus und es kommt zu einem großen Kampf im Dunkeln. Die Schurken scheitern daran, dass sie sich gegenseitig verachten, dass Hyde zu seinem Blendmittel auch ein Gegenmittel entwickelt hat, und auch daran, dass niemand daran denkt, das Licht wieder einzuschalten. Mit knapper Not bekommt unser Held seine Supersinne zurück und den Rest kann man sich denken …

Nächstes Mal: ein Wiedersehen mit Electro, Frog Man, Stilt-Man, Matador und Gladiator!

Daredevil #29: Unmasked

Marvel

Matts Beschluss steht fest: Er will endlich um Karens Hand anhalten! Die Frage ist nur: Wie? Als Matt Murdock oder als falscher Zwillingsbruder Mike? Manche würden behaupten, die Rolle mit Mike war von Anfang an eine dumme Idee und sollte auf keinen Fall gespielt werden, wenn es darum geht, einen Bund fürs Leben zu schließen. Aber Matt ist sich trotzdem unsicher. (Immerhin fühlt er sich wohl in der Rolle.) Und er ist nervös.

Um die Verspannung zu lösen, macht er ein bisschen Workout im Daredevil-Kostüm, was ihm bekanntlich das Zweitliebste im Leben ist (nach Karen). Natürlich könnte er auch ein paar Atemübungen machen, schreibt Stan Lee, aber Daredevil ist nun mal ein Superheld und als solcher ein Angeber. (Gene Colan widmet dem Workout eine ganze Seite und hat Stan angeblich auf den Tod verboten, sie mit Soundeffekten und Gedankenblasen zu verschandeln.)

Daredevil trifft Stan Lee.

In der Zwischenzeit beschließen die führungslosen Schergen des Masked Marauder, das Werk ihres Chefs zu vollenden. Gleichzeitig hat die Gang von „The Boss“ dieselbe Idee, vorher übernehmen sie aber die Kontrolle über die Masked Marauders.

Daredevil, der Übermensch

Matt schwingt sich ins Büro, trifft unterwegs sogar Stan Lee höchstselbst, doch da findet er Foggy gefesselt und geknebelt am Boden liegen. Karen wurde entführt, um Daredevil anzulocken. Matt folgt der Spur zu einem alten Haus, wo schon die Gang auf ihn wartet. Und da kommt Matt eine Idee: Er steigt zwar ins Daredevilkostüm, tut aber so, als wäre er blind, hält eine Waffe hoch. Da wird er gefangen genommen und demaskiert, ist aber halb so wild, denn keiner hält ihn für den echten Daredevil.

Doch kaum ist Karen im Nebenzimmer, kann er die beiden Banden aufmischen. Zuerst verlieren sie nacheinander ihre Schusswaffen, dann gehen sie mit Holzbrettern und Möbeln auf ihn los, alle auf einmal, sodass Daredevil nur einmal zu springen braucht, bis sich die Gauner gegenseitig von selbst erledigen. So was könne gar kein Mensch sein!, heißt es am Ende.

Und was ist mit dem Heiratsantrag? Daredevil überlegt es sich anders. Da ihr Leben seinetwegen gefährdet war, kann sie nicht seine Frau werden, ohne dass er ständig Angst um sie haben müsse. „I love her .. too much .. to take such a risk! Even if it means … my own life will be .. eternally empty!“

Nächstes Mal: Thor!