Daredevil #9 (1965): That He May See

Marvel Comics

Warum lese ich besonders gerne den Daredevil der 60er? Weil die Comics aus der Zeit so wunderbar absurd sind. Und diese Geschichte in Heft 9 ist ein Paradebeispiel dafür. Außerdem legt Stan Lee dem Helden einige herrliche Sprüche in den Mund.

Bei einem verpatzten Einsatz gegen ein paar Ganoven auf einem Boot, bekommt Daredevil erstmals eine Kugel in den Arm, der daraufhin taub wird. „Sometimes I wonder … do I really do this to help mankind … or am I just a showoff who never grew up?!!“, fragt er sich. „Oh, well, at least it keeps me out in the fresh air!“ Es gibt sicherere Möglichkeiten, sich im Freien körperlich zu ertüchtigen, aber dann gäbe es ja leider keinen Daredevil und er könnte keine Abenteuer wie dieses erleben.

Aber zunächst zum Privatleben: Karen fängt wieder an, Matt auf die Augenoperation bei einem gewissen Dr. van Eyck (nomen ist omen) anzusprechen. Aber der ist aber leider nach Lichtenbad in Europa gezogen. Zum Glück, denkt sich Matt, dann ist endlich Ruhe mit dem Thema. Als Karen sich beim Gehen an Matt schmiegt, fragt er sich, ob sie vielleicht verliebt in ihn sein könnte. Da hat er nun alle Supersinne der Welt und kann nicht erkennen, was jeder gewöhnliche Blinde merken würde! Foggy jedenfalls merkt es und ist außer sich (zerschlägt sogar später einen Spiegel). Karen macht sich ihre eigenen Gedanken: Wahrscheinlich liege es aber an Matts Blindheit, dass er so kalt und distanziert sei. Ihr mache seine Behinderung zwar nichts aus, sie meine es nur gut mit ihm …

Eine Augenoperation für Matt

Matt bekommt Besuch von Klaus Kruger, einem alten Jugendfreund, der mal Austauschstudent war und jetzt das kleine Land Lichtenbad regiert. Kruger überredet Matt mit zu ihm kommen, um sich dort von Dr. van Eyck behandeln zu lassen. Matt wittert zwar eine Lüge, aber er lässt sich mitnehmen, weil er Lust auf Abenteuer hat. Das riecht sehr nach Angeberei eines berufsjugendlichen Heißsporns … Aber was soll man auch anderes erwarten von einem, der sich Teufelskerl nennt?

Als Foggy beim Abschied schließlich auch merkt, dass Karen Matt liebt, ist er verbittert und wird missgünstig: Er wünscht sich, dass die OP scheitert, damit er noch eine Chance bei Karen hat. Zugleich quält ihn das schlechte Gewissen seinem Freund gegenüber.

Lichtenbad ist ein winziges Land mit einer umschließenden Stadtmauer und einer mittelalterlichen Burg in der Mitte, stilecht schwimmen im Burggraben sogar Haie. Die Stimmung ist nicht gerade die beste in dem Land, denn kaum kommt der Herrscher an, wird ein Anschlag auf ihn verübt, den er aber dank kugelsicherer Weste überlebt. Matt merkt: Das ist kein Einzelfall. So ziemlich jeder will Kruger stürzen. Der befiehlt eine Leibgarde von Rittern in Rüstungen, die sich später als Roboter herausstellen. Sie schlagen einen Aufstand blutig nieder und später auch Daredevil, der dank seines lädierten Arms scheitert.

Despot in Ritterrüstung

Kruger selbst hockt, wie man das von europäischen Despoten halt kennt, in Ritterrüstung auf einem Thron, umgeben von einem unsichtbaren Kraftfeld, das ihn beschützt. Er lässt Daredevil ins einen Kerker werfen, zusammen mit den besten Köpfen der Welt, daher hat er auch Matt hergebracht, der als einer der berühmtesten Anwälte gilt. Mit dieser Brainpower will er irgendwann die Welt beherrschen. Die hat er auch nötig, denn er selbst ist nicht hell genug zu merken, dass der maskierte Held Matt Murdock ist (er hat auch kein Interesse daran, unter der Maske nachzusehen).

Daredevil soll bei Sonnenaufgang hingerichtet werden, doch der mag nicht, da er nicht gern früh aufsteht. Er befreit sich und die anderen, zettelt den Aufstand an, schaltet die Roboterarmee aus und liefert sich ein Duell mit Kruger, samt Schwert und Morgenstern. Daredevil wirft den Schurken in den haiverseuchten Burggraben.

Foggy wird eifersüchtig

Doch der Despot hat noch einen Plan B: Wenn er die Welt nicht beherrschen kann, will er sie zumindest mit einer radioaktiven Wolke vernichten. Dr. van Eyck verhindert das, indem er die kritischen Schalter umlegt. Leider wird er dabei verstrahlt und stirbt. Was bedeutet, dass aus Matts Augen-OP nichts mehr wird. Denn natürlich konnte nur dieser Doktor ihm das Augenlicht wiedergeben. Noch mal davongekommen, Matt – alle Probleme auf einen Schlag gelöst.

Als Karen Foggy die schlechte Nachricht überbringt, die Matt ihnen schreibt, geht Foggy gleich davon aus, dass Matt zu feige war – und dann hasst er sich selbst dafür. „If not for Matt … I’m sure Karen would be … mine!“ Und Karen resigniert: Blind werde Matt auch immer blind für ihre Liebe sein. Der Haussegen könnte schiefer nicht mehr hängen im Büro von Nelson & Murdock – dagegen sind Psycho-Despoten in Ritterrüstungen und Roboterarmeen eindeutig das kleinere Übel …

Nächstes Mal: der „Organizer“ und seine „Organization“ aus Katze, Frosch, Vogel und Affe! Glaubt ihr nicht? Seht selbst!

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