Spider-Man

Marvels (1994)

Marvel

Wären Superhelden echt, würden die Menschen sie bewundern oder sich vor ihnen fürchten? In Marvels tun sie beides. Der Protagonist Phil Sheldon, ein New Yorker Zeitungsfotograf, beobachtet und dokumentiert das Aufkommen der Superhelden von Anfang an und über die Jahrzehnte hinweg: Human Torch und Namor, the Submariner, die mal feindlich, dann wieder freundlich erscheinen, sich bekriegen und wieder versöhnen, und dabei New York verwüsten. Sheldon steht für die schwankende Meinung des Volkes. Als er bei dem Krieg der Übermenschen ein Auge verliert, bleibt er zunächst ein Befürworter der „Marvels“, während ein Chefredakteur wie J. Jonah Jameson zunehmend gegen die Helden hetzt, weil er fürchtet, dass normale Menschen mit den Übermenschen nicht mithalten können: „How could we meet that standard?“

Die Geschichte scheint zunächst Sheldon Recht zu geben. Im Zweiten Weltkrieg kämpfen Captain America und Co. als gute Patrioten. In den 60ern (dem Silver Age) jubeln die Menschen einerseits den Avengers und den Fantastic Four zu und fürchten zugleich die Mutanten der X-Men. Von der Xenophobie lässt sich auch der Held anstecken und schließt sich einem wütenden Mob an, dann nimmt er selbst ein hilfloses Mutantenmädchen bei sich auf. Die Bedrohungen, die von den Marvels ausgehen, nehmen bald apokalyptische Ausmaße an, doch die Dankbarkeit für die Abwendung der Katastrophe hält sich in Grenzen. Die Rede ist von Betrug. In den 70ern veröffentlicht Sheldon schließlich ein Buch mit seinen Fotos über die Marvels, in dem er für sie Partei ergreift, doch der Tod von Gwen Stacy, den Spider-Man zulässt, erschüttert erneut seinen Glauben … Die Welt der Marvels ist für die Menschen unfassbar.

Wie Menschen auf Übermenschen reagieren

Dieser Klassiker, geschrieben von Kurt Busiek und gemalt von Alex Ross, ist ein Versuch, Superhelden nicht bloß ernst zu nehmen, sondern auch dem Comic eine Aura von höherer Kunst zu verleihen. Durch die aufwendig gestalteten Seiten wirken die Menschen lebensnah und die Helden überlebensgroß. Ross bedient sich zum Teil der Ikonografie, sodass sie die Marvels wie Heilige, Engel und Dämonen aus der barocken Malerei wirken.

Dabei ist Marvels auch inhaltlich kein Superheldencomic im klassischen Sinn, weil er nicht den Kampf zwischen Gut und Böse beschreibt, sondern den inneren Konflikt gewöhnlicher Menschen, die mit dem Kulturschock umgehen müssen und sie zwischen Angst und Bewunderung schwanken lässt. In diesem Hin und Her der Stimmung ist Marvels für die Leser vor allem eine Hommage an die Comicgeschichte. Insofern spiegelt die Story auch die Rezeptionsgeschichte: Die einen sind fasziniert, die anderen abgestoßen von dem Medium und dem Genre.

Zwei Jahre später brachte DC Comics mit Kingdom Come ein weiteres Alex Ross-Comic heraus, das nicht weniger episch einen ähnlichen Konflikt beschrieb. Dort fragen sich die Helden, ob sie mehr Fluch oder Segen für die Menschen sind, die sie beschützen sollen.

>> Kurt Busiek/Alex Ross: Marvels (#1-4), 1994.

The Amazing Spider-Man Annual #1 (1964)

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Erster Auftritt der Sinister Six: The Amazing Spider-Man Annual #1 (Marvel)

Doctor Octopus! The Vulture! Electro! Sandman! Mysterio! Und Kraven the Hunter! Alle großen Schurken in einem Heft, zum ersten Mal als Sinister Six – das alles und noch viel mehr bietet das erste Spider-Man-Annual. Ein Jahr habe es gedauert, diese 41 Seiten herzustellen, schreibt Stan Lee. Gelohnt hat sich die Arbeit auf jeden Fall.

Es beginnt mit Doc Ocs Ausbruch aus dem Knast. Seine mechanischen Arme wurden ihm abgenommen, aber er kann sie per Gedanken steuern. Dann trommelt er die übrigen fünf Schurken zusammen, um Spider-Man endlich zu besiegen. Manche wollen ihn gemeinsam schlagen, andere denken, sie werden auch allein mit ihm fertig, immerhin hätten sie es schon mal fast geschafft. Doch Octopus hat einen angeblich idiotensicheren Plan: Jeder zieht eine Nummer und dann darf jeder Mal der Reihe nach drankommen, jeweils an einem Ort, der zu den persönlichen Talenten passt. Damit wird die Idee der Gruppenbildung natürlich ad absurdum geführt. Aber es scheint nach dem Motto zu laufen: Einer muss mal Glück haben.

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Vor 60 Jahren: Spider-Man in Amazing Fantasy #15

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Marvel

Ein Mann im Tierkostüm schwingt sich an einem Arm durch die Stadt, im anderen hält er einen Ganoven fest – ganz klar, das legendäre Cover kennt jeder: Das kann nur Batman sein. Sein erster Auftritt in Detective Comics #27 von 1939. Doch was ist das? 23 Jahre später sieht man das gleiche Motiv: diesmal keine Fledermaus, sondern eine Spinne in Rot, Blau und Schwarz. Das Gesicht ganz verdeckt von einer Maske, aber die toten weißen Schlitzaugen sehen ganz ähnlich aus. Nur das Cape fehlt.

So sprang am 5. Juni 1962 Spider-Man in die Welt. Geschaffen von Stan Lee und Steve Ditko, nicht mal ein Jahr nachdem Lee und Jack Kirby mit den Fantastic Four das Marvel Age of Comics begründet haben. Es folgte Hulk, der Versuch, das Monsterprinzip, das erfolgreich bei The Thing funktioniert hatte, auf einen weiteren Helden zu übertragen. Doch das Konzept hatte noch Startschwierigkeiten. Dann kam Spider-Man – und der schlug ein wie die Fantastic Four.

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Peter Parker, the Spectacular Spider-Man #27-28: Daredevil

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Spider-Man ist erblindet. Schuld ist der Masked Marauder. Wer wäre da ein besserer Blindenführer als Daredevil? Doch in dem Fall spielt er eher einen Babysitter, denn trotz seiner Beeinträchtigung schwingt sich Spidey von Gebäude zu Gebäude und bringt sich dabei fast um. DD muss ihm das Leben retten. Dabei verstaucht sich Spidey einen Knöchel. Zum Dank will er DD dann auch noch eine verpassen.

Doch das ist nur der Frust, der aus seinen Fäusten spricht. Spidey wäre lieber tot als blind zu sein, er badet in Selbstmitleid. DD bringt ihn wieder zur Vernunft und zu einem Augenarzt, Dr. Orlock. Der gibt ihm wieder Hoffnung, dass sich seine Augen wieder regenerieren könnten. Er müsse sich nur ausruhen. Doch Spidey will sich nicht ausruhen, er will den Masked Marauder schnappen. Und so schwingen sich die beiden Blinden weiter durch die Gegend. Spidey lernt in Windeseile, sich wie Daredevil zu orientieren.

Spider-Man reitet auf der Atombombe

Der Masked Marauder hat inzwischen einen neuen Tri-Man geschaffen, der sich als „Bombdroid“ in eine fliegende Atombombe verwandeln kann. Die beiden Helden folgen einem Ortungssignal in das Versteck des Schurken – da fliegt der Tri-Man auch schon los. Während DD allein gegen den Marauder und dessen Handlanger kämpft, hängt sich Spider-Man an die Bombe, entschärft sie mit bloßen Händen und versenkt die Hülle im Central Park, ohne dass New York in die Luft fliegt oder irgendjemand zu Schaden kommt.

Und zur Belohnung kann der Spinnenheld am Ende wieder sehen. Da platzt schon der nächste Störenfried in Peter Parkers Leben: Carrion – aber das ist eine andere Geschichte.

Übrigens: Dies ist die erste Daredevil-Story, die Frank Miller zeichnen durfte.

>> Daredevil-Comics

Moon Knight by Bendis and Maleev

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Mark Spector ist gerade dabei, in Los Angeles eine TV-Serie über seine Zeit als Moon Knight zu produzieren, da kriegt er Besuch von Captain America, Spider-Man und Wolverine. Sie bitten ihn um Hilfe. Ein neuer Kingpin soll an der Westküste sein Lager aufgeschlagen haben. Moon Knight wird also zum verdeckten Aushilfs-Avenger. Bei seinem ersten Einsatz vereitelt er den Verkauf eines abgeschalteten Ultron-Roboters, einer hochgefährlichen Waffe, die die Menschheit auslöschen könnte.

Zunächst kämpft er an der Seite der drei Kollegen, dann legt er sich eine Ausrüstung zu, die ihre Gadgets enthält: Spinnendüsen, Wolverineklauen und einen Captain-America-Schild. Hinzu kommt, dass die drei auch in ihrer Abwesenheit seine ständigen Begleiter bleiben, da Mark sehr gut darin ist, Stimmen zu hören, die gar nicht da sind. Mit dabei: Maya Lopez alias Echo, die wiederum gar nichts hören kann.

Brian Michael Bendis und Alex Maleev, die bereits für Daredevil Großes geleistet haben, verbünden sich hier erneut und lassen den zweitrangigen Helden gegen einen erstrangingen Schurken antreten: Count Nefaria und seine Tochter Madame Masque. Das geradlinige Abenteuer lebt von Bendis‘ leichtfüßigen Dialogen und Maleevs beeindruckender Zeichnungen. Er hat zwar einen sperrigen Stil, der alles finster, roh und schmutzig aussehen lässt, gleichzeitig aber ein Gespür für Dramatik, das einen stark einnimmt. Besonders seine Cover sind jedes Mal wahre Meisterwerke. Zusammen mit einer stimmungsvollen Kolorierung entsteht ein Pageturner, dessen Story vielleicht keinen allzu tiefen Eindruck hinterlässt, aber auf jeden Fall Spaß macht, auch wenn für meinen Geschmack der Titelheld durch die vielen Gaststars seiner Eigenständigkeit beraubt wird.

>> Moon Knight By Bendis & Maleev: The Complete Collection, Marvel 2022.

>> Moon Knight Comics

Spider-Man trifft Morbius

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Amazing Spider-Man #100-102 (Marvel)

Mal wieder bringt Sony einen Spider-Man-Schurken ins Kino, der ohne Spider-Man auskommen muss: Nach Venom kommt Morbius mit Jared Leto in der Hauptrolle. Wer ist Morbius? Der Vampir hatte seinen ersten Auftritt in The Amazing Spider-Man #101 (1971), im Mittelstück des Dreiteilers, der als „Six-Arms-Saga“ bekannt wurde. Der Hintergrund war, dass der Comics Code aufgeweicht wurde und in US-Comics wieder Vampire auftauchen durften. Also gab Marvel-Redakteur Stan Lee bei Autor Roy Thomas einen solchen in Auftrag. Damit übergab er auch seinen Spider-Man erstmals einem anderen Autor.

Zur Jubiläumsausgabe 100 bekommt Peter Parker Zweifel an seiner Rolle als Spider-Man und versucht, sie aufzugeben – wie schon in der Nummer 50. Diesmal meint er es aber ernst: Er braut sich ein Mittel, das ihn seiner Kräfte berauben soll. Ohne es zu testen, trinkt er die Mixtur, legt sich schlafen und träumt davon, wie er gegen seine größten Gegner kämpft: Vulture, Lizard, Green Goblin, Doctor Octopus und Kingpin. Dann erscheint ihm Gwen Stacys toter Vater, Captain Stacy, und redet ihm ins Gewissen, er solle sich keine Vorwürfe machen und stattdessen sein Schicksal akzeptieren: Spider-Man ist Segen und Fluch zugleich.

Menschliche Spinne: Peter Parker hat plötzlich acht Gliedmaßen. (Marvel)

Als Peter aufwacht, stellt er fest, dass ihm vier neue Arme gewachsen sind. Spider-Man ist nun tatsächlich zur menschlichen Spinne mit acht Gliedmaßen geworden. Er bittet Dr. Curt Connors um Hilfe, der bereits als Schurke Lizard aufgetreten ist und Erfahrung mit nachwachsenden Gliedmaßen hat. Connors stellt ihm sein Labor zur Verfügung.

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Daredevil #103: Ramrod & Spider-Man

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Marvel

Peter Parker kommt nach San Francisco, um Daredevil zu interviewen. Da bricht plötzlich ein neuer Schurke ins Haus von Natasha und Matt: Ramrod! Nein, kein Ladestock, wie der Name vermuten ließe, sondern eher ein Rammbock: ein Kerl mit Metallimplantaten an Kopf und Schultern. Er verlangt Papiere, auf die Daredevil aufpassen soll. Sie enthalten belastendes Material gegen einen Gangster. In Daredevil #100 waren sie fast aus der Redaktion des Rolling Stone gestohlen.

Ramrod will also die Papiere, randaliert im Haus und wird handgreiflich. DD und Black Widow kommen nicht gegen ihn an, Ramrod kommt mit den Papieren davon – da muss Spider-Man aushelfen. Er schnappt dem Schurken die Papiere weg, während DD und Widow Ramrod weiter bearbeiten. Ramrod wirft Natascha von einem Hochhaus, DD rettet sie. Spidey klettert eine Hauswand hoch, Ramrod hinterher, Spidey tritt ihn, er stürzt in die Tiefe und bricht durch den Asphalt. – Problem gelöst.

Doch wo kommt der Kerl überhaupt her? Eigentlich müsste uns das nicht interessieren, aber auch hinter Ramrods Entstehung steckt derselbe ominöse Mann im Schatten, der bereits den Dark Messiah und Angar, the Screamer erschaffen hat. Er wird begleitet von einer glatzköpfigen Frau. Davon aber später mehr.

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Spider-Man/Daredevil (2002)

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Daredevil und Spider-Man sind von Anfang an miteinander verbunden. Ursprünglich war Daredevil als eine Art zweiter Spider-Man konzipiert. Statt Spinnennetzen hat er daher einen Stock mit einem Seil, mit dem er sich durch Straßenschluchten schwingt, statt Spinnensinn einen Radarsinn. Ähnlich wie bei Spider-Man stirbt seine Vaterfigur durch Berufsverbrecher, die ihn zum Vigilanten macht. Natürlich wissen Fans: Da hören die Ähnlichkeiten auch schon auf, denn schnell hat sich Daredevil als eigenständige Figur mit eigenem Charme etabliert, doch hatte der Teufelskerl stets das Nachsehen gegenüber seinem populären Vorgänger.

Davon handelt der One-shot Daredevil/Spider-Man. Obwohl beide ihre Leben riskieren, um Menschen zu retten, bekommt die Spinne die Aufmacher in den Zeitungen, während der Teufel sich mit einer Meldung begnügen muss. Auch Reporter-As Ben Urich fällt es auf.

Dann wird ein Mädchen entführt. DD nimmt die Ermittlung auf, mit allen Supersinnen, während Spider-Man sich bloß durch die Stadt schwingt und nichts zu tun hat, außer Katzen von Strommasten zu holen. (Was er zugebenermaßen sehr witzig löst.) Doch als DD dann endlich eintrifft, um das Mädchen zu retten, bringt Spider-Man es bereits zurück zu ihren Eltern. Wieder kriegt Spidey die Titelseite – und Matt nur Seite sieben.

Eine schwungvoll und stimmungsreich erzählte Kurzgeschichte mit einigen spektakulären Panels und einer Prise Ironie. So soll’s sein. Viel gelungener als der Vierteiler Daredevil/Spider-Man (2001), in der es nur den Schein einer Story gibt.

>> Brett Matthews/Vatche Mavlian: Spider-Man/Daredevil („Neighbors“), 2002.

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Daredevil/Spider-Man (2001)

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Ein Drogendeal ist schiefgegangen, es gibt ein Dutzend Tote. Ein Anschlag wurde auf ein Casino verübt. Für Daredevil und Spider-Man steht fest: Jemand hat es auf Wilson Fisk abgesehen. Es sind sogar vier: Stilt-Man, Gladiator, Copperhead und Owl. Gemeinsam greifen sie den Kingpin in seinem Hauptquartier an – mit einem Hubschrauber und Raketenwerfern.

Fisk überlebt, Matt Murdock wird zu seinem Anwalt und schickt Foggy zusammen mit Natasha Romanov (Black Widow) los, um seinen Fall zu untersuchen, während Matt als Daredevil mit Spider-Man die coolen Heldenaufgaben löst, sprich: Superschurken verprügeln. Die ach so geniale „Gang of Four“ fällt schnell, Kingpin will dann mit ihnen abrechnen, aber dann erweist sich Copperhead als rechte Hand des Satans, der alles in Chaos stürzen will …

Klingt bescheuert – ist auch so. Selbst nach Superheldenstandards. Emotionaler Höhepunkt ist, als  Spider-Man pietätlos seine blöden Sprüche abspult und Daredevil ihn zurechtweist. Dann muss er sich was von Spider-Man anhören: Es ist halt seine Art, mit dem Wahnsinn umzugehen. Am Ende stellen sie fest, was für ein gutes Team sie trotz der Meinungsverschiedenheit sind, aber eigentlich haben sie den Fall gar nicht zusammen gelöst, sondern ein plötzlich geläuterter Owl greift als Deus ex machina ein.

Wertung: Zwei bis drei Schmunzler.

>> Paul Jenkins/Phil Winslade: Daredevil/Spider-Man #1-4, 2001. Erschienen in: Marvel Knights Daredevil by Bendis, Jenkins, Gale & Mack: Unusual Suspects (2018)

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Daredevil #37-38/Fantastic Four #73: Doctor Doom

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Nachdem Daredevil den Trapster besiegt hat, steht plötzlich der nächste Gegner vor ihm: Doctor Doom! Ja, genau, der Erzfeind der Fantastic Four. Daredevil hat sich schon einmal mit ihm gemessen (Fantastic Four #39-40), jetzt kriegt er wieder Keile von ihm – und zwar so deftig, dass er bewusstlos wird und er von dem anderen DD entführt wird.

Als Daredevil wieder zu sicht kommt, tut er sein Bestes, um sich zu befreien, aber vergeblich. Nachdem er sich Dooms Geschichte anhören musste (Fantastic Four! Galactus! Silver Surfer!), landet er unter einer Glasglocke und da tauscht der Schurke ihre Körper aus. Damit will er die FF täuschen und endgültig besiegen. Doch der ach so geniale Plan hat ein paar Löcher.

Doppelspiel mit Doppel-Ds

Zunächst einmal hätte Doom mal seine Handlanger in den Plan einweihen sollen, denn so kann sich Daredevil in Doom-Gestalt ganz einfach aus dem Gefängnis befreien, indem er die anderen herbeiruft und sich die Tür öffnen lässt. Er hetzt die Bande auf Doom, dann warnt er die FF per Funk, dass Doom in Daredevil-Gestalt im Anmarsch ist.

Doom aber lässt sich Zeit, spaziert nachts durch die Straßen, wundert sich über seine seltsame Wahrnehmung, aber bekommt gar nicht mit, dass er blind ist. So viel zum Thema Genie. Seine Bande stürzt sich auf ihn, dann hetzt er sie wieder auf Daredevil (in Doom-Gestalt). Als die beiden Gegner endlich wieder aufeinandertreffen, teilt Daredevil Doom mit, dass er in seinem Namen einen Krieg zwischen Latveria (Dooms Heimat) und den angrenzenden Staaten angezettelt hat. Doom muss also zurück ins Hauptquartier eilen, um das Schlimmste zu verhindern, dann mach er den Körpertausch wieder rückgängig und lässt Daredevil gehen.

Fantastic Four gegen Daredevil, Spider-Man und Thor

„I have so rarely been defeated … that I am amused by the novelty!“, sagt Doom. Er sei kein gewöhnlicher Mörder. Wenn er nicht glorreich gewinnen kann, hat er keinen Spaß daran, seine Feinde zu töten. Doch dann nimmt die Geschichte noch eine Wendung: Er hetzt die FF auf Daredevil, die ihn immer noch für Doom halten! Und so beginnt der Kampf gegen die FF.

Was Daredevil sagt, interessiert keinen. Im Zweifel für den Angeklagten scheint nicht zu gelten. Lieber erst schlagen, dann fragen. Und so muss unser Held gegen Human Torch, Mr. Fantastic und The Thing antreten, die bereit sind, ihn umzubringen.

Zum Glück taucht zufällig Spider-Man auf und der kann schnell Thor herbeiholen, der auch gerade nichts Besseres zu tun hat.  Im Gegensatz zu den FF glauben Spider-Man un Thor dem Teufelskerl, dass er er selbst sei, und so kämpfen zumindest drei gegen drei, denn Sue ist nicht da. Es ist wohl der Kampf des Jahres – völlig sinnlos, aber ein Riesenspektakel. Ganz zum Schluss taucht Sue auf und erklärt, Daredevil könne nicht Doom sein, denn sie habe Doom gerade live im Fernsehen gesehen.

Das heißt: Während sich die Fantastic Three of Four mit drei anderen Helden rumkloppen, hockt Sue zu Hause vorm Fernseher? Über die Zustände dieser Truppe kann man sich nur wundern. Aber so ist zumindest eine besser informiert und die Sache ist auf der letzten Seite beendet. Eine Entschuldigung bekommt DD nicht. Er betrachtet den Kampf als Workout. Auch wenn die anderen einen töten wollten, ist man nicht nachtragend.

Stan Lee erinnert uns daran: Die Kostümierten seien in erster Linie Menschen und erst an zweiter Stelle Superhelden. Aber sind wir das nicht alle?

Nächstes Mal: die Rückkehr der Unholy Three!