Bullseye

Daredevil #170-172 (1981): Kingpin & Bullseye

Marvel

Der Kingpin ist eigentlich ein Spider-Man-Schurke, der seinen ersten Auftritt in The Amazing Spider-Man #50 (1967) hatte und sich 1981 in Ruhestand befand. Dann hat ihn Frank Miller zurückgeholt und mit Daredevil konfrontiert – was den Kingpin bis heute zum Erzfeind des Helden machte.

Wilson Fisk hat also dem Verbrechen abgeschworen und sich mit seiner Frau Vanessa nach Japan zurückgezogen, wo er sich die Zeit damit vertreibt, acht Leute gleichzeitig zu verprügeln. Da kommen ein paar alte Weggefährten auf die Idee, den Kingpin endgültig zu erledigen. Zuerst entführen sie seine Frau und verlangen die Beweise, die er über sie gesammelt hat, dann soll Bullseye Fisk töten.

Bullseye wurde nach einer Hirn-OP freigelassen, da er wegen seines Tumors als unzurechnungsfähig eingestuft wurde. Daredevil wird beinahe von ihm getötet (und kann sich dank einer USA-Flagge vor einem tödlichen Sturz retten), dann vom Kingpin. Sobald er herausfindet, dass der Held ihm seine Akten stehlen will, setzt er Killer auf ihn an. Aber einfach nur erschießen und ins Wasser werfen hat keinen Stil, sie stecken ihn lieber ins Wasserrohr, was ihm Gelegenheit gibt, lebend rauszukommen.

Der Kingpin übernimmt daraufhin wieder die Unterwelt, rekrutiert Bullseye, bevor dieser ihn töten kann. Wieder kommt es zum Duell mit Daredevil. Diesmal ohne Waffen, wünscht sich der Held, doch dann verwendet Bullseye den „billy club“ gegen ihn. In einem beeindruckenden Würgeduell (neun schmale Panels) schließlich triumphiert DD. Am Ende taucht Kingpin auf, lässt ihn am Leben, übergibt ihm die Beweise gegen seine Feinde und auch Bullseye.

Das ist der Beginn einer wunderbaren Feindschaft.

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Daredevil #169 (1981): Devils

Marvel

Bullseye ist wieder da! – Und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten … Als er von einem Hirntumor befreit werden sollte, hat er sich während der Operation befreit und irrt nun durch die Stadt. Der Tumor lässt ihn halluzinieren: Überall und in jedem sieht er seinen Erzfeind Daredevil. Also läuft er Amok und tötet wahllos Unschuldige.

Dann setzt sich Bullseye in ein Kino, wo gerade The Maltese Falcon (dt. Die Spur des Falken) läuft, der Film-Noir-Klassiker von 1941 mit Humphrey Bogart, der auf einem Roman von Dashiell Hammett basiert. Und hier findet der eigentliche Höhepunkt der Story statt, denn während Bullseye auf Zuschauer losgeht, sind zwei Filmfreaks mit Fachsimpeleien über die historische Bedeutung des Films beschäftigt. Hier erweist sich Frank Miller als verspielter Erzähler, der gerne einem Amoklauf einen cineastischen Mini-Essay gegenüberstellt.

Als Bullseye die beiden Nerds entführt, legt er dar, dass nur in Filmen die Guten gewinnen: „In real life, if he’s quick and smart and nasty enough — the bad guy wins!“ Diese Beobachtung scheint auf Comics nicht zuzutreffen, denn bisher hat Daredevil immer gesiegt (genauso wie alle seine Kollegen) und Bullseye hat auch noch keinen Triumph erlangt, aber vielleicht muss er halt noch schneller, smarter und fieser werden. Vielleicht denkt er, man muss es nur oft genug versuchen, bis man Erfolg hat.

Spoiler: Auch hier wird nix draus.

Nach dem Endkampf ist Daredevil zu erschöpft, um den bewusstlosen Bullseye vor der einfahrenden U-Bahn zu retten. Er verdiene zu sterben, denkt sich der Held, Bullseye würde sonst wieder töten. Er hasst ihn – und ringt sich dann doch dazu durch, seinen Todfeind nicht sterben zu lassen. Diese Entscheidung verteidigt er am Ende auch im Disput mit dem Polizisten Nick Manolis, der Daredevil die Schuld an Bullseyes nächsten Opfern gibt. Daredevil antwortet nicht – er weiß, er hat das Richtige getan.

Übrigens: Elektra findet heraus, dass Matt Murdock bereits eine andere hat … Dazu später mehr.

Mehr Bullseye:

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Daredevil #159-161: Bullseye

Marvel

Ein gewisser Poindexter setzt ein Kopfgeld auf Daredevil aus: (nur) eine halbe Million Dollar. Der Gangster Eric Slaughter und seine Männer nehmen das Angebot gerne an, locken Daredevil in eine Falle und gehen auf ihn los – doch, o Wunder, sie scheitern. Da wird Mr. Poindexter wohl selbst die Sache erledigen müssen. Wie gut, dass er Bullseye ist, der Mann, der (fast) nie verfehlt.

Warum nicht gleich so? Sonst gäbe es das mysteriöse Setup nicht. So ist es spannender. Bullseye entführt Black Widow. Daredevil vermöbelt zwischendurch ein paar Gangster, bis die Spur zum Vergnügungspark in Coney Island führt. Auf einer Achterbahn hat Bullseye Black Widow gefesselt. Daredevil stürzt sich ins Kampfgetümmel und in den Kugelhagel, doch dann stellt sich heraus, dass da nur eine Widow-Puppe hing.

DD wusste das längst, klar. Nur wieso hat er dann sein Leben dafür riskiert? Egal. Showdown im Zirkus mit Messerwerfer. Auch hier lässt Bullseye lieber machen als selbst zu werfen. Doch Natasha wartet nicht, bis sie gerettet wird, sondern befreit sich selbst. Da eilt auch schon Daredevil herbei, um Bullseye zu vermöbeln. Da kann der Schurke noch so viele Bälle nach ihm werfen, der Teufel triumphiert.

Als Bullseye dann die Gelegenheit hat, seinen Gegner zu erschießen, tut er es nicht. Der Mann ohne Furcht schüchtert ihn zu sehr ein. Und auch sein Schießbefehl an Slaughter und seine Jungs wird nicht erhört. DD hat sich Respekt in der Unterwelt verdient. Der große Bullseye schrumpft auf Kleinformat, was sich auch in Frank Millers Panels bemerkbar macht.

Übrigens: Währenddessen findet Reporter Ben Urich heraus, dass Daredevil Matt Murdock ist …

Mehr über Bullseye:

Daredevil #141/146: Bullseye (1977)

Marvel

Foggy lebt gefährlich. Weil er einem Immobilienhai namens Maxwell Glenn auf der Spur ist, schickt dieser Attentäter auf ihn los. Einer erwischt ihn in einer Telefonzelle, doch Foggy trägt eine schusssichere Weste – zu Glück hat der Attentäter nicht auf seinen Kopf gezielt.

Doch später fährt ein Auto am Storefront-Büro von Nelson & Murdock vorbei und jemand ballert von dort aus wieder los. Matt kann Foggy rechtzeitig in Deckung bringen, dann verfolgt er den Wagen als Daredevil und sieht, wie Bullseye hinausspringt, bevor das Auto im Wasser landet.

Der Mann, der niemals verfehlt, hat also verfehlt – und er verfehlt auch, als er auf Daredevil schießt. Beim Kampf landen beide im Wasser. Als DD herauskommt und wartet, dass auch sein Gegner auftaucht, wirft Bullseye einen Papierflieger und knockt ihn damit aus. Wo er das Papier herhat, wie er es geschafft hat, mit nassen Händen den zu falten und zielsicher zu werfen – all das bleibt ebenso rätselhaft, wie warum DD dem Flieger nicht einfach ausweicht, sobald er ihn bemerkt. In der Zeit, in der er sich denkt „A paper plane?! Coming right at me! Can’t duck in –“ hätte er sich längst ducken können.

Bullseye knockt Daredevil mit einem Papierflieger aus. (Marvel)

Aber egal, dann gäbe es diese ganzseitige Papierfliegersequenz nicht und das, was dann folgt: Bullseye spannt Daredevil auf den riesigen Pfeil einer riesigen Armbrust und schießt ihn in Richtung einer steilen Felswand. Einfach nur erschießen wäre ja auch zu einfach gewesen. „I never mix business with pleasure“, sagt er. Aber DD töten muss dann doch „in style“ geschehen.

Leider hat er dabei vergessen, Daredevil seinen Stab wegzunehmen. Also kann der seinen Haken auswerfen in der Hoffnung, dass er zufällig eine Boje im Wasser erwischt, was er dann auch tut und seinen Flug ins Wasser lenkt. Dann zerbricht er den dicken Holzstamm mit schierer Muskelkraft und schwimmt an die Oberfläche. Müsste das Holz nicht von selbst nach oben treiben? Egal. Da kommt auch schon Nova vorbeigeflogen und holt ihn aus dem Wasser.

Duell im Fernsehstudio

Fünf Ausgaben später hört Daredevil zufällig Bullseyes Puls aus einer Menschenmenge heraus und folgt ihm als Matt Murdock in einen Waffenladen. Dort kann er im letzten Augenblick einen Überfall verhindern, den Bullseye mit einem falschen Golfball durchführen wollte. Den bekommt er dann an den Kopf geworfen.

Später kapert Bullseye ein Fernsehstudio, nimmt drei Geiseln gefangen und fordert Daredevil öffentlich zum Duell heraus – in sieben Minuten. Man kann nur hoffen, dass DD gerade fernsieht. In einer Stadt wie New York dauert es wahrscheinlich sieben Minuten, bis man mit dem Aufzug nach unten gefahren ist. Aber DD erscheint rechtzeitig.

Es folgen neun Seiten Werferei und Prügelei. Die meisten Prügel steckt Bullseye ein, da holt er in seiner Verzweiflung eine Pistole heraus, schießt und trifft DD in die Brust, aber nicht tödlich, da dieser ausweichen kann. Schließlich kann Daredevil verhindern, dass Bullseye eine Geisel tötet. Bullseye schießt auf einen Faden, an dem ein Messer hängt. Später fragt er sich, warum er nicht gleich die Geisel erschossen hat. Warum überhaupt die Messer? Damit hätte er jemandem höchstens am Kopf gekratzt.

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Daredevil #131-132 (1976): Bullseye

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Marvel

Er gilt als einer der besten Comicschurken und gilt als einer der gefährlichsten Gegner von Daredevil: Bullseye, der Mann mit der Zielscheibe auf dem Kopf, weil er nie sein Ziel verfehlt.

Gleich bei seinem ersten Auftritt erscheint er im blau-weißen Kostüm und erpresst einen Mann um 100.000 Dollar. Noch ehe dieser Gelegenheit bekommt zu zahlen, bringt Bullseye ihn um, indem er ihm einen Füller in den Hals wirft. Später erfahren wir: Das hatte er von Anfang an vor, um seinen künftigen Opfern zu zeigen, dass er es todernst meint – und auch um Daredevils Aufmerksamkeit zu erregen.

Von Jake Conover, einem Reporter des Daily Bugle, erfährt DD Bullseyes Vorgeschichte: Der war in Vietnam als Soldat und hat dort Menschen lieber das Bajonett in die Brust geworfen, als damit zu schießen. Warum? Weil er schon immer gut werfen konnte. Das erklärt alles nicht seine Motivation, aber sei’s drum. Später hat er dann als Söldner in Afrika seinen Umgang mit Waffen perfektioniert.

Tod in der Manege

Bei seiner ersten Konfrontation mit Daredevil bewirft Bullseye ihn mit einer Handgranate, die ihn wie durch ein Wunder nicht verletzt. Dann bewirft er DD mit Müll und lockt ihn in eine Zirkusmanege samt Publikum. Dort forrdert Bullseye unseren Helden heraus. Damit niemand abhaut oder die Polizei eingreift, richten Komplizen Maschinengewehre auf die Leute.

Also muss sich DD weiter mit allerhand Zeug bewerfen lassen: Seile, Kegel, ein Sack. Bullseye lässt einen Elefanten auf seinen Gegner losgehen und dann eine menschliche Kanonenkugel. DD kommt unbeschadet davon. Bullseye verliert das Interesse und will abhauen, dann ballert er mit einer Strahlenkanone auf einen Wassertank, lässt ihn verdampfen und verschwindet im Nebel und einer Massenpanik.

Schließlich versucht es Bullseye noch mal mit Erpressung. Geld oder Leben, keine Bullen – der Mann gehorcht, die Bullen ruft er trotzdem. Das gefällt Bullseye gar nicht und er will den Ungehorsam bestrafen, da fällt Daredevil ein und rettet den Tag. Diesmal weicht er gekonnt aus und vermöbelt seinen Gegner, denn er hat sich von der Erschütterung der Granate erholt.

Doch das war natürlich nur der Anfang. Bald schon soll Bullseye zurückkehren.

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