Daredevil #75-76 (1971): El Condor

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Marvel

Matt Murdock ist mit Staatsanwalt Foggy Nelson in dem lateinamerikanischen Land Delvadia unterwegs. Er vereitelt die Entführung eines US-Botschafters, der aber verletzt wird. Als ein Krankenwagen auftaucht, stellt sich heraus, dass darin ebenfalls Schurken stecken. Sie handeln im Auftrag von El Condor, einem maskierten Rebellen, der sich als mythischer Held ausgibt, der in einer Statue verewigt ist. Als dann auch noch ein weiterer US-Vertreter entführt wird, zieht Daredevil los, um ihn und den Botschafter zu retten. El Condor will derweil die Hauptstadt mit Kampfhubschraubern erobern.

Es ist jedes Mal seltsam, wenn Daredevil nicht in der Großstadt (sprich: New York) unterwegs ist. Er braucht nicht unbedingt Hochhäuser zum Herumschwingen, aber vor allem im Ausland wirkt er deplaziert. Gerade weil hier selten persönliche Konflikte zu erwarten sind. Mit dem plakativen Schurken „El Condor“ verbindet weder Matt noch die Leser etwas.

Gewissensbisse und Selbstvorwürfe

Autor Gerry Conway versucht den Mangel auszugleichen, indem er DD in Gewissensnöte bringt: Matt lügt Foggy zunächst an, dann knockt er ihn mit einem Schlag auf den Hinterkopf aus, um in Ruhe den Helden spielen zu können. Dabei rechtfertigt der Erzähler, dass solche Konflikte und das Prinzip Der-Zweck-heiligt-die-Mittel Helden und Märtyrer ausmachen. Dick aufgetragen? Oh ja. Die Erzählstimme nervt nicht nur, sie schwankt auch mal zwischen der Er- und der Du-Form, was noch mehr nervt.

Und dann gibt es noch Matts innere Monologe, in denen er seine Versäumnisse rekapituliert, vor allem die mit Karen. Er gibt sich die Schuld am Scheitern ihrer Beziehung und Beinahe-Ehe, weil er lieber Daredevil spielt. Das ist zwar schön und gut, aber wir haben das schon oft gelesen. Leider kommt die Karen-Handlung seit vielen Ausgaben nicht mehr vom Fleck, weil DD ständig anderweitig beschäftigt ist und in der Weltgeschichte herumturnt. Höchste Zeit, die Sache mit Karen weiterzubringen oder zu beenden.

Nächstes Mal ist wieder Spider-Man mit dabei – und Namor, der Sub-Mariner.

>> Daredevil-Comics

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