Gene Colan

Daredevil #97-98 (1973): Dark Messiah

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Marvel

Daredevil sieht dabei zu, wie ein Straßenakrobat namens Mordecai Jones bei einer Vorführung von einem Hund angefallen wird und auf den Hinterkopf fällt. Sanitäter bringen den jungen Mann ins Krankenhaus, doch dort kümmern sich weder Ärzte noch Schwestern um den Patienten. Stattdessen nimmt sich ein alter Mann im Schatten seiner an, heilt ihn nicht nur, sondern verpasst ihm auch Superkräfte und richtet etwas mit seinem Gehirn an, denn der junge Mann hält sich dann für einen „Dark Messiah“.

Er befreit Gefängnisinsassen und bildet ein Energiefeld im Park. Daredevil wird mit einem Energieschuss aus den Augen ausgeknockt. Beim zweiten Mal helfen drei Schergen des Dunklen Messias dabei: Josiah, der Schallwellen beherrscht, Macabee, der die „Elemente“ beherrscht, Uriah, der die Realität nach seinen Wünschen formen kann. Doch zunächst versuchen sie bloß, auf DD einzuprügeln, und da er ausweichen kann, verlieren sie schnell die Lust und hauen zusammen mit ihrem Anführer ab.

Reinigung durch Randale

Kurz darauf fängt die Bande an, in San Francisco zu randalieren, zerstören eine Straßenbahn und reißen den Boden auf – „Reinigung“ nennen sie das. DD und Black Widow können sie glücklicherweise mit einfachen Schlägen besiegen. Dann hopst ihr Anführer noch ein wenig in der Gegend herum, tötet einen Ladenbesitzer. Und da fällt es endlich Daredevil ein: Der Black Messiah ist der Straßenakrobat! Sobald er es ausgesprochen und den Schurken daran erinnert hat, explodiert dieser.

Das war angenehm einfach. Aber warum? Wahrscheinlich weil wir schon auf der letzten Seite sind und eine schnelle Lösung hermusste. Was das alles sollte, wer dahintersteckt – wir erfahren es nicht. Der selbsternannte Messias hatte nicht einmal eine Agenda. So bleibt auch diese Story ziemlich hohl.

Damit wird sehr unrühmlich ein neuer Autor eingeführt: Gerry Conway ist noch für den Plot zuständig gewesen, aber Steve Gerber schrieb die Dialoge. In der nächsten Ausgabe löst Gerber Conway ganz ab. Dann trifft unser Held auf Hawkeye!

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Daredevil #95-96 (1972): Man-Bull

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Bull Taurus will sich an Daredevil rächen, weil er ihm die Schuld dafür gibt, einst zum Hybridwesen Man-Bull gemacht worden zu sein. Was tut er also? Er lässt sich erneut zu Man-Bull machen, bricht aus dem Knast aus und reist nach San Francisco, wo sich DD durch die Gegend schwingt und wo Matt Murdock seinen neuen Job als Anwalt bei Partner Jason Sloan beginnt.

Doch schon am ersten Tag kommt Matt nicht zum Arbeiten, denn da braust ein fahrerloses Auto durch die Straßen. In Sekundenschnelle zieht er sich um, springt drauf und leitet es ins Wasser. Dahinter stecken Man-Bull und sein Handlanger Itch. Der Sinn dieser Aktion erschließt sich nicht wirklich. Woher haben sie gewusst, dass DD in der Nähe sein wird?

Egal. Später wird wild drauflosgeprügelt. Ein Stierkampf mit Black Widow, die ihren Mantel als rotes Tuch schwingt, dann eine Prügelei mit DD, der von Itch beendet wird, indem er dem Feind eine Kugel in den Kopf jagt. Black Widow schwört Rache, gibt Man-Bull Saures, bringt dann aber ihren Freund zunächst ins Krankenhaus. Mit Rücksicht auf seine Geheimidentität sind die Chirurgen so nett, ihn in Maske zu operieren.

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Datenschutz geht vor Gesundheit: Daredevils Maske wird bei der OP verschont. (Marvel)

Derweil verseuchen Man-Bull (plötzlich lila gefärbt) und Itch das Trinkwasser, um andere Menschen zu Halbwesen zu machen. Damit will er sich an den Leuten rächen, die sehr gemein zu ihm gewesen ist. Daher will er auch das Gegenmittel vernichten, das der Wissenschaftler hergestellt hat, um es gegen Lösegeld herauszugeben. Bevor Man-Bull den Mann töten kann, springt DD zur Hilfe und da er immer noch von der Operation angeschlagen ist, schafft er es nur, den Schurken an einen Anker zu binden und im Meer zu versenken.

Ob Man-Bull ertrinkt oder wieder mal davonkommt, scheint keinen zu kümmern. Ich werde ihn jedenfalls nicht vermissen, denn er hat auch hier nichts Interessantes zu sagen gehabt.

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Wer sagt, dass Marvel nicht zu seinen Fehlern steht? Daredevil vor dem echten Coit Tower. (Marvel)

Übrigens: In Daredevil #87 kämpfte DD gegen Electro im Coit Tower, der aber überhaupt nicht so aussah wie der in San Francisco. Den Fehler korrigiert Gene Colan hier mit einem Augenzwinkern.

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Daredevil #93-94: Indestructible Man (1972)

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Marvel

Da war noch eine Rechnung offen. Eigentlich hatten Matt Murdock und Natasha zuletzt Zoff gehabt, dann kam die Sache mit Damon Dran dazwischen. Natasha wurde entführt und Matt kämpfte als Daredevil gegen den Attentäter Blue Talon. Doch jetzt wird abgerechnet – und zwar mit handfesten Argumenten.

Plötzlich fällt Black Widow von hinten über Daredevil her. Seltsamerweise merkt er zunächst nicht, wer sich auf ihn stürzt. Sein Radarsinn spinnt gerade. Doch was ist mit dem Geruch? Selten kommt Daredevil auf die Idee, seine Nase zu benutzen. Die müsste auch ohne Supersinne ganz nützlich für einen Blinden sein …

Wie dem auch sei: Natasha greift ihn an. Sie wurde hypnotisiert. Lösung: Matt hält ihr die Augen zu, da fällt sie ihn Ohnmacht. Schnell noch die tickende Bombe an ihrem Gürtel weggeworfen und er kann sie nach Hause bringen. Kaum erwacht sie, will sie ihn wieder töten – und wird wieder ohnmächtig. Dank eines Schlammflecks am Stiefel (der Trick wird niemals alt) kann er herausfinden, wo ihr Entführer steckt.

Randale in San Francisco

In der Zwischenzeit findet Damon Dran die „Project Four“-Bombe und macht sich mit ihr zum Superschurken Indectructible Man, der Energiestrahlen schießt und zum Riesen heranwächst. Als solcher geht er randalierend auf San Francisco los. Die Polizei ist machtlos, auch das Militär kann ihm mit schwerer Artillerie nichts anhaben, also stürzen sich unsere Helden auf ihn, um ihn mit Seilen einzuwickeln und mit weiteren Schüssen zu pieksen. Bringt erwartungsgemäß auch nicht viel. Eigentlich ist das ein Fall für die Avengers.

Aber da kommt Danny Dran (Natashas alter Weggefährte beim Diebstahl von „Project Four“) und besiegt den Riesen mit einem einzigen Lanzenwurf. Weil er eine empfindliche Stelle trifft, schwinden dem Indectructible Man die Kräfte, er schrumpft auf Daredevil-Format, sodass der Titelheld ihn mit einem einzigen Tritt ausknocken kann.

Ach, ja: Danny stirbt den Heldentod. Die einzige, die das interessieren dürfte, ist Natasha. Wir können nur froh sein, dass diese überdehnte Storyline endlich beendet ist.

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Daredevil #92: On the Eve of the Talon (1972)

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Marvel

Seit elf Ausgaben wirkt Black Widow bei Daredevil mit, ist sogar Matt Murdocks neue Herzallerliebste. Nun steht ihr Name auch auf dem Cover, ganz groß, direkt unter Daredevil, der – wahrscheinlich aus Platzgründen – nur noch unten „Man Without Fear“ genannt wird. Doch leider hat Widow hier noch nicht viel zu tun.

Zuletzt gab es Beziehungsstreit, weil Natasha sich nicht gleichberechtigt fühlte (Daredevil #91). Jetzt hat sie ihn verlassen. Matt ist außer sich, zerstört einen Spiegel. Kann er ja eh nix mit anfangen. Doch er hat Symbolkraft: Ihm gehe es nur um sein Ego, belehrt ihn Chauffeur Ivan. Wenn es Matt wirklich um Natasha ginge, würde er nach ihr suchen. Psychiater hätte Ivan werden sollen.

Das tut er dann auch. Doch Natasha wurde mit Danny French von einem Bonzen namens Damon Dran entführt und in eine Art Trance oder Wachkoma versetzt. Jetzt will Dran aus French herausquetschen, wo sich die Bombe namens „Project Four“ befindet. Da bekommt er im Fernsehen mit, dass Reporter bereits eins und eins zusammengezählt und geschlossen haben: Matt Murdock ist Daredevil!

Alter Freund rettet Geheimidentität

Dran schickt einen Attentäter und Martial-Artist namens Yamura, den Blue Talon, los, um DD zu töten. Damit will er endlich Danny zum Reden bringen. Danny will aber nicht reden. Es kommt zum Kampf zwischen Daredevil und Blue Talon, der Klingen an den Händen trägt. Doch nach drei Seiten schlägt Blue Talon dabei eine Gasleitung kaputt und befördert sich ins Jenseits. Auch eine bequeme Lösung.

Doch was ist mit der Entlarvung von Matt Murdock? Der taucht beim Kampf vor Polizei und Kameras auf und behauptet, Daredevil sei sein Bruder Mike gewesen, nun habe ein anderer das Kostüm angezogen, dessen Identität er aber nicht offenbaren könne. Das stimmt sogar: Denn um die Täuschung perfekt zu machen, hat DD seinen Kumpel T’Challa alias Black Panther gebeten, die Rolle zu übernehmen. Zum Glück hatte der König von Wakanda gerade nichts Besseres zu tun, als an die Westküste zu fliegen, Theater zu spielen und seinen Kopf hinzuhalten. Was tut man nicht alles für alte Freunde?

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Daredevil #90-91: Mr. Fear (1972)

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Marvel

Daredevil und Black Widow schwingen sich durch San Francisco, da bekommt Natasha plötzlich Angst und fällt in die Tiefe. DD kann sie gerade noch auffangen. Woher kommt diese Panikattacke? Später ereilt auch DD das Problem. Nur mit Not kann er sich vor einem tödlichen Sturz bewahren. Doch trotz dieser Erfahrungen schwigt er sich (lebensmüde?) weiter mit Natasha durch die Stadt – diesmal muss sie ihn retten …

Eigentlich gibt es dafür nur eine Erklärung: Mr. Fear ist wieder da! Doch darauf kommt niemand, denn der (Zoltan Drago bzw. sein Nachfolger Starr Saxon) ist bekanntlich tot. Außerdem hat Natasha einen anderen im Verdacht: Danny French. Mit ihm hat sie mal Spionage betrieben und seit sie in San Francisco ist, stalkt er sie. Verbunden sind sie durch das ominöse „Project Four“. Endlich erzählt sie, was es damit auf sich hat: Sie haben einst einen Sprengkörper gestohlen, der stärker ist als ein Dutzend Wasserstoffbomben.

Die Rache des Anwalts

Doch dann findet Natasha heraus, dass Danny mittlerweile ganz andere Geschäfte treibt, die Bombe wertlos ist und er nichts mit den Panikattacken zu tun hat. Und so kommen wir wieder zurück zur naheliegenden Lösung: Mr. Fear ist wieder da. Beim Showdown auf einem Dach wird klar, wer hinter der Maske steckt: ein gewisser Anwalt namens Larry Cranston, den Matt von früher kennt. Er hatte Matt einen Job in seiner Kanzlei mit Partner Jason Sloan angeboten. Nun will er Rache: Cranston verabscheut Sloan, weil er die Lorbeeren einheimst, während er, Cranston, die ganze Arbeit macht. Und er verabscheut auch Matt Murdock, weil er ihm in der Schule offenbar die Show gestohlen hat.

Ob das als ein Mordmotiv reicht, sei mal dahingestellt. Aber warum als Mr. Fear? Beim Mord an Drago ist Cranston zufällig in der Nähe gewesen und hat von ihm Kostüm und Ausrüstung abgestaubt. Aber wie gut, dass Daredevil immer ein Anti-Angst-Mittel dabei hat (vielleicht auch daher „Man Without Fear?“). Nach der Demaskierung fehlt Mr. Fear offenbar die Kraft, weiterzukämpfen und er stürzt sich vom Dach. Sterben will er zwar nicht, er droht mit Revanche, aber offenbar hat er vergessen, dass er seinen Jetpack noch nicht angeschnallt hat und stürzt in den Tod.

Ein selten dämlicher Tod. Doch Matt hat andere Sorgen: Beziehungsstreit mit Natasha. Sie ist genervt von ihm, weil er sich nie bei ihr bedankt (obwohl sie ihm mehrfach das Leben gerettet hat) und sie nicht als eigenständige Person behandelt. Sie will nicht nur seine Partnerin sein, sondern eine Beziehung auf Augenhöhe. Ivan bestätigt es ihm später: Das war’s dann wohl mit Natasha …

Aber natürlich nur bis zur nächsten Ausgabe.

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Daredevil #87-89: Electro & Killgrave

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Marvel

Nachdem das Drama um Karen endlich beigelegt ist und Matt wieder zu Natasha Romanova (Black Widow) zurückgefunden hat (DD #86), wagen die beiden einen Neuanfang und ziehen nach San Francisco. Also zurück an die Westküste, in ein schönes Haus an einer steilen Straße. Daredevil entdeckt, dass die Golden Gate Bridge auch nur eine Brücke ist – irgendwie hat er sie sich größer vorgestellt.

Zufällig hat sich auch ein alter Feind die Stadt ausgesucht: Electro. Den zieht es nach Telegraph Hill, zum Coit Memorial Tower mit seinem Leuchtturm, der aber in Wirklichkeit ganz anders aussieht als von Gene Colan gezeichnet. Electro will von dort aus San Francisco Widerstandswillen brechen (wofür bleibt offen) und Rache üben an Daredevil. Als der Turm auffällig zu leuchten beginnt, stürzen sich DD und Black Widow in die Action, allerdings darf Natasha nicht mithelfen. Nach einem kurzen Kampf mit dem Teufelskerl stürzt Electro durch das Fenster des Turms in die Tiefe, kann sich aber dank seiner Kräfte retten und fliehen.

Wenn doch alles so einfach wär

Doch dann taucht noch ein alter Feind auf: Killgrave, the Purple Man! Er hat aufgestockt, befehligt jetzt einen Haufen williger Lakaien in Lila und ist in einer fliegenden Untertasse unterwegs. Auch er hat sinistre Pläne in Frisco, sieht sie durch DD gefährdet – also muss der Held sterben. Er stellt ihm eine Falle und nimmt ihn dank eines gedankenkontrollierten Mobs gefangen. Doch statt ihn zu töten, begeht er den Kardinalfehler aller Schurken: Er erzählt ihm, was bisher geschah. Da platzt plötzlich Natashas treuer Helfer Ivan rein und befreit DD allein aus der misslichen Lage – in nicht mal zwei Seiten.

Schließlich verbünden sich die beiden ungleichen Schurken. Killgrave ersucht Electro um Hilfe. Doch auch diese Allianz endet schnell: Widow nimmt sich Electro vor, DD Killgrave. Dank Blitzableitern und Daredevils Stab werden die Gegner besiegt. Killgrave verliert die Kontrolle über sein Ufo und stürzt ab in den (scheinbaren) Tod, was unsere Helden nicht zu kümmern scheint. „If only everything could be solved like this?“, sagt Natasha am Ende. Daredevil erwidert: „Only sometimes … thigs seem to go just your way.“

Doch nicht alles geht so leicht. Denn da ist immer noch Danny French, ein Mann aus Natashas Vergangenheit, der sie wegen eines ominösen „Project Four“ aufsucht und sie ungefragt angrabscht. Worum es dabei geht? Das erfahren wir beim nächsten Mal.

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Daredevil #86: Once Upon a Time — The Ox (1972)

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Marvel

Der Ox ist wieder da. Nicht, dass uns das groß kümmern muss, aber: War der nicht tot? Ja, doch der Tod ist bekanntlich kein Hindernis für Schurken wie Helden. Ox lebt im Körper von Karl Kragg weiter. Der wird vorzeitig aus dem Knast entlassen, weil er todkrank ist. Doch vorher erlebt er – dank Strahlung – noch einmal eine Art Angstblüte, indem er zu Ox mutiert. Plötzlich will er sich an Matt Murdock und Foggy Nelson rächen.

Die beiden bekommen gerade – wegen Matts Wiedervereinigung mit Karen (Daredevil #85) – viel Publicity im Fernsehen. Während das Paar ausgelassen feiert, bläst Foggy Trübsal, weil er als Staatsanwalt wegen Schuldgefühlen aufhören will. Ox crasht die Party und randaliert. Daredevil greift ein und verliert die erste Runde. Beim zweiten Mal siegt er. Zwischendurch darf ihn Karen nach Hause bringen – und schon kommen die alten Zweifel an der Beziehung zu ihm hoch.

Zurück zu Black Widow

So ist am Ende nicht interessant, was mit Ox/Kragg passiert (er stirbt wie angekündigt), sondern mit Matt und Karen: Sie trennen sich wieder! „There’s no room for a swashbuckling adventurer in the life of a movie star“, sagt Matt zu ihr. Und Karen sieht ein, dass sie mit ihrer Sentimentalität bloß versucht hat, eine Vergangenheit wiederzuholen, die sie längst hinter sich gelassen hat. Eine letzte Umarmung, ein Kuss – und das war’s dann wieder. Unfassbar.

Und kaum haben sie sich voneinander getrennt, kommt auch schon Natasha Romanov (Black Widow) bei Matt vorbei und fällt ihm in die Arme – wieder als wäre nichts gewesen. Wie eine Staffelübergabe.

Das nennt man wohl eine typische On-Off-Beziehung. Sieht ziemlich anstrengend aus. Wenn ihr in so was drinsteckt, lasst es bleiben. Trennt euch für immer. Oder kommt wieder zusammen. Heiratet am besten. Oder lasst euch scheiden. Oder … ach, ich weiß es doch auch nicht …

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Daredevil #85: Night Flight (1972)

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Marvel

Matt und Natasha (Black Widow) fliegen (nach ihrem Abenteuer und ihrem Techtelmechtel in der Schweiz, DD #84) gerade zurück nach Hause und turteln gemütlich herum, da stellt sich einer der Passagiere als Gladiator heraus und entführt mit seiner Bande das Flugzeug. Oder er versucht es zumindest. Denn das Heldenpaar schreitet sofort zur Tat: Man zieht sich um und prügelt – zusammen mit Natashas Diener Ivan – drauflos. Dann wird alles noch schlimmer: Gladiator hat drei Bomben an Bord, die er überflüssigerweise auch noch an die Brüste seiner Leute geklebt hat.

Der Schurke habe sich verändert, findet Daredevil: „The man I knew was ruthless…but no killer!“ Anscheinend dachte er, die Kreissägen an den Handgelenken wären nur Deko. Jedenfalls sind dann die Helden so schockiert, dass sie sich fesseln lassen. Aber nur kurz, denn dann befreit sich DD wieder und verprügelt alle Gauner, bevor sie das Cockpit übernehmen können. Dank Radarsinn hiflt der Held sogar den Piloten, sicher zu landen. Zum Glück ist auch ein Bombenentschärfer unter den Passagieren.

Matt und Karen wieder vereint

In der Zwischenzeit ist Karen mit ihrem neuen Freund (und Manager) unterwegs und sagt ihm, dass sie ständig an Matt denken muss. Er versucht, sie mit Küssen davon abzubringen. Doch auch Matt zweifelt an seiner Liebe zu Natasha. Als Karen und ihr Freund aber am Flughafen ankommen, treffen sie zufällig auf Matt und Natasha. Karen fällt ihm sofort in die Arme und sie küssen sich, als wäre nichts gewesen.

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Wenn man sich blind versteht: Karens und Matts Wiedervereinigung. (Marvel)

Natasha weint, ihr Herz ist gebrochen. Doch das Kapitel Black Widow ist für Daredevil damit noch längst nicht abgeschlossen …

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Daredevil #82-84: Black Widow & Assassin

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Daredevil #82-84 (Marvel)

Während Daredevil fast schon selbstmörderisch versucht, sich ohne sein geliebtes Stöckchen von Haus zu Haus zu schwingen (er hat es verloren in Daredevil #80-81), geht Black Widow (dem Spider-Man-Schurken) Scorpion in die Falle und wird von seinem (verzeiht die Zweideutigkeit) Schwanz ausgeknockt. Natashas Chauffeur bricht daraufhin in Matts Wohnung zusammen und überbringt dabei eine Nachricht: Wenn er Natashas Leben retten will, soll er in den Central Park kommen. Dort wartet Scorpion, der nicht nur weiß, dass Daredevil Matt Murdock ist, sondern der auch unter dem Einfluss von Mr. Kline bzw. Assassin steht, jenem bösen Androiden, der auch Foggy Nelson erpresst.

Foggy versucht derweil, Assassin zu ermorden, weil er die geforderte Summe nicht zahlen kann. Doch er scheitert. Der Schurke erklärt ihn zu seinem Handlanger.

Scorpion verschleppt Natasha auf die Baustelle des Word Trade Centers, Daredevil versucht, sie zu retten, Scorpion stürzt in die Tiefe, Natasha will ihn noch mit ihrem Netz auffangen, doch er stirbt. Ein Wachmann beschuldigt dann Natasha des Mordes.

Black Widow unter Mordverdacht

DD will sie überreden, sich der Polizei zu stellen, aber da sie vermutet, als Russin nicht fair behandelt zu werden, haut sie ab. DD fängt sie nach einer kleinen Rauferei wieder ein und verspricht ihr, im Büro des Staatsanwalts ein gutes Wort für sie einzulegen. Leider ist Foggy aber nicht auf ihrer Seite, sondern handelt im Sinne von Assassin.

Während des Prozesses jagt Mr. Hyde Scorpions Leiche in die Luft. Weil damit ein wichtiges Beweisstück fehlt, lässt Foggy die Anklage fallen. Natasha will sich daraufhin für eine Weile zurückziehen, um nachzudenken über einen Mann, den sie liebt – und das ist Daredevil. Der Weg ist frei: Obwohl Karen immer noch Matt anschmachtet, baut sie eine Beziehung mit ihrem Agenten auf. Offenbar hat das tragische Liebespaar es immer noch nicht geschafft, einander anzurufen und über alles zu reden. Nun wird also Natasha die Lücke in Matts Herzen füllen.

Finale in der Schweiz

Natasha macht zur Erholung Skiurlaub in der Schweiz und lernt einen gewissen Emil Borgdsky kennen, der sich ebenfalls als Sowjet ausgibt. Aber natürlich steckt hinter der Maske Assassin. Er erzählt ihr, dass er gewisse Formen der Blindheit heilen kann. Natasha zitiert Matt her und ohne Gründe zu erfahren, fliegt er sofort hin, was sofort zu einem innigen Begrüßungskuss führt – und auch anscheinend auch zu mehr, doch das bleibt der Fantasie der Leser überlassen.

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Matt Murdock und Natasha Romanoff kommen sich näher. (Marvel)

Kurz darauf schlüpft Matt ins Daredevilkostüm und findet Assassin, der im Auftrag eines gewissen Baal handelt. Die beiden stammen aus der fernen Zukunft und versuchen mit ihren sinistren Machenschaften, die Zerstörung der Welt in einigen Jahrtausenden aufzuhalten. Anscheinend hat ein Computer die Weltherrschaft erlangt und alles vernichtet. Die bisherigen Schurken, die sie geschickt haben (Scorpion, Hyde) waren bloß weitere Androiden. Wozu der ganze Aufwand konkret gut war, das wird trotz allem nicht klar.

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Schurken für den guten Zweck: Assassin und Baal. (Marvel)

Auch DD will den guten Zweck nicht richtig einsehen, wahrscheinlich auch weil er mit Laserstrahlen angegriffen wird. Und just als Natasha als Black Widow auftaucht, ist der Kampf leider vorbei, sodass sie nichts beitragen kann. Da kommen auch schon andere Androiden aus der noch ferneren Zukunft, um Assassin mitzunehmen. Hätten sie nicht früher kommen können? Klar, aber dann hätte es die Geschichte nicht gegeben.

Übrigens: Warum muss Natasha jedes Mal beim Umziehen und/oder Duschen gezeigt werden?

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Daredevil #80-81 (1971): Owl und Black Widow

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Marvel

The Owl ist wieder da! Und zum ersten Mal taucht auch Black Widow bei Daredevil auf. Wobei Tauchen wörtlich gemeint ist, wie man am Cover sehen kann. Überhaupt: die Cover! Nebeneinander bilden sie eine schöne Symmetrie: hier stürzt Daredevil von der Leiter des Hubschraubers, im Hintergrund der Übeltäter Owl, da liegt der Held am Meeresgrund, im Hintergrund seine Retterin in der Not. Aber noch mal ganz von vorn.

Owl arbeitet diesmal im Auftrag des ominösen Mr. Kline, dessen Identität unbekannt ist und der bereits Staatsanwalt Foggy Nelson erpresst (siehe Dardevil #79).Kline wiederum dient einem höheren Meister.

Der Plan: Daredevil schnappen. Eine Bande von Owl-Handlangern in Eulenmasken kommen mit dem Owl-Hubschrauber und rauben ein Kaufhaus aus. Dabei versprühen sie Betäubungsgas. Daredevil schlägt sich mehr schlecht als recht da durch. Aus der Ferne sehen Owl und auch Karen zu. Der Held bekommt eine Kugel an den Kopf, die ihn aber nur schrammt. Dann springt er auf den Helikopter, liefert sich einen Kampf mit Owl und stürzt dabei ins Wasser.

Während Owl wegfliegt, rettet Natasha Romanoff (Romanova) alias Black Widow, die zufällig in der Gegend ist, Daredevil vor dem Ertrinken. Er bekommt zunächst nicht mit, wer sie ist, weil sie sich, als er wieder das Bewusstsein erlangt, seltsamerweise versteckt. Beim nächsten Überfall von Owl und Co. verhindern sie dann gemeinsam das Schlimmste. Mr. Kline offenbart sich als Android, der dann von seinem Meister zu „Assassin“ umgetauft wird.

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Mister Kline wird zum „Assassin“ befördert. (Marvel)

Eine banale Story, wäre da nicht das Melodrama mit Karen und Matt, die sich aus der Ferne immer bloß anschmachten und sich zum x-ten Mal hinterfragen. Die Handlung kommt aber durch all das nicht in Gang, die beiden haben sich zuletzt in Daredevil #67 gesehen – also vor über einem Comicjahr. (Karen findet Trost bei ihrem Manager.)

Nahezu unerträglich wird das Ganze mit der Erzählstimme in den Captions, in denen ein junger Gerry Conway versucht, einer Mischung von Superhelden-Pulp und Daily-Soap einen Anstrich von literarischem Anspruch zu geben und dabei in unsäglichen Kitsch abdriftet.

Da liest man dann Sätze wie: „Confusion — everywhere, chaos and disorder — everywhere, insanity so blatant, even the sane are mad—! What can he do? He does what he has to — he fights!“ Oder so ein aufgeblasenes Geschwätz wie: „Even in those movements which seem so simple, so uncluttered with complexity—When good battles evil on the most obvious of terms — Even in these– the questions must be asked — the questions that determine the higher moral motive — and in this case— Who can say what true motive moves Matt Murdock? Why, Daredevil? Why did you fight so hard?“

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Karen trauert um den vermeintlich toten Matt. (Marvel)

Gefolgt von vier weiteren Captions mit vier weiteren Fragen, statt uns einfach zu sagen, was Matts Grund ist. Aber nein, dann wird Daredevil selbst zum Antworten aufgefordert. Ein Gefallen, den er uns nicht tun kann, weil er die Erzählstimme bekanntlich nicht hört. Aber Conway hört einfach nicht auf, weiterzulabern. Bei Karen stecken die Panels dann voller vor Pathos triefender Captions, die den Leser ansprechen. Besonders peinlich ist es, dass Daredevil einen Handlanger fragt „Who does your dialogue –? Jane Austin?“ und dabei Jane Austen auch noch falsch geschrieben ist.

Conway erweist sich damit nicht nur als Schwätzer, sondern auch als inkonsistenter Erzähler. Sein Stil schwankt von Ausgabe zu Ausgabe. Hier ist er nahezu unerträglich. Ich vermisse die 60er, in denen noch der gute alte Stan Lee die Texte schrieb, der hatte auch Humor. Aber hoffentlich ändert sich das bald, wenn Black Widow eine größere Rolle spielt.

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