Gene Colan

Daredevil #90-91: Mr. Fear (1972)

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Daredevil und Black Widow schwingen sich durch San Francisco, da bekommt Natasha plötzlich Angst und fällt in die Tiefe. DD kann sie gerade noch auffangen. Woher kommt diese Panikattacke? Später ereilt auch DD das Problem. Nur mit Not kann er sich vor einem tödlichen Sturz bewahren. Doch trotz dieser Erfahrungen schwigt er sich (lebensmüde?) weiter mit Natasha durch die Stadt – diesmal muss sie ihn retten …

Eigentlich gibt es dafür nur eine Erklärung: Mr. Fear ist wieder da! Doch darauf kommt niemand, denn der (Zoltan Drago bzw. sein Nachfolger Starr Saxon) ist bekanntlich tot. Außerdem hat Natasha einen anderen im Verdacht: Danny French. Mit ihm hat sie mal Spionage betrieben und seit sie in San Francisco ist, stalkt er sie. Verbunden sind sie durch das ominöse „Project Four“. Endlich erzählt sie, was es damit auf sich hat: Sie haben einst einen Sprengkörper gestohlen, der stärker ist als ein Dutzend Wasserstoffbomben.

Die Rache des Anwalts

Doch dann findet Natasha heraus, dass Danny mittlerweile ganz andere Geschäfte treibt, die Bombe wertlos ist und er nichts mit den Panikattacken zu tun hat. Und so kommen wir wieder zurück zur naheliegenden Lösung: Mr. Fear ist wieder da. Beim Showdown auf einem Dach wird klar, wer hinter der Maske steckt: ein gewisser Anwalt namens Larry Cranston, den Matt von früher kennt. Er hatte Matt einen Job in seiner Kanzlei mit Partner Jason Sloan angeboten. Nun will er Rache: Cranston verabscheut Sloan, weil er die Lorbeeren einheimst, während er, Cranston, die ganze Arbeit macht. Und er verabscheut auch Matt Murdock, weil er ihm in der Schule offenbar die Show gestohlen hat.

Ob das als ein Mordmotiv reicht, sei mal dahingestellt. Aber warum als Mr. Fear? Beim Mord an Drago ist Cranston zufällig in der Nähe gewesen und hat von ihm Kostüm und Ausrüstung abgestaubt. Aber wie gut, dass Daredevil immer ein Anti-Angst-Mittel dabei hat (vielleicht auch daher „Man Without Fear?“). Nach der Demaskierung fehlt Mr. Fear offenbar die Kraft, weiterzukämpfen und er stürzt sich vom Dach. Sterben will er zwar nicht, er droht mit Revanche, aber offenbar hat er vergessen, dass er seinen Jetpack noch nicht angeschnallt hat und stürzt in den Tod.

Ein selten dämlicher Tod. Doch Matt hat andere Sorgen: Beziehungsstreit mit Natasha. Sie ist genervt von ihm, weil er sich nie bei ihr bedankt (obwohl sie ihm mehrfach das Leben gerettet hat) und sie nicht als eigenständige Person behandelt. Sie will nicht nur seine Partnerin sein, sondern eine Beziehung auf Augenhöhe. Ivan bestätigt es ihm später: Das war’s dann wohl mit Natasha …

Aber natürlich nur bis zur nächsten Ausgabe.

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Daredevil #87-89: Electro & Killgrave

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Marvel

Nachdem das Drama um Karen endlich beigelegt ist und Matt wieder zu Natasha Romanova (Black Widow) zurückgefunden hat (DD #86), wagen die beiden einen Neuanfang und ziehen nach San Francisco. Also zurück an die Westküste, in ein schönes Haus an einer steilen Straße. Daredevil entdeckt, dass die Golden Gate Bridge auch nur eine Brücke ist – irgendwie hat er sie sich größer vorgestellt.

Zufällig hat sich auch ein alter Feind die Stadt ausgesucht: Electro. Den zieht es nach Telegraph Hill, zum Coit Memorial Tower mit seinem Leuchtturm, der aber in Wirklichkeit ganz anders aussieht als von Gene Colan gezeichnet. Electro will von dort aus San Francisco Widerstandswillen brechen (wofür bleibt offen) und Rache üben an Daredevil. Als der Turm auffällig zu leuchten beginnt, stürzen sich DD und Black Widow in die Action, allerdings darf Natasha nicht mithelfen. Nach einem kurzen Kampf mit dem Teufelskerl stürzt Electro durch das Fenster des Turms in die Tiefe, kann sich aber dank seiner Kräfte retten und fliehen.

Wenn doch alles so einfach wär

Doch dann taucht noch ein alter Feind auf: Killgrave, the Purple Man! Er hat aufgestockt, befehligt jetzt einen Haufen williger Lakaien in Lila und ist in einer fliegenden Untertasse unterwegs. Auch er hat sinistre Pläne in Frisco, sieht sie durch DD gefährdet – also muss der Held sterben. Er stellt ihm eine Falle und nimmt ihn dank eines gedankenkontrollierten Mobs gefangen. Doch statt ihn zu töten, begeht er den Kardinalfehler aller Schurken: Er erzählt ihm, was bisher geschah. Da platzt plötzlich Natashas treuer Helfer Ivan rein und befreit DD allein aus der misslichen Lage – in nicht mal zwei Seiten.

Schließlich verbünden sich die beiden ungleichen Schurken. Killgrave ersucht Electro um Hilfe. Doch auch diese Allianz endet schnell: Widow nimmt sich Electro vor, DD Killgrave. Dank Blitzableitern und Daredevils Stab werden die Gegner besiegt. Killgrave verliert die Kontrolle über sein Ufo und stürzt ab in den (scheinbaren) Tod, was unsere Helden nicht zu kümmern scheint. „If only everything could be solved like this?“, sagt Natasha am Ende. Daredevil erwidert: „Only sometimes … thigs seem to go just your way.“

Doch nicht alles geht so leicht. Denn da ist immer noch Danny French, ein Mann aus Natashas Vergangenheit, der sie wegen eines ominösen „Project Four“ aufsucht und sie ungefragt angrabscht. Worum es dabei geht? Das erfahren wir beim nächsten Mal.

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Daredevil #86: Once Upon a Time — The Ox (1972)

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Der Ox ist wieder da. Nicht, dass uns das groß kümmern muss, aber: War der nicht tot? Ja, doch der Tod ist bekanntlich kein Hindernis für Schurken wie Helden. Ox lebt im Körper von Karl Kragg weiter. Der wird vorzeitig aus dem Knast entlassen, weil er todkrank ist. Doch vorher erlebt er – dank Strahlung – noch einmal eine Art Angstblüte, indem er zu Ox mutiert. Plötzlich will er sich an Matt Murdock und Foggy Nelson rächen.

Die beiden bekommen gerade – wegen Matts Wiedervereinigung mit Karen (Daredevil #85) – viel Publicity im Fernsehen. Während das Paar ausgelassen feiert, bläst Foggy Trübsal, weil er als Staatsanwalt wegen Schuldgefühlen aufhören will. Ox crasht die Party und randaliert. Daredevil greift ein und verliert die erste Runde. Beim zweiten Mal siegt er. Zwischendurch darf ihn Karen nach Hause bringen – und schon kommen die alten Zweifel an der Beziehung zu ihm hoch.

Zurück zu Black Widow

So ist am Ende nicht interessant, was mit Ox/Kragg passiert (er stirbt wie angekündigt), sondern mit Matt und Karen: Sie trennen sich wieder! „There’s no room for a swashbuckling adventurer in the life of a movie star“, sagt Matt zu ihr. Und Karen sieht ein, dass sie mit ihrer Sentimentalität bloß versucht hat, eine Vergangenheit wiederzuholen, die sie längst hinter sich gelassen hat. Eine letzte Umarmung, ein Kuss – und das war’s dann wieder. Unfassbar.

Und kaum haben sie sich voneinander getrennt, kommt auch schon Natasha Romanov (Black Widow) bei Matt vorbei und fällt ihm in die Arme – wieder als wäre nichts gewesen. Wie eine Staffelübergabe.

Das nennt man wohl eine typische On-Off-Beziehung. Sieht ziemlich anstrengend aus. Wenn ihr in so was drinsteckt, lasst es bleiben. Trennt euch für immer. Oder kommt wieder zusammen. Heiratet am besten. Oder lasst euch scheiden. Oder … ach, ich weiß es doch auch nicht …

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Daredevil #85: Night Flight (1972)

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Marvel

Matt und Natasha (Black Widow) fliegen (nach ihrem Abenteuer und ihrem Techtelmechtel in der Schweiz, DD #84) gerade zurück nach Hause und turteln gemütlich herum, da stellt sich einer der Passagiere als Gladiator heraus und entführt mit seiner Bande das Flugzeug. Oder er versucht es zumindest. Denn das Heldenpaar schreitet sofort zur Tat: Man zieht sich um und prügelt – zusammen mit Natashas Diener Ivan – drauflos. Dann wird alles noch schlimmer: Gladiator hat drei Bomben an Bord, die er überflüssigerweise auch noch an die Brüste seiner Leute geklebt hat.

Der Schurke habe sich verändert, findet Daredevil: „The man I knew was ruthless…but no killer!“ Anscheinend dachte er, die Kreissägen an den Handgelenken wären nur Deko. Jedenfalls sind dann die Helden so schockiert, dass sie sich fesseln lassen. Aber nur kurz, denn dann befreit sich DD wieder und verprügelt alle Gauner, bevor sie das Cockpit übernehmen können. Dank Radarsinn hiflt der Held sogar den Piloten, sicher zu landen. Zum Glück ist auch ein Bombenentschärfer unter den Passagieren.

Matt und Karen wieder vereint

In der Zwischenzeit ist Karen mit ihrem neuen Freund (und Manager) unterwegs und sagt ihm, dass sie ständig an Matt denken muss. Er versucht, sie mit Küssen davon abzubringen. Doch auch Matt zweifelt an seiner Liebe zu Natasha. Als Karen und ihr Freund aber am Flughafen ankommen, treffen sie zufällig auf Matt und Natasha. Karen fällt ihm sofort in die Arme und sie küssen sich, als wäre nichts gewesen.

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Wenn man sich blind versteht: Karens und Matts Wiedervereinigung. (Marvel)

Natasha weint, ihr Herz ist gebrochen. Doch das Kapitel Black Widow ist für Daredevil damit noch längst nicht abgeschlossen …

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Daredevil #82-84: Black Widow & Assassin

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Daredevil #82-84 (Marvel)

Während Daredevil fast schon selbstmörderisch versucht, sich ohne sein geliebtes Stöckchen von Haus zu Haus zu schwingen (er hat es verloren in Daredevil #80-81), geht Black Widow (dem Spider-Man-Schurken) Scorpion in die Falle und wird von seinem (verzeiht die Zweideutigkeit) Schwanz ausgeknockt. Natashas Chauffeur bricht daraufhin in Matts Wohnung zusammen und überbringt dabei eine Nachricht: Wenn er Natashas Leben retten will, soll er in den Central Park kommen. Dort wartet Scorpion, der nicht nur weiß, dass Daredevil Matt Murdock ist, sondern der auch unter dem Einfluss von Mr. Kline bzw. Assassin steht, jenem bösen Androiden, der auch Foggy Nelson erpresst.

Foggy versucht derweil, Assassin zu ermorden, weil er die geforderte Summe nicht zahlen kann. Doch er scheitert. Der Schurke erklärt ihn zu seinem Handlanger.

Scorpion verschleppt Natasha auf die Baustelle des Word Trade Centers, Daredevil versucht, sie zu retten, Scorpion stürzt in die Tiefe, Natasha will ihn noch mit ihrem Netz auffangen, doch er stirbt. Ein Wachmann beschuldigt dann Natasha des Mordes.

Black Widow unter Mordverdacht

DD will sie überreden, sich der Polizei zu stellen, aber da sie vermutet, als Russin nicht fair behandelt zu werden, haut sie ab. DD fängt sie nach einer kleinen Rauferei wieder ein und verspricht ihr, im Büro des Staatsanwalts ein gutes Wort für sie einzulegen. Leider ist Foggy aber nicht auf ihrer Seite, sondern handelt im Sinne von Assassin.

Während des Prozesses jagt Mr. Hyde Scorpions Leiche in die Luft. Weil damit ein wichtiges Beweisstück fehlt, lässt Foggy die Anklage fallen. Natasha will sich daraufhin für eine Weile zurückziehen, um nachzudenken über einen Mann, den sie liebt – und das ist Daredevil. Der Weg ist frei: Obwohl Karen immer noch Matt anschmachtet, baut sie eine Beziehung mit ihrem Agenten auf. Offenbar hat das tragische Liebespaar es immer noch nicht geschafft, einander anzurufen und über alles zu reden. Nun wird also Natasha die Lücke in Matts Herzen füllen.

Finale in der Schweiz

Natasha macht zur Erholung Skiurlaub in der Schweiz und lernt einen gewissen Emil Borgdsky kennen, der sich ebenfalls als Sowjet ausgibt. Aber natürlich steckt hinter der Maske Assassin. Er erzählt ihr, dass er gewisse Formen der Blindheit heilen kann. Natasha zitiert Matt her und ohne Gründe zu erfahren, fliegt er sofort hin, was sofort zu einem innigen Begrüßungskuss führt – und auch anscheinend auch zu mehr, doch das bleibt der Fantasie der Leser überlassen.

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Matt Murdock und Natasha Romanoff kommen sich näher. (Marvel)

Kurz darauf schlüpft Matt ins Daredevilkostüm und findet Assassin, der im Auftrag eines gewissen Baal handelt. Die beiden stammen aus der fernen Zukunft und versuchen mit ihren sinistren Machenschaften, die Zerstörung der Welt in einigen Jahrtausenden aufzuhalten. Anscheinend hat ein Computer die Weltherrschaft erlangt und alles vernichtet. Die bisherigen Schurken, die sie geschickt haben (Scorpion, Hyde) waren bloß weitere Androiden. Wozu der ganze Aufwand konkret gut war, das wird trotz allem nicht klar.

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Schurken für den guten Zweck: Assassin und Baal. (Marvel)

Auch DD will den guten Zweck nicht richtig einsehen, wahrscheinlich auch weil er mit Laserstrahlen angegriffen wird. Und just als Natasha als Black Widow auftaucht, ist der Kampf leider vorbei, sodass sie nichts beitragen kann. Da kommen auch schon andere Androiden aus der noch ferneren Zukunft, um Assassin mitzunehmen. Hätten sie nicht früher kommen können? Klar, aber dann hätte es die Geschichte nicht gegeben.

Übrigens: Warum muss Natasha jedes Mal beim Umziehen und/oder Duschen gezeigt werden?

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Daredevil #80-81 (1971): Owl und Black Widow

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The Owl ist wieder da! Und zum ersten Mal taucht auch Black Widow bei Daredevil auf. Wobei Tauchen wörtlich gemeint ist, wie man am Cover sehen kann. Überhaupt: die Cover! Nebeneinander bilden sie eine schöne Symmetrie: hier stürzt Daredevil von der Leiter des Hubschraubers, im Hintergrund der Übeltäter Owl, da liegt der Held am Meeresgrund, im Hintergrund seine Retterin in der Not. Aber noch mal ganz von vorn.

Owl arbeitet diesmal im Auftrag des ominösen Mr. Kline, dessen Identität unbekannt ist und der bereits Staatsanwalt Foggy Nelson erpresst (siehe Dardevil #79).Kline wiederum dient einem höheren Meister.

Der Plan: Daredevil schnappen. Eine Bande von Owl-Handlangern in Eulenmasken kommen mit dem Owl-Hubschrauber und rauben ein Kaufhaus aus. Dabei versprühen sie Betäubungsgas. Daredevil schlägt sich mehr schlecht als recht da durch. Aus der Ferne sehen Owl und auch Karen zu. Der Held bekommt eine Kugel an den Kopf, die ihn aber nur schrammt. Dann springt er auf den Helikopter, liefert sich einen Kampf mit Owl und stürzt dabei ins Wasser.

Während Owl wegfliegt, rettet Natasha Romanoff (Romanova) alias Black Widow, die zufällig in der Gegend ist, Daredevil vor dem Ertrinken. Er bekommt zunächst nicht mit, wer sie ist, weil sie sich, als er wieder das Bewusstsein erlangt, seltsamerweise versteckt. Beim nächsten Überfall von Owl und Co. verhindern sie dann gemeinsam das Schlimmste. Mr. Kline offenbart sich als Android, der dann von seinem Meister zu „Assassin“ umgetauft wird.

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Mister Kline wird zum „Assassin“ befördert. (Marvel)

Eine banale Story, wäre da nicht das Melodrama mit Karen und Matt, die sich aus der Ferne immer bloß anschmachten und sich zum x-ten Mal hinterfragen. Die Handlung kommt aber durch all das nicht in Gang, die beiden haben sich zuletzt in Daredevil #67 gesehen – also vor über einem Comicjahr. (Karen findet Trost bei ihrem Manager.)

Nahezu unerträglich wird das Ganze mit der Erzählstimme in den Captions, in denen ein junger Gerry Conway versucht, einer Mischung von Superhelden-Pulp und Daily-Soap einen Anstrich von literarischem Anspruch zu geben und dabei in unsäglichen Kitsch abdriftet.

Da liest man dann Sätze wie: „Confusion — everywhere, chaos and disorder — everywhere, insanity so blatant, even the sane are mad—! What can he do? He does what he has to — he fights!“ Oder so ein aufgeblasenes Geschwätz wie: „Even in those movements which seem so simple, so uncluttered with complexity—When good battles evil on the most obvious of terms — Even in these– the questions must be asked — the questions that determine the higher moral motive — and in this case— Who can say what true motive moves Matt Murdock? Why, Daredevil? Why did you fight so hard?“

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Karen trauert um den vermeintlich toten Matt. (Marvel)

Gefolgt von vier weiteren Captions mit vier weiteren Fragen, statt uns einfach zu sagen, was Matts Grund ist. Aber nein, dann wird Daredevil selbst zum Antworten aufgefordert. Ein Gefallen, den er uns nicht tun kann, weil er die Erzählstimme bekanntlich nicht hört. Aber Conway hört einfach nicht auf, weiterzulabern. Bei Karen stecken die Panels dann voller vor Pathos triefender Captions, die den Leser ansprechen. Besonders peinlich ist es, dass Daredevil einen Handlanger fragt „Who does your dialogue –? Jane Austin?“ und dabei Jane Austen auch noch falsch geschrieben ist.

Conway erweist sich damit nicht nur als Schwätzer, sondern auch als inkonsistenter Erzähler. Sein Stil schwankt von Ausgabe zu Ausgabe. Hier ist er nahezu unerträglich. Ich vermisse die 60er, in denen noch der gute alte Stan Lee die Texte schrieb, der hatte auch Humor. Aber hoffentlich ändert sich das bald, wenn Black Widow eine größere Rolle spielt.

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Daredevil #78-79 (1971): Man-Bull

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Die 70er waren das Jahrzehnt der Monster und Chimären mit vorangestelltem „Man“: Man-Bat, Man-Wolf, Man-Thing und dann kam Gerry Conway noch mit „Man-Bull“ um die Ecke. Ein Minotaurus. Aber ihn so zu nennen, hätte wohl entlarvt, woher die Anleihe stammt. Und natürlich lässt auch Dr. Moreau grüßen, aber das nur nebenbei. Die Autoren legen nur bei Zitaten aus Casablanca und Blood, Sweat and Tears ihre Quellen offen.

Auf dem ersten Cover ist aber noch kein Minotaurus zu sehen, sondern Daredevil, der sich einen Gauner packt, mit ihm durch eine Gasse schwingt (wie schon vor ihm Spider-Man und Batman) und ihm mit dem Tod bedroht, wenn er ihm nicht sagt, wer Mr. Kline sei. Das Kuriose: Die Szene kommt nicht einmal im Ansatz im Heft vor. Mr. Kline ist lediglich eine Graue Eminenz, die Staatsanwalt Foggy Nelson um Geld erpresst. Foggy kann nicht zahlen. Identität und Hintergründe bleiben unklar. Daredevil weiß nichts davon.

Matt Murdock hat nur eines im Kopf: Karen. Ihr erster Film, „Tender Affair“, läuft gerade im Kino, sie selbst ist nach New York zurückgekehrt. Schluss mit Hollywood, zurück zu Matt.

Doch der hat anderes zu tun: Als Daredevil rettet er ein Hippie-Pärchen vor einer Bande Kleinganoven. Einer von denen heißt Taurus und nennt sich The Bull – und dreimal dürft ihr raten, wie es mit ihm weiter geht. Da die Hippies als Versuchskaninchen nicht verfügbar sind (und andere Hippies offenbar nicht aufzutreiben waren), verabreicht ein verrückter Wissenschaftler unserem Mr. Taurus eine experimentelle Spritze, die ihm Hörner und Fell wachsen lässt. Ehrlich gesagt sieht er mit seinem Maul, den Klauen und den Reißzähnen nicht wirklich wie ein Stier aus. Nicht mal die Hörner erinnern ein irgendein Rindvieh. Egal: Es kommt zum unvermeidlichen Kampf, wie immer wunderschön inszeniert von Meister Gene Colan.

Doch zuvor lässt DD das Hippie-Pärchen bei sich wohnen. Als Karen anruft, geht die Frau dran und das Melodrama mündet in ein Missverständnis: Matt hat eine andere! Dann schnappen sich die Ganoven doch noch das Paar und Matt befreit sie. Keilerei Nummer zwei – und schon ist’s mit Man-Bull wieder vorbei.

Es stellt sich heraus: Der Mann, der bei dem Experiment im Hintergrund die Fäden zieht, ist zufällig auch unser mysteriöser Mr. Kline. Wer das ist, das erfahrt ihr beim nächsten Mal. Kleiner Hinweis: Es ist ein alter Bekannter.

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Daredevil #77 (1971): And So Enters the Amazing Spider-Man

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„There goes the luckiest guy in the world“, denkt sich Spider-Man, als er Daredevil an sich vorbeischwingen sieht. Keine inneren Qualen, keine Sorgen, keine Furcht – im Gegensatz zu ihm, der mal wieder – oder immer noch – Ärger mit Gwen Stacy hat. Tja, wenn Spider-Man nur wüsste! Denn auch Daredevils Kopf ist voller Frauen. Einerseits die verflossene Karen Page, andererseits eine Frau namens Christine, die ihn sitzengelassen hat – egal, sie war ohnehin nur ein Ersatz für die eigentlich Geliebte …

Und dann taucht in New York einen großes tränenförmiges Etwas auf, das leuchtet und um ein Wort mit Namor bittet. Der Sub-Mariner steht zufällig in der Menschenmenge, zieht Mantel und Hut aus und versucht gerade, die Sache zu klären, da springt Daredevil herbei und bittet ihn rüde, sich zu verdrücken. Der Gehörnte scheint auf Krawall gebürstet zu sein (vielleicht wegen schlechter Vorerfahrungen, siehe Daredevil #7). Das lässt sich Namor nicht bieten und es kommt zu einem sinnlosen Kampf.

Damit die Angelegenheit noch interessanter wird, springt Spider-Man herbei, der ebenfalls sofort drauflosprügelt und Namor in sein Netz einwickelt wie einen Fisch. Doch dann erscheint aus der leuchtenden Träne eine Frau, die Namor und Spider-Man bittet, mitzukommen. Das tun sie auch, ohne dass sie wissen, worum es geht. Und ich habe auch keine Ahnung, denn die Story wird in der nächsten Sub-Mariner-Ausgabe fortgesetzt. Dieser zweifelhafte Dreikampf sollte wohl bloß die Verkaufszahlen für Daredevil ankurbeln.

Doch neben der Action passiert auch etwas Wichtiges: Foggy wird entführt und Karen kehrt nach New York zurück. Sie ruft Matt an, aber der geht zu spät ans Telefon, sodass sie sich verpassen. Wie tragisch! Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal.

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Daredevil #75-76 (1971): El Condor

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Matt Murdock ist mit Staatsanwalt Foggy Nelson in dem lateinamerikanischen Land Delvadia unterwegs. Er vereitelt die Entführung eines US-Botschafters, der aber verletzt wird. Als ein Krankenwagen auftaucht, stellt sich heraus, dass darin ebenfalls Schurken stecken. Sie handeln im Auftrag von El Condor, einem maskierten Rebellen, der sich als mythischer Held ausgibt, der in einer Statue verewigt ist. Als dann auch noch ein weiterer US-Vertreter entführt wird, zieht Daredevil los, um ihn und den Botschafter zu retten. El Condor will derweil die Hauptstadt mit Kampfhubschraubern erobern.

Es ist jedes Mal seltsam, wenn Daredevil nicht in der Großstadt (sprich: New York) unterwegs ist. Er braucht nicht unbedingt Hochhäuser zum Herumschwingen, aber vor allem im Ausland wirkt er deplaziert. Gerade weil hier selten persönliche Konflikte zu erwarten sind. Mit dem plakativen Schurken „El Condor“ verbindet weder Matt noch die Leser etwas.

Gewissensbisse und Selbstvorwürfe

Autor Gerry Conway versucht den Mangel auszugleichen, indem er DD in Gewissensnöte bringt: Matt lügt Foggy zunächst an, dann knockt er ihn mit einem Schlag auf den Hinterkopf aus, um in Ruhe den Helden spielen zu können. Dabei rechtfertigt der Erzähler, dass solche Konflikte und das Prinzip Der-Zweck-heiligt-die-Mittel Helden und Märtyrer ausmachen. Dick aufgetragen? Oh ja. Die Erzählstimme nervt nicht nur, sie schwankt auch mal zwischen der Er- und der Du-Form, was noch mehr nervt.

Und dann gibt es noch Matts innere Monologe, in denen er seine Versäumnisse rekapituliert, vor allem die mit Karen. Er gibt sich die Schuld am Scheitern ihrer Beziehung und Beinahe-Ehe, weil er lieber Daredevil spielt. Das ist zwar schön und gut, aber wir haben das schon oft gelesen. Leider kommt die Karen-Handlung seit vielen Ausgaben nicht mehr vom Fleck, weil DD ständig anderweitig beschäftigt ist und in der Weltgeschichte herumturnt. Höchste Zeit, die Sache mit Karen weiterzubringen oder zu beenden.

Nächstes Mal ist wieder Spider-Man mit dabei – und Namor, der Sub-Mariner.

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Daredevil #74 (1971): In the Country of the Blind

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Unter den Blinden ist der Einäugige König, heißt es. Daredevil ist als Blinder häufig einer, der mehr sieht als andere – das ist seine Superkraft. Doch was wäre, wenn tatsächlich einmal die Menschen um ihn herum erblinden?

Die Geschichte beginnt damit, dass Daredevil zunächst wieder zum Sehenden wird. Er mischt ein paar Einbrecher auf, einer verpasst ihm einen Schlag auf den Kopf und damit erhält er sein Augenlicht zurück. Doch kurz darauf wird die Welt um Matt wieder dunkel – er erwacht aus einem Traum.

So fühlt er sich oft: „Your whole life — a grasping dream, searching–always groping for the sight you’ll never have —even this Daredevil kick! Isn’t it only just another way to escape — escape your blindness?“

Da taucht Foggy Nelson bei ihm auf und sagt ihm, er könne nichts sehen. So geht es auch anderen in der Stadt. Nur drei Männer scheinen davon nicht betroffen zu sein und gehen nachts beim Juwelier shoppen, ohne zu bezahlen. Daredevil stürzt sich auf sie, wird aber übel zusammengeschlagen – man hat den Teufel schon in besserer Form gesehen.

Daredevil im Bunde mit Blinden

Ein Blinder namens Slate liest DD von der Straße auf und bringt ihn zu einem Blindenclub. Eine von ihnen weiß, dass die drei Gauner das Trinkwasser vergiftet haben, um New York erblinden zu lassen. Wie ein brillianter Chemiker sieht der Anführer der Bande zwar nicht aus (und warum er sich nicht anderweitig nützlich macht, bleibt ein Rätsel), aber sei’s drum. Gemeinsam mit den anderen Blinden kann Daredevil die drei Gauner besiegen. Eine Frau trifft sogar nach Gehör mit einer Zwille – das grenzt schon fast an Radarsinn.

Und was ist mit den blinden New Yorkern? Die sind einen Tag später wieder ganz die Alten. Daredevil aber ist um eine Erkenntnis reicher: „Maybe being Daredevil is an escape, but with the right people behind you — you can make anything work!“

Das ist ja alles schön und gut, aber was ist eigentlich mit Karen? Die ist in letzter Zeit ein blinder Fleck …

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