Daredevil #7 (1965): In Mortal Combat with… Sub-Mariner

Marvel Comics

Nach sechs Ausgaben in gelber Ringertracht (plus einer in Amazing Spider-Man #16) bekommt Daredevil endlich einen ordentlichen Stil verpasst: ein rotes Kostüm mit schwarzen Schatten. Endlich darf der Teufel wie einer aussehen, auch wenn er natürlich keiner ist – ganz im Gegenteil. Aber auch das macht den Reiz der Figur aus. Wie Batmans Aufzug zum Fürchten sein soll, ist Daredevil der furchtlose Teufel, vor dem die Verbrecher seiner Sphäre Respekt haben sollen. Wer dem Bösen dient, sollte sich vor der obersten Instanz in Acht nehmen.

In seinem ersten Abenteuer in rot trifft Daredevil auf Namor, den Sub-Mariner, den Antihelden, der bereits 1939 seinen ersten Comic-Auftritt hatte und zusammen mit Human Torch und Captain America einen der großen drei Helden beim Marvel-Vorgänger Timely bildete. (Namor wurde übrigens geschaffen von Bill Everett, der auch Daredevil mitschuf und die erste Ausgabe zeichnete.)

Der Sub-Mariner läuft Amok

Namor, Prinz von Atlantis und der Sieben Weltmeere etc., steigt aus dem Meer auf, um die Menschheit zu verklagen. Er beansprucht die Erdoberfläche für sein Unterwasservolk. Angestachelt dazu hat ihn Krang, sein Kriegsherr. Namor taucht also in New York auf und sucht sich erst mal einen Anwalt. Zufällig fällt die Wahl auf – na, wen wohl?  – Nelson & Murdock. Namor ist ein ungeduldiger Herrscher, deshalb verhält er sich wie die Axt im Walde: Er hat keine Lust, sich mit der Funktionsweise von Drehtüren zu beschäftigen, er will nicht auf den Aufzug warten, er zerlegt alles eigenhändig, Türen, Tische, zum Schluss bricht er durch die Wand, als Foggy und Matt ihm erklären, dass man nicht so einfach die Menschheit verklagen kann.

Dann sucht sich Namor eben einen Grund, weshalb sie die Menschen ihn verklagen, und er beginnt, in New York zu randalieren. Das Militär rückt an – und auch Daredevil, der nicht nur ein neues Kostüm hat, sondern auch seinen Stab zu einem Haken mit Seil umfunktioniert hat, sodass er sich wie Batman von Haus zu Haus schwingen kann. Zur Not tut es aber auch ein tieffliegendes Flugzeug als Mitfahrgelegenheit.

Rebellion in Atlantis

Beim ersten Duell zieht Namor Daredevil ins Wasser, er will ihn zu töten, überlegt es sich dann aber anders und wirft Daredevil aus dem Wasser, als dieser nicht mehr atmet. Namor lässt sich festnehmen und vors Gericht ziehen. Zum Glück kriegt er einen Termin am nächsten Tag. Als Namor gerade den Staatsanwalt angehen will, weil er sich respektlos behandelt fühlt, taucht Lady Dorma auf und teilt dem Prinzen mit, dass Warlord Krang eine Rebellion gegen ihn angezettelt hat.

Daraufhin will Namor zurück nach Atlantis und die Geschichte könnte hier einfach zu Ende sein, alle Probleme würden sich von selbst auflösen. Doch man lässt ihn nicht, weil ja noch ein paar Seiten gefüllt werden müssen. Zunächst überredet ihn Matt, noch bis morgen zu bleiben, doch als der Gerichtstermin verschoben wird, bricht Namor aus dem Knast aus. Wieder will ihn das Militär aufhalten – und dann stürzt sich Daredevil wieder in einen Kampf, den er nicht gewinnen kann.

Namor lässt Gnade walten

Daredevil wirft Rauch, er hängt sich an Namors geflügelte Füße und lässt sich von ihm in die Luft tragen (wie kann man mit den kleinen Flügeln überhaupt fliegen?), er rammt ihn mit einer Abrissbirne, lässt Trümmer auf ihn stürzen, versetzt ihm einen Stromschlag – nichts hilft. Am Ende liegt bloß der arme Teufel am Boden. Namor lässt ihn am Leben, aus Respekt. Nicht mal die Fantastic Four und die Avengers hätten mehr Mut bewiesen als Daredevil, denn dieser sei der Verletzlichste von allen. Der Sub-Mariner taucht wieder unter. Die Anklage muss warten.

Hätte man alles auch einfacher haben können, aber dann hätte es diesen spektakulären Kampf nicht gegeben. Aber wo waren in dem Moment gerade die Fantastic Four und die Avengers? Warum musste ausgerechnet es Daredevil allein mit Namor aufnehmen? Egal, denn spätestens jetzt ist klar, was für ein Teufelskerl unser Held wirklich ist.

Nächstes Mal: Stiltman!

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