Roy Thomas

Daredevil in Avengers #82 (1970)

avengers-82-daredevil

Marvel

Daredevil bei den Avengers? Ja, das gab es zuerst einmal ganz kurz: In Avengers #60 war der Teufel in einem Panel im Hintergrund zu sehen. Aber eine tragende Rolle spielt er erst in Avengers #82. Da werden die Helden Captain America, Thor, Iron Man und Quicksilver von den Horoskop-Schurken Zodiac auf einen Schlag ausgeschaltet und allein Daredevil und Black Panther müssen sie retten.

Warum gerade die beiden? Zodiac überrumpelt Manhattan und schottet die Insel von außen durch ein Kraftfeld ab, dazu werden noch Brücken zerstört, der Bürgermeister gefangen genommen, als eine von Millionen Geiseln. Dann verlangt Anführer Aries (Widder) Lösegeld: eine Milliarde Dollar! Die andere Hälfte der Avengers (Vision, Scarlet Witch, Goliath) ist gerade an der Westküste unterwegs, die Fantastic Four haben anderes zu tun, und Spider-Man bleibt lieber bei Tante May und sagt ihr nichts von der Invasion, um sie nicht aufzuregen.

Daredevil mahnt zur Zusammenarbeit

Black Panther holt Daredevil ab (der gerade als Matt Murdock von den Schurken abgeführt werden soll) und sie eilen los, um die Avengers zu befreien. Doch der Aufenthaltsort stellt sich als falsche Fährte heraus, eine Falle, um auch die anderen zu schnappen. Aries ballert mit einem riesigen goldenen Schlüssel (Ankh) um sich, die beiden Helden fliehen. Dann beschließt er, die vier gefangenen Avengers hinzurichten – vor Publikum im Madison Square Garden.

Matt mischt sich verkleidet mit blonder Perücke und Mike-Sonnenbrille unters Volk, probt den Aufstand und inspiriert so das Volk, sich gegen die Schurken aufzulehnen. Im allgemeinen Tumult steckt er seinen Stock in die Maschine, die die Avengers gefangenhält und befreit so die Helden. Mit vereinten Kräften ist Zodiac innerhalb kürzester Zeit besiegt. Thor jagt Aries zum Teufel.

Zum Schluss analysieren die Avengers ihre Fehler. Daredevil hält ihnen eine Standpauke: „We were all too hung up over our own special interests to see the big picture!“ Ihn erinnere die Situation an die Fabel von den drei blinden Männern, die versuchen, einen Elefanten zu beschreiben. Niemand wurde schlau aus den Einzelteilen, die sie befühlten, bis sie zusammenarbeiteten.

>> Daredevil-Comics

Daredevil #70-71: The Tribune

Daredevil-70-71.jpg

Marvel

Auf dem Hollywood-Boulevard in Los Angeles appelliert Schauspieler Buck Ralston in einer Ansprache an die Patrioten. Die „schweigende Mehrheit“ soll endlich die Stimme erheben. Zufällig geht Starlet Karen Page vorbei, die gerne in Ralstons Film mitspielen will, doch sich nicht für seine Rede erwärmen kann. Zu extrem sei sie ihr gewesen. Ralston vermutet, nach altem US-Brauch, Karen sei eine Kommunistin, und will sie im Auge behalten.

In New York geht derweil bei einer Demo vor dem Hilton eine Bombe hoch. Die Polizei verdächtigt die Demonstranten, prügelt auf sie ein und verschießt Tränengas. Journalisten-Legende Walter Cronkite berichtet höchstselbst von dem Vorfall und schlägt einen Vergleich zu den Unruhen 1968 in Chicago. Tatsächlich ist im Nachgang – analog zu den Chicago Seven – von den New York Three die Rede. Die drei Unschuldigen werden verdächtigt, die Bombe gezündet zu haben.

Doch Daredevil weiß es besser: Als eine drei andere Ganoven eine Sprengladung am Hilton zünden wollen, kommt er ihnen in die Quere, eine Dynamitstange geht trotzdem hoch. Die Polizei verdächtigt einen Jungen, der DD helfen will, hört aber nicht auf den Helden. Staatsanwalt Foggy Nelson ist zwar nicht überzeugt, dass die drei Jungs es waren, muss aber trotzdem Anklage gegen sie erheben. Daredevil wird vorgeladen.

Hinter all dem steckt aber ein Schurke: Buck Ralston, der sich The Tribune nennt, als Richter mit Maske aufspielt und Hippies mit einem Blitze verschießenden Hammer hinrichtet. Gegen den Krieg zu demonstrieren, ist für ihn Landesverrat. Später tötet der Tribune den Richter, der über die New York Three verhandeln soll und nimmt selbst seine Rolle ein. Seine Handlanger beschützen ihn, keiner wagt es, den Schauprozess zu stören. Foggy wird mit Gas ausgeknockt.

Doch zum Glück ist ja Daredevil da. Er zerstört Tribunes „Dominator“-Gürtel, mit dem er die Menge in Schach hält, verhindert den Mord an den Angeklagten und als der Tribune im Helikopter abhauen will, wirft er eine kleine Justitia-Statue ins Getriebe und der Heli explodiert. Etwas plumpe Symbolik, aber effektiv.

Mit dieser Story setzen die Autoren – Gary Friedrich, Roy Thomas und Len Wein – ein klares Statement für Bürgerrechte, gegen Rechtsextremismus und Autoritarismus. Das passte damals genauso in die Zeit wie heute.

>> Daredevil-Comics

Daredevil #69: A Life on the Line

Daredevil_Vol_1_69

Marvel

Daredevil fängt zwei Diebe in einem Lagerhaus, ein Komplize flieht mit einem Laster, kracht gegen eine Wand. Da taucht Black Panther auf und sie bringen den Jungen ins Krankenhaus. Matt Murdock holt den besten Chirurgen herbei, der kostenlos die Operation übernimmt.

Black Panther klärt auf: Der Junge heißt Lonnie Carver, sein Bruder Billy ist gerade aus Vietnam zurückgekehrt. Den will die Gang Thunderbolts anwerben, doch Billy will nicht Teil einer „hate-crew“ sein. Dafür setzt es Schläge vom Anführer der Bande. Außerdem muss er sich als „Uncle Tom“ beleidigen lassen. „I did my share of fightin‘ — an‘ I know what totin‘ a weapon can do to a man“, sagt Billy. „I’m thru with bloodshed–in rice paddies or in Harlem!“ Black Panther rettet ihn vor den Thunderbolts.

Außerdem ist er als Luke Charles Lehrer von Lonnie. Der interessiert sich aber im Geschichtsunterricht mehr fürs Bombenbauen und schwänzt daher schon bald, um sich den Thunderbolts anzuschließen. Im Krankenhaus hat Lonnie den Willen zum Leben verloren und murmelt was von Billy. Er wird die Nacht wohl nicht überleben.

Daredevil führt Black Panther zu einem Lagerhaus, wo sie die bewaffneten Thunderbolts aufmischen – dort ist auch Billy. Er ist aber kein Mitglied, sondern als Agent für den Staatsanwalt tätig (Foggy Nelson). Gemeinsam besiegen sie die Gang, Billy wird nur leicht verletzt.

Jetzt stellt sich nur die Frage, warum Lonnie den Lebenswillen verlor, weil sich sein Bruder der Gang angeschlossen hatte, wenn Lonnie selbst Teil der Gang war. Aber vielleicht führt das zu weit, denn bei dieser sozialkritischen Geschichte zählt wohl nur die gute Absicht, ein Statement zu machen.

>> Daredevil-Comics

 

Daredevil #68: Phoenix and the Fighter

Daredevil-68

Marvel

Nach seinem Intermezzo in Los Angeles ist Daredevil wieder zurück in der Heimat, New York City. Beim Herumschwingen durch Hochhausschluchten wird Daredevil Zeuge, wie es Ärger im Büro des Staatsanwalts Foggy Nelson gibt, der zufällig sein bester Freund ist. Ein Kostümierter namens Kragg und seine zwei Kumpels von seiner extremistischen Bande Phoenix bedrohen Foggy. DD kann die drei Gauner verjagen. Sie haben den Boxer Kid Gawaine gekauft, der im Madison Square Garden um die Meisterschaft kämpfen soll. Foggy wollte den Kauf untersuchen.

Als DD (mit den Fingern) sieht, dass Pop Fenton, der Trainer seines Vaters, den jungen Boxer trainiert, fährt er als Matt Murdock ins Trainingscamp. Kragg gefällt das gar nicht. Nach einem Handgemenge hat Gawaine genug von ihm. Kragg lässt ihn daraufhin aufmischen. DD rettet ihn.

Vor dem Kampf knockt Matt Gawaine mit einem Vulkaniergriff aus, maskiert sich wie er und übernimmt dessen Rolle im Ring. Das trifft sich gut, denn Kragg und seine Bande wollen Gawaine, da er nicht auf Kommando umfallen will, mit einem Zauberstrahl erblinden lassen. Sie haben Geld gegen ihn gesetzt und das Investment soll sich so auszahlen, um ihre eigentlichen Operationen zu finanzieren. Doch einen Blinden kann man nicht mehr blenden …

DD schlägt den Gegner k.o. und zusammen mit dem wieder erwachten Gawaine schaltet er die Schurken aus.

Matt Murdock tritt also in die Fußstapfen seines Vaters, Battling Jack Murdock, und macht ihm alle Ehre. Eine Prügelei im Ring hat er sich allerdings schon mit Captain America geliefert. Da war er allerdings nicht Herr über seine Sinne. Cool war’s trotzdem.

>> Daredevil-Comics

Daredevil #67: Stilt-Man Stalks the Soundstage

Daredevil-67

Marvel

Daredevil geht nicht nur nach Hollywood – jetzt geht er auch noch zum Film. Dazu braucht es nicht viel mehr Überzeugungsarbeit als ein Küsschen von Karen und 50.000 Dollar. Er soll zusammen mit seiner Angebeteten und dem Stunt-Master zusammenspielen, der noch immer keinen bürgerlichen Namen zu haben scheint.

Doch nicht nur, dass Staatsanwalt Foggy Nelson seinen Assistenten Matt in New York vermisst, da kommt auch noch ein alter Feind dazwischen: Stilt-Man! Der Stelzenmann hat sich diesmal etwas besonders Raffiniertes einfallen lassen: Er knockt den Stunt-Master in seinem Wohnmobil aus, maskiert sich wie er, packt seine Stelzen in zwei Schachteln und montiert sie später ans Motorrad. Beim Dreh will er sich an Daredevil rächen.

Gene Colan misst sich mit Fellini

Ganz schön aufwendig. Was ist eigentlich aus dem guten alten Hinterhalt geworden? Es wäre so viel einfacher. Und tatsächlich ist es gar nicht nötig, DD am Set fast mit dem Motorrad zu überfahren, dann sich ins Wasser fallen zu lassen, um sich dort umständlich umzuziehen und die Stelzen auszupacken. Als dann endlich Stilt-Man aus dem Wasser steigt, ist der Regisseur begeistert: Nicht mal Fellini könnte das toppen!

daredevil-67-stiltman.jpg

Colan vs. Fellini bzw. Daredevil gegen Stilt-Man (Marvel)

So weit ich weiß, hat Fellini sich nie an Actionfilmen geschweige denn Superhelden versucht, und es ist nicht überliefert, was er dazu gesagt hätte, aber Gene Colan versucht es trotzdem, den Kampf meisterhaft zu inszenieren. Zwei Seiten lang sieht man, wie DD ohne ein Wort zu verlieren Stilt-Man in ein Seil wickelt und ins Wasser kippen lässt. Die bewährte Methode ist immer noch die beste. Der ganze Aufwand war umsonst – vielleicht sollte er nächstes Mal mehr über den zweiten Teil des Plans nachdenken.

Ende der Geschichte. Matt muss zurück nach New York und will, dass Karen mitkommt. Sie würde lieber in Hollywood bleiben. Da wird Matt pampig: „Okay, lady! Take your time! Just remember … No man can wait forever!“ – Das war nicht so nett, gerade wenn man bedenkt, dass Karen es zuletzt war, die auf Matt gewartet hat …

>> Daredevil-Comics

Daredevil #65-66: Brother Brimstone

Daredevil-65-66.jpg

Marvel

Karen läuft durch eine vernebelte Nacht, sie flieht vor einem Mörder. Der Verfolger, ein Mann mit breitem Hut und Trenchcoat, holt sie ein und erwürgt sie. Sein Name: Brother Brimstone.

Doch das ist nur eine Filmszene. Karen spielt die Rolle in einer Fernsehserie, ihr erster Job als Schauspielerin in Los Angeles. Dafür erfährt der Darsteller von Brimstone, Ross Archer, dass er bald in der Serie sterben wird, und droht daraufhin, alle umzubringen. Nachdem er sein Stand-in ermordet hat, läuft er hinter Karen her – die Szene aus der Serie wiederholt sich in der Realität. Zum Glück ist Daredevil zur Stelle.

Nachdem er sie gerettet hat und Archer flieht, sprechen sich die beiden unglücklich Verliebten aus: Karen braucht Zeit für sich, um nachzudenken. Matt will das respektieren, aber trotzdem in der Nähe bleiben. Heute nennt man das Stalking. Er will sie beschützen, denn immerhin ist noch dieser Archer-Typ auf freiem Fuß. Kurz darauf taucht Brother Brimstone am Set auf und wirft mit einer Leiche um sich – doch der Tote ist Archer. Wer steckt also hinter der Maske?

Es beginnt ein kleiner Whodunit. Ein Crewmitglied verabredet sich mit Karen bei einem Asphaltsee, bei dem Mammutskelette und -modelle ausgestellt werden. Wie ein williges Opfer geht Karen hin und fordert ihr Glück heraus, da sie anscheinend weiß, dass Daredevil sie retten wird. So passiert es auch, der Mörder wird demaskiert und versinkt im flüssigen Asphalt.

Eine ziemlich schwache Vorstellung. Doch am Ende darf DD Karen wieder in Armen halten, während er die Handlung erklärt.

>> Daredevil-Comics

Daredevil #64: Suddenly…the Stunt-Master

daredevil-64

Marvel

Daredevil schwingt sich durch die Stadt und sucht verzweifelt die Frau, die er liebt. Doch die Stadt ist eine andere als New York – unser Held ist in Los Angeles! Karen ist dort hingeflogen, nachdem Matt sie versetzt hat, weil er lieber gegen den Gladiator kämpfte (Daredevil #63). Sie versucht nun ihr Glück als Schauspielerin.

Statt Karen findet DD aber einen anderen alten Bekannten: den Stunt-Master. Der konnte dem Knast durch Glück entgehen, nun will er es wieder mit ehrlicher Arbeit versuchen, als Stuntman. Doch kaum hat er ein Engagement beim Film, stellt sich der Job als krumme Tour heraus: Er soll jemandem während der Fahrt eine Tasche rauben. Das Diebesgut: eine wertvolle Filmrolle. (Allerdings ist auch das nur ein Betrug, da der Beraubte Bescheid weiß.) Wider Willen lässt er sich drauf ein, wird sofort von Daredevil abgefangen und liefert sich ein kurzes Duell auf dem Motorrad.

Stunt-Master hängt ihn irgendwie ab und bringt die Beue heim, dann prügelt er plötzlich auf die anderen Gauner ein, denn er hat mit Daredevil Kostüme getauscht. Gemeinsam nehmen sie die Bande hoch. Stunt-Master hat sich, dank guten Zuredens durch den Helden, gerade noch mal selbst vor dem Knast bewahrt. Wie nett von DD, dass er nicht nachtragend ist. Immerhin wollte der Ex-Schurke ihn mal ermorden …

>> Daredevil-Comics

Daredevil #63: The Girl or the Gladiator

Daredevil-63

Marvel

Die Liebelei zwischen Matt und Karen entwickelt sich allmählich zu einer On-Off-Beziehung. Für alle, die erst jetzt dazugekommen sind (und für alle, die langsam den Überblick verlieren): Matt und Karen haben sich ihre Liebe gestanden (Daredevil #51), schließlich auch dass er Daredevil ist. Sie beschlossen zu heiraten, Matt wollte als Daredevil aufhören. Hat er dann doch nicht gemacht. Karen ist enttäuscht weggelaufen. Dann näherten sie sich wieder an. Karen wollte immer noch, dass er aufhört. Matt hat sie geküsst. Alles schien wieder in Ordnung …

Und nun haut Karen wieder ab. Sie wirft Matt vor, die Rolle von Daredevil mehr zu lieben als sie. Matt widerspricht, lässt sie aber gehen. Karen will wegfliegen. Matt will sie zuvor anrufen und sie daran hindern, wenn er seinen Termin mit Foggy erledigt hat. Der Mann weiß, wo seine Prioritäten liegen.

Betrug am Betrüger

Matt und Foggy besuchen den Gladiator im Knast. Der behauptet, gar nicht der Gladiator zu sein – er sei reingelegt worden. Er könne sich an nichts davon erinnern. Ein Psychiater untersucht ihn. Man lässt ihn das Kostüm anziehen, um ihn davon zu überzeugen, dass es nur ihm passen könne. Dann gibt ihm Foggy auch noch seine zwei Kreissägen, die der Gladiator so gern an den Händen trägt, ohne dass er sich selbst verstümmelt.

Schlechte Idee, denn es kommt, wie es kommen muss: Einmal vollständig in seiner Rüstung mit seinen Waffen, versucht der Schurke auszubrechen. Es war alles nur Show. Matt wird zu Daredevil und liefert sich die obligatorische Keilerei samt Verfolgungsjagd durchs Gefängnis. Der Held sperrt den Gladiator in eine Zelle, dieser will sich befreien, doch dann zersplittern seine Kreissägen. Sie waren nur Fake, um seinen Fake zu durchkreuzen.

So, jetzt aber schnell zum Telefon! Daredevil versucht Karen anzurufen, doch sie ist nicht mehr zu Hause. Einsam klingelt das Telefon in ihrem Apartment. Karen ist weg – leaving on a jetplane.

>> Daredevil-Comics

Daredevil #61: Trapped by the Trio of Doom

Daredevil-61

Marvel

Matt will Karen endlich einen Heiratsantrag machen – schon wieder. Sie trifft sich mit Matt in einem Tanzlokal, doch ihr ist nicht nach Feiern zumute. Sie macht sich Sorgen um Matt, weil er sich als Daredevil ständig in Gefahr begibt. Matt bittet sie, etwas leiser zu sprechen, aber vielleicht sollte man solche Geheimnisse auch nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Wie dem auch sei: Ein Kellner hört sie trotzdem und teilt ihnen mit, dass Mr. Hyde und Cobra Kunst aus dem Guggenheim Museum gestohlen haben.

Tja, schade, da muss Matt leider schon wieder los, um den Helden zu spielen. Karen wird sauer und will gehen. Matt kann sie einholen und beschwichtigen. Reicht es ihm denn nicht, Assistent des Staatsanwalts zu sein?, fragt Karen. Es gehe nicht um Glamour, sagt Matt, er sei sich nicht sicher, ob Matt Murdock oder Daredevil sein wahres Ich seien. Damit ist der Abend endgültig gelaufen für das tragische Paar.

Also schwingen wir uns lieber in die Action … und schnell wieder heraus, denn als DD am Tatort erscheint, erfährt er nichts von Belang. Er hätte also ruhig den Abend mit Karen verbringen können. (WTF?!) Die Stimmung zwischen ihnen bleibt eisig.

Todesfalle Rummelplatz

Nächster Tag im Büro: Ein Rummelplatzbesitzer namens Lemuel Frye taucht auf und erzählt Matt, dass Mr. Cobra, Hyde und Jester seinen Park gemietet hätten. Er hofft, dass Matt Daredevil verständigt. Die drei Schurken versehen den ganzen Park mit Fallen, um sich am Hornhead zu rächen. Zunächst: ein Fallschirm, dann ein Kran, dann ein paar rasende Autos, schließlich ein Spiegelkabinett.

Daredevil kann mit Spiegeln zwar nichts anfangen, aber dank Radarsinn weiß er, wie die Spiegel reflektieren und macht sich das zunutze. Die Schurken tappen in ihre eigene Falle und werden sich gegenseitig zum Verhängnis. Als die Spiegel zerbrechen und sieben weitere Jahre Unglück verheißen, taucht Karen mit der Polizei auf – die hätte man gleich rufen sollen, aber dann wäre DD arbeitslos und könnte sich nicht mehr selbst finden. Das nämlich scheint wichtiger zu sein als Karen: Er hat vergessen, dass heute ihr Geburtstag ist …

>> Daredevil-Comics

Daredevil #60: Showdown at Sea

Daredevil-60

Marvel

Während Daredevil dem Schurken Crime-Wave auf der Spur ist, muss sich Foggy mit einem ganz anderen Problem herumschlagen. Sein Assistent Hollis teilt ihm mit, dass er, Foggy, beliebter wäre, wenn er nicht mit einer ehemaligen Verbrecherin zusammen wäre (siehe Daredevil #10-11). Daraufhin gibt ihm Debbie ihren Verlobungsring zurück und haut ab. Ein Pressefotograf schießt ein Bild von dem Melodrama, Foggy will ihm eine reinhauen. Dann springt Matt schnell ins rote Kostüm und kümmert sich darum, dass das Foto von der Szene nicht veröffentlicht wird.

Dann macht sich unser Held wirklich nützlich, indem er am Hafen ein paar Handlanger von Crime-Wave vermöbelt. Weil Matt einem von denen ähnlich sieht, zieht er sich dessen Klamotten an. Damit die Haarfarbe stimmt, tönt er sich die Haare nach – mit Chemikalien, die er zufällig bei sich trägt, für den Fall der Fälle.

Crime-Waves wahre Identität

Dann schleicht Matt sich an Bord des Schiffes, das in internationalen Gewässern ein Spielcasino beherbergt. Hier zockt sich zufällig gerade Debbie ihren Frust weg. Was man halt so macht, wenn man gerade mit dem Verlobten gebrochen hat. Undercover-Matt wird als Croupier an den getürkten Roulettetisch geschickt, lässt Debbie gewinnen, dann verliert sie wieder, weil Crime-Wave im Hintergrund alles beobachtet und die Fäden zieht.

daredevil-60-splash.jpg

Daredevil prügelt sich durchs Schiff – in Violett und Rot. (Marvel)

Der Schurke lässt Debbie zu sich bringen, sie zieht ihm die Maske vom Kopf und erkennt – Foggys Assistenten Hollis. Damit hätte wirklich niemand gerechnet, weil er gerade erst eingeführt wurde und kaum eine Rolle gespielt hat. Derweil prügelt sich unser Held seinen Weg durchs Schiff. In einer kurzen, aber schönen Sequenz ist alles in rotes Licht getaucht und DD erscheint Violett. Der Held steuert das Schiff in US-Hoheitsgebiet, die Polizei nimmt Crime-Wave fest.

Ende gut, alles gut? Nicht ganz, denn DD vermisst seine Karen …

>> Daredevil-Comics