Lee Weeks

Daredevil: Dark Nights (2014)

daredevil-dark-nights-cover

Marvel

Eine vierköpfige Familie verunglückt im Schnee mit dem Auto, das Mädchen überlebt, die Eltern werden schwer verletzt, der Junge stirbt. Sein Herz könnte einem anderen kranken Mädchen das Leben retten. Matt Murdock wird auf der Straße von zwei Gaunern niedergeschlagen und landet im Krankenhaus. Dann hört er, wie der Hubschrauber, der das Spenderherz eilig herbringen sollte, abgestürzt ist. Also steigt er in sein Daredevil-Kostüm und stapft durch den Schnee, um es zu holen. Doch aller Anfang ist schwer: Gleich beim ersten Sprung stürzt er vom Dach …

In den ersten drei Ausgaben von Dark Nights erzählt Lee Weeks (als Autor und Zeichner) eine höchst einfühlsame und dramatische Geschichte über die Menschen der Stadt. Immer wieder wird Daredevil aufgehalten und muss gegen andere Gegner kämpfen, während die Zeit ihm davonläuft. Seine Heldenreise gerät zur Odyssee. Ein starkes Stück, atmosphärisch inszeniert mit feinem Strich.

Ein Zwerg und eine Reise nach Florida

Leider kann man das von den anderen beiden Geschichten dieser Miniserie nicht sagen. In David Laphams „A Man Named Buggit“ rennt Daredevil einem kleinen, koboldhaften Männlein hinterher, um ein Beweismittel (eine Tatwaffe) zurückzuholen. Zwischendrin trifft er auf den Shocker und die Avengers, die gegen ein Riesenmonster kämpfen. Na ja.

Und schließlich, in der dritten Story (von Jimmy Palmiotti und Thony Silas), reist Matt nach Florida, wo er mit Misty Knight versucht, einen Zeugen zu beschützen – was dann aber schief geht. „In the Name of the King“ ist eine sehr gewöhnliche Actionstory mit Ballerei, Keilerei und einem Daredevil auf einem Pferd. Mit „Dark Nights“ hat das nicht viel zu tun.

Am Ende ist man froh, dass solche Ausflüge selten sind, denn Daredevil funktioniert am besten in der Großstadt, also in New York.

>> Daredevil-Comics