Gene Colan

Daredevil #78-79 (1971): Man-Bull

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Marvel

Die 70er waren das Jahrzehnt der Monster und Chimären mit vorangestelltem „Man“: Man-Bat, Man-Wolf, Man-Thing und dann kam Gerry Conway noch mit „Man-Bull“ um die Ecke. Ein Minotaurus. Aber ihn so zu nennen, hätte wohl entlarvt, woher die Anleihe stammt. Und natürlich lässt auch Dr. Moreau grüßen, aber das nur nebenbei. Die Autoren legen nur bei Zitaten aus Casablanca und Blood, Sweat and Tears ihre Quellen offen.

Auf dem ersten Cover ist aber noch kein Minotaurus zu sehen, sondern Daredevil, der sich einen Gauner packt, mit ihm durch eine Gasse schwingt (wie schon vor ihm Spider-Man und Batman) und ihm mit dem Tod bedroht, wenn er ihm nicht sagt, wer Mr. Kline sei. Das Kuriose: Die Szene kommt nicht einmal im Ansatz im Heft vor. Mr. Kline ist lediglich eine Graue Eminenz, die Staatsanwalt Foggy Nelson um Geld erpresst. Foggy kann nicht zahlen. Identität und Hintergründe bleiben unklar. Daredevil weiß nichts davon.

Matt Murdock hat nur eines im Kopf: Karen. Ihr erster Film, „Tender Affair“, läuft gerade im Kino, sie selbst ist nach New York zurückgekehrt. Schluss mit Hollywood, zurück zu Matt.

Doch der hat anderes zu tun: Als Daredevil rettet er ein Hippie-Pärchen vor einer Bande Kleinganoven. Einer von denen heißt Taurus und nennt sich The Bull – und dreimal dürft ihr raten, wie es mit ihm weiter geht. Da die Hippies als Versuchskaninchen nicht verfügbar sind (und andere Hippies offenbar nicht aufzutreiben waren), verabreicht ein verrückter Wissenschaftler unserem Mr. Taurus eine experimentelle Spritze, die ihm Hörner und Fell wachsen lässt. Ehrlich gesagt sieht er mit seinem Maul, den Klauen und den Reißzähnen nicht wirklich wie ein Stier aus. Nicht mal die Hörner erinnern ein irgendein Rindvieh. Egal: Es kommt zum unvermeidlichen Kampf, wie immer wunderschön inszeniert von Meister Gene Colan.

Doch zuvor lässt DD das Hippie-Pärchen bei sich wohnen. Als Karen anruft, geht die Frau dran und das Melodrama mündet in ein Missverständnis: Matt hat eine andere! Dann schnappen sich die Ganoven doch noch das Paar und Matt befreit sie. Keilerei Nummer zwei – und schon ist’s mit Man-Bull wieder vorbei.

Es stellt sich heraus: Der Mann, der bei dem Experiment im Hintergrund die Fäden zieht, ist zufällig auch unser mysteriöser Mr. Kline. Wer das ist, das erfahrt ihr beim nächsten Mal. Kleiner Hinweis: Es ist ein alter Bekannter.

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Daredevil #77 (1971): And So Enters the Amazing Spider-Man

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Marvel

„There goes the luckiest guy in the world“, denkt sich Spider-Man, als er Daredevil an sich vorbeischwingen sieht. Keine inneren Qualen, keine Sorgen, keine Furcht – im Gegensatz zu ihm, der mal wieder – oder immer noch – Ärger mit Gwen Stacy hat. Tja, wenn Spider-Man nur wüsste! Denn auch Daredevils Kopf ist voller Frauen. Einerseits die verflossene Karen Page, andererseits eine Frau namens Christine, die ihn sitzengelassen hat – egal, sie war ohnehin nur ein Ersatz für die eigentlich Geliebte …

Und dann taucht in New York einen großes tränenförmiges Etwas auf, das leuchtet und um ein Wort mit Namor bittet. Der Sub-Mariner steht zufällig in der Menschenmenge, zieht Mantel und Hut aus und versucht gerade, die Sache zu klären, da springt Daredevil herbei und bittet ihn rüde, sich zu verdrücken. Der Gehörnte scheint auf Krawall gebürstet zu sein (vielleicht wegen schlechter Vorerfahrungen, siehe Daredevil #7). Das lässt sich Namor nicht bieten und es kommt zu einem sinnlosen Kampf.

Damit die Angelegenheit noch interessanter wird, springt Spider-Man herbei, der ebenfalls sofort drauflosprügelt und Namor in sein Netz einwickelt wie einen Fisch. Doch dann erscheint aus der leuchtenden Träne eine Frau, die Namor und Spider-Man bittet, mitzukommen. Das tun sie auch, ohne dass sie wissen, worum es geht. Und ich habe auch keine Ahnung, denn die Story wird in der nächsten Sub-Mariner-Ausgabe fortgesetzt. Dieser zweifelhafte Dreikampf sollte wohl bloß die Verkaufszahlen für Daredevil ankurbeln.

Doch neben der Action passiert auch etwas Wichtiges: Foggy wird entführt und Karen kehrt nach New York zurück. Sie ruft Matt an, aber der geht zu spät ans Telefon, sodass sie sich verpassen. Wie tragisch! Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal.

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Daredevil #75-76 (1971): El Condor

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Matt Murdock ist mit Staatsanwalt Foggy Nelson in dem lateinamerikanischen Land Delvadia unterwegs. Er vereitelt die Entführung eines US-Botschafters, der aber verletzt wird. Als ein Krankenwagen auftaucht, stellt sich heraus, dass darin ebenfalls Schurken stecken. Sie handeln im Auftrag von El Condor, einem maskierten Rebellen, der sich als mythischer Held ausgibt, der in einer Statue verewigt ist. Als dann auch noch ein weiterer US-Vertreter entführt wird, zieht Daredevil los, um ihn und den Botschafter zu retten. El Condor will derweil die Hauptstadt mit Kampfhubschraubern erobern.

Es ist jedes Mal seltsam, wenn Daredevil nicht in der Großstadt (sprich: New York) unterwegs ist. Er braucht nicht unbedingt Hochhäuser zum Herumschwingen, aber vor allem im Ausland wirkt er deplaziert. Gerade weil hier selten persönliche Konflikte zu erwarten sind. Mit dem plakativen Schurken „El Condor“ verbindet weder Matt noch die Leser etwas.

Gewissensbisse und Selbstvorwürfe

Autor Gerry Conway versucht den Mangel auszugleichen, indem er DD in Gewissensnöte bringt: Matt lügt Foggy zunächst an, dann knockt er ihn mit einem Schlag auf den Hinterkopf aus, um in Ruhe den Helden spielen zu können. Dabei rechtfertigt der Erzähler, dass solche Konflikte und das Prinzip Der-Zweck-heiligt-die-Mittel Helden und Märtyrer ausmachen. Dick aufgetragen? Oh ja. Die Erzählstimme nervt nicht nur, sie schwankt auch mal zwischen der Er- und der Du-Form, was noch mehr nervt.

Und dann gibt es noch Matts innere Monologe, in denen er seine Versäumnisse rekapituliert, vor allem die mit Karen. Er gibt sich die Schuld am Scheitern ihrer Beziehung und Beinahe-Ehe, weil er lieber Daredevil spielt. Das ist zwar schön und gut, aber wir haben das schon oft gelesen. Leider kommt die Karen-Handlung seit vielen Ausgaben nicht mehr vom Fleck, weil DD ständig anderweitig beschäftigt ist und in der Weltgeschichte herumturnt. Höchste Zeit, die Sache mit Karen weiterzubringen oder zu beenden.

Nächstes Mal ist wieder Spider-Man mit dabei – und Namor, der Sub-Mariner.

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Daredevil #74 (1971): In the Country of the Blind

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Unter den Blinden ist der Einäugige König, heißt es. Daredevil ist als Blinder häufig einer, der mehr sieht als andere – das ist seine Superkraft. Doch was wäre, wenn tatsächlich einmal die Menschen um ihn herum erblinden?

Die Geschichte beginnt damit, dass Daredevil zunächst wieder zum Sehenden wird. Er mischt ein paar Einbrecher auf, einer verpasst ihm einen Schlag auf den Kopf und damit erhält er sein Augenlicht zurück. Doch kurz darauf wird die Welt um Matt wieder dunkel – er erwacht aus einem Traum.

So fühlt er sich oft: „Your whole life — a grasping dream, searching–always groping for the sight you’ll never have —even this Daredevil kick! Isn’t it only just another way to escape — escape your blindness?“

Da taucht Foggy Nelson bei ihm auf und sagt ihm, er könne nichts sehen. So geht es auch anderen in der Stadt. Nur drei Männer scheinen davon nicht betroffen zu sein und gehen nachts beim Juwelier shoppen, ohne zu bezahlen. Daredevil stürzt sich auf sie, wird aber übel zusammengeschlagen – man hat den Teufel schon in besserer Form gesehen.

Daredevil im Bunde mit Blinden

Ein Blinder namens Slate liest DD von der Straße auf und bringt ihn zu einem Blindenclub. Eine von ihnen weiß, dass die drei Gauner das Trinkwasser vergiftet haben, um New York erblinden zu lassen. Wie ein brillianter Chemiker sieht der Anführer der Bande zwar nicht aus (und warum er sich nicht anderweitig nützlich macht, bleibt ein Rätsel), aber sei’s drum. Gemeinsam mit den anderen Blinden kann Daredevil die drei Gauner besiegen. Eine Frau trifft sogar nach Gehör mit einer Zwille – das grenzt schon fast an Radarsinn.

Und was ist mit den blinden New Yorkern? Die sind einen Tag später wieder ganz die Alten. Daredevil aber ist um eine Erkenntnis reicher: „Maybe being Daredevil is an escape, but with the right people behind you — you can make anything work!“

Das ist ja alles schön und gut, aber was ist eigentlich mit Karen? Die ist in letzter Zeit ein blinder Fleck …

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Daredevil #73 (1971): Iron Man

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Das erste Team-up zwischen Daredevil und Iron Man fühlt sich so gar nicht wie ein Team-up an. Die Geschichte beginnt in Iron Man #35 und wer die Ausgaben davor nicht verfolgt hat, fühlt sich ziemlich verloren. Wir geraten mitten in eine Fehde zwischen Iron Man und einem Schurken namens Spymaster, der den SHIELD-Agenten Jasper Sitwell lebensgefährlich verwundet hat. Die Schurkin Madame Masque ist in ihn verliebt, agiert hier aber als Heldin.

Spymaster verbündet sich mit der Horoskop-Bande Zodiac, die es auf Daredevil abgesehen haben. (Er kennt sie schon aus Avengers #82.) Sie nehmen ihn mit Madame Masque gefangen, dann auch Iron Man und Nick Fury. Weil aber Fury mit einem riesigen goldenen Schlüssel (einem Ankh), der Superkräfte hat, herumhantiert, kann er sie befreien.

Daredevil kämpt gegen den Schurken Capricorn (Steinbock), der den Gehörnten auf die Hörner nimmt. Und nach einer großen Keilerei ist der ganze Spuk vorbei.

Eine richtige Chemie zwischen den beiden Titelhelden entwickelt sich hier nicht. Tony Stark scheint hier mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein. Schade eigentlich.

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Daredevil #72: Lo! The Lord of the Leopards (1971)

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Ein unbekannter Dieb stiehlt einen Rembrandt aus einem Museum. Die Polizei kriegt ihn nicht zu fassen, katzenhaft haut er über die Dächer der Stadt ab. Selbst Daredevil kommt nicht hinterher. Katzenhaft? Das erinnert unseren Helden an die jüngste Begegnung mit einer Gestalt in Katzenmaske namens Tagak, dem „Lord of Leopards“, der auf der Straße einen Leoparden auf einen Polizisten losgelassen hat. Daredevil selbst bekam die Zähne der Raubkatze spüren, bevor Tagak sie zurückrief. Seltsamerweise ließen ihn Polizei und Daredevil einfach laufen.

Frustriert über die Niederlage zerschlug Matt einen Spiegel – ihm entging die Ironie nicht, dass ein Blinder ohnehin nicht viel damit anfangen kann. Aber dann führt ihn die Spur zu einem Spiegel, der ihn in eine andere Dimension führt. Daredevil trifft dort Tagak wieder und der erklärt ihm, er stamme aus einer anderen Welt, sei der Gute und verfolge einen Dieb namens Quothar. (Außerdem ist er selbst blind und kann dank Gedankenübertragung mit seinem Leoparden sehen.) Man verbündet sich, um den wahren Schurken zu fassen.

Da wir uns aber schon auf Seite 18 befinden, geht die Geschichte relativ fix zu Ende. Im Museum werden zwischendurch noch Tagak und Leopard vom Wachmann angeschossen, Daredevil wirft sich auf Quothar und der Fall ist erledigt. Da die Raubkatze tot ist, erblindet Tagak völlig. Tagak bietet DD an, in seine Welt zu kommen, doch der winkt ab. Tagak ruft ihm noch nach: „In this country of the blind … you are a king!“ Doch DD ist nicht überzeugt.

Autor Gerry Conway bekleckert sich mit dieser Story nicht gerade mit Ruhm. Er muss sich offenbar noch warmlaufen. Vielleicht gelingt es ihm beim nächsten Mal – mit Iron Man.

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Daredevil #70-71: The Tribune

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Auf dem Hollywood-Boulevard in Los Angeles appelliert Schauspieler Buck Ralston in einer Ansprache an die Patrioten. Die „schweigende Mehrheit“ soll endlich die Stimme erheben. Zufällig geht Starlet Karen Page vorbei, die gerne in Ralstons Film mitspielen will, doch sich nicht für seine Rede erwärmen kann. Zu extrem sei sie ihr gewesen. Ralston vermutet, nach altem US-Brauch, Karen sei eine Kommunistin, und will sie im Auge behalten.

In New York geht derweil bei einer Demo vor dem Hilton eine Bombe hoch. Die Polizei verdächtigt die Demonstranten, prügelt auf sie ein und verschießt Tränengas. Journalisten-Legende Walter Cronkite berichtet höchstselbst von dem Vorfall und schlägt einen Vergleich zu den Unruhen 1968 in Chicago. Tatsächlich ist im Nachgang – analog zu den Chicago Seven – von den New York Three die Rede. Die drei Unschuldigen werden verdächtigt, die Bombe gezündet zu haben.

Doch Daredevil weiß es besser: Als eine drei andere Ganoven eine Sprengladung am Hilton zünden wollen, kommt er ihnen in die Quere, eine Dynamitstange geht trotzdem hoch. Die Polizei verdächtigt einen Jungen, der DD helfen will, hört aber nicht auf den Helden. Staatsanwalt Foggy Nelson ist zwar nicht überzeugt, dass die drei Jungs es waren, muss aber trotzdem Anklage gegen sie erheben. Daredevil wird vorgeladen.

Hinter all dem steckt aber ein Schurke: Buck Ralston, der sich The Tribune nennt, als Richter mit Maske aufspielt und Hippies mit einem Blitze verschießenden Hammer hinrichtet. Gegen den Krieg zu demonstrieren, ist für ihn Landesverrat. Später tötet der Tribune den Richter, der über die New York Three verhandeln soll und nimmt selbst seine Rolle ein. Seine Handlanger beschützen ihn, keiner wagt es, den Schauprozess zu stören. Foggy wird mit Gas ausgeknockt.

Doch zum Glück ist ja Daredevil da. Er zerstört Tribunes „Dominator“-Gürtel, mit dem er die Menge in Schach hält, verhindert den Mord an den Angeklagten und als der Tribune im Helikopter abhauen will, wirft er eine kleine Justitia-Statue ins Getriebe und der Heli explodiert. Etwas plumpe Symbolik, aber effektiv.

Mit dieser Story setzen die Autoren – Gary Friedrich, Roy Thomas und Len Wein – ein klares Statement für Bürgerrechte, gegen Rechtsextremismus und Autoritarismus. Das passte damals genauso in die Zeit wie heute.

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Daredevil #69: A Life on the Line

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Daredevil fängt zwei Diebe in einem Lagerhaus, ein Komplize flieht mit einem Laster, kracht gegen eine Wand. Da taucht Black Panther auf und sie bringen den Jungen ins Krankenhaus. Matt Murdock holt den besten Chirurgen herbei, der kostenlos die Operation übernimmt.

Black Panther klärt auf: Der Junge heißt Lonnie Carver, sein Bruder Billy ist gerade aus Vietnam zurückgekehrt. Den will die Gang Thunderbolts anwerben, doch Billy will nicht Teil einer „hate-crew“ sein. Dafür setzt es Schläge vom Anführer der Bande. Außerdem muss er sich als „Uncle Tom“ beleidigen lassen. „I did my share of fightin‘ — an‘ I know what totin‘ a weapon can do to a man“, sagt Billy. „I’m thru with bloodshed–in rice paddies or in Harlem!“ Black Panther rettet ihn vor den Thunderbolts.

Außerdem ist er als Luke Charles Lehrer von Lonnie. Der interessiert sich aber im Geschichtsunterricht mehr fürs Bombenbauen und schwänzt daher schon bald, um sich den Thunderbolts anzuschließen. Im Krankenhaus hat Lonnie den Willen zum Leben verloren und murmelt was von Billy. Er wird die Nacht wohl nicht überleben.

Daredevil führt Black Panther zu einem Lagerhaus, wo sie die bewaffneten Thunderbolts aufmischen – dort ist auch Billy. Er ist aber kein Mitglied, sondern als Agent für den Staatsanwalt tätig (Foggy Nelson). Gemeinsam besiegen sie die Gang, Billy wird nur leicht verletzt.

Jetzt stellt sich nur die Frage, warum Lonnie den Lebenswillen verlor, weil sich sein Bruder der Gang angeschlossen hatte, wenn Lonnie selbst Teil der Gang war. Aber vielleicht führt das zu weit, denn bei dieser sozialkritischen Geschichte zählt wohl nur die gute Absicht, ein Statement zu machen.

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Daredevil #68: Phoenix and the Fighter

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Nach seinem Intermezzo in Los Angeles ist Daredevil wieder zurück in der Heimat, New York City. Beim Herumschwingen durch Hochhausschluchten wird Daredevil Zeuge, wie es Ärger im Büro des Staatsanwalts Foggy Nelson gibt, der zufällig sein bester Freund ist. Ein Kostümierter namens Kragg und seine zwei Kumpels von seiner extremistischen Bande Phoenix bedrohen Foggy. DD kann die drei Gauner verjagen. Sie haben den Boxer Kid Gawaine gekauft, der im Madison Square Garden um die Meisterschaft kämpfen soll. Foggy wollte den Kauf untersuchen.

Als DD (mit den Fingern) sieht, dass Pop Fenton, der Trainer seines Vaters, den jungen Boxer trainiert, fährt er als Matt Murdock ins Trainingscamp. Kragg gefällt das gar nicht. Nach einem Handgemenge hat Gawaine genug von ihm. Kragg lässt ihn daraufhin aufmischen. DD rettet ihn.

Vor dem Kampf knockt Matt Gawaine mit einem Vulkaniergriff aus, maskiert sich wie er und übernimmt dessen Rolle im Ring. Das trifft sich gut, denn Kragg und seine Bande wollen Gawaine, da er nicht auf Kommando umfallen will, mit einem Zauberstrahl erblinden lassen. Sie haben Geld gegen ihn gesetzt und das Investment soll sich so auszahlen, um ihre eigentlichen Operationen zu finanzieren. Doch einen Blinden kann man nicht mehr blenden …

DD schlägt den Gegner k.o. und zusammen mit dem wieder erwachten Gawaine schaltet er die Schurken aus.

Matt Murdock tritt also in die Fußstapfen seines Vaters, Battling Jack Murdock, und macht ihm alle Ehre. Eine Prügelei im Ring hat er sich allerdings schon mit Captain America geliefert. Da war er allerdings nicht Herr über seine Sinne. Cool war’s trotzdem.

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Daredevil #67: Stilt-Man Stalks the Soundstage

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Daredevil geht nicht nur nach Hollywood – jetzt geht er auch noch zum Film. Dazu braucht es nicht viel mehr Überzeugungsarbeit als ein Küsschen von Karen und 50.000 Dollar. Er soll zusammen mit seiner Angebeteten und dem Stunt-Master zusammenspielen, der noch immer keinen bürgerlichen Namen zu haben scheint.

Doch nicht nur, dass Staatsanwalt Foggy Nelson seinen Assistenten Matt in New York vermisst, da kommt auch noch ein alter Feind dazwischen: Stilt-Man! Der Stelzenmann hat sich diesmal etwas besonders Raffiniertes einfallen lassen: Er knockt den Stunt-Master in seinem Wohnmobil aus, maskiert sich wie er, packt seine Stelzen in zwei Schachteln und montiert sie später ans Motorrad. Beim Dreh will er sich an Daredevil rächen.

Gene Colan misst sich mit Fellini

Ganz schön aufwendig. Was ist eigentlich aus dem guten alten Hinterhalt geworden? Es wäre so viel einfacher. Und tatsächlich ist es gar nicht nötig, DD am Set fast mit dem Motorrad zu überfahren, dann sich ins Wasser fallen zu lassen, um sich dort umständlich umzuziehen und die Stelzen auszupacken. Als dann endlich Stilt-Man aus dem Wasser steigt, ist der Regisseur begeistert: Nicht mal Fellini könnte das toppen!

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Colan vs. Fellini bzw. Daredevil gegen Stilt-Man (Marvel)

So weit ich weiß, hat Fellini sich nie an Actionfilmen geschweige denn Superhelden versucht, und es ist nicht überliefert, was er dazu gesagt hätte, aber Gene Colan versucht es trotzdem, den Kampf meisterhaft zu inszenieren. Zwei Seiten lang sieht man, wie DD ohne ein Wort zu verlieren Stilt-Man in ein Seil wickelt und ins Wasser kippen lässt. Die bewährte Methode ist immer noch die beste. Der ganze Aufwand war umsonst – vielleicht sollte er nächstes Mal mehr über den zweiten Teil des Plans nachdenken.

Ende der Geschichte. Matt muss zurück nach New York und will, dass Karen mitkommt. Sie würde lieber in Hollywood bleiben. Da wird Matt pampig: „Okay, lady! Take your time! Just remember … No man can wait forever!“ – Das war nicht so nett, gerade wenn man bedenkt, dass Karen es zuletzt war, die auf Matt gewartet hat …

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