Black Widow

Daredevil #90-91: Mr. Fear (1972)

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Marvel

Daredevil und Black Widow schwingen sich durch San Francisco, da bekommt Natasha plötzlich Angst und fällt in die Tiefe. DD kann sie gerade noch auffangen. Woher kommt diese Panikattacke? Später ereilt auch DD das Problem. Nur mit Not kann er sich vor einem tödlichen Sturz bewahren. Doch trotz dieser Erfahrungen schwigt er sich (lebensmüde?) weiter mit Natasha durch die Stadt – diesmal muss sie ihn retten …

Eigentlich gibt es dafür nur eine Erklärung: Mr. Fear ist wieder da! Doch darauf kommt niemand, denn der (Zoltan Drago bzw. sein Nachfolger Starr Saxon) ist bekanntlich tot. Außerdem hat Natasha einen anderen im Verdacht: Danny French. Mit ihm hat sie mal Spionage betrieben und seit sie in San Francisco ist, stalkt er sie. Verbunden sind sie durch das ominöse „Project Four“. Endlich erzählt sie, was es damit auf sich hat: Sie haben einst einen Sprengkörper gestohlen, der stärker ist als ein Dutzend Wasserstoffbomben.

Die Rache des Anwalts

Doch dann findet Natasha heraus, dass Danny mittlerweile ganz andere Geschäfte treibt, die Bombe wertlos ist und er nichts mit den Panikattacken zu tun hat. Und so kommen wir wieder zurück zur naheliegenden Lösung: Mr. Fear ist wieder da. Beim Showdown auf einem Dach wird klar, wer hinter der Maske steckt: ein gewisser Anwalt namens Larry Cranston, den Matt von früher kennt. Er hatte Matt einen Job in seiner Kanzlei mit Partner Jason Sloan angeboten. Nun will er Rache: Cranston verabscheut Sloan, weil er die Lorbeeren einheimst, während er, Cranston, die ganze Arbeit macht. Und er verabscheut auch Matt Murdock, weil er ihm in der Schule offenbar die Show gestohlen hat.

Ob das als ein Mordmotiv reicht, sei mal dahingestellt. Aber warum als Mr. Fear? Beim Mord an Drago ist Cranston zufällig in der Nähe gewesen und hat von ihm Kostüm und Ausrüstung abgestaubt. Aber wie gut, dass Daredevil immer ein Anti-Angst-Mittel dabei hat (vielleicht auch daher „Man Without Fear?“). Nach der Demaskierung fehlt Mr. Fear offenbar die Kraft, weiterzukämpfen und er stürzt sich vom Dach. Sterben will er zwar nicht, er droht mit Revanche, aber offenbar hat er vergessen, dass er seinen Jetpack noch nicht angeschnallt hat und stürzt in den Tod.

Ein selten dämlicher Tod. Doch Matt hat andere Sorgen: Beziehungsstreit mit Natasha. Sie ist genervt von ihm, weil er sich nie bei ihr bedankt (obwohl sie ihm mehrfach das Leben gerettet hat) und sie nicht als eigenständige Person behandelt. Sie will nicht nur seine Partnerin sein, sondern eine Beziehung auf Augenhöhe. Ivan bestätigt es ihm später: Das war’s dann wohl mit Natasha …

Aber natürlich nur bis zur nächsten Ausgabe.

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Marvel Knights (2000-2001)

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Marvel

Marvel Knights hieß die Initiative, mit der sich der insolvente Comicverlag einen Neustart verpasste. Eine Reihe von Serien startete mit neuer Nummer 1, darunter auch Daredevil mit Guardian Devil von Kevin Smith und Joe Quesada. Doch es gab auch ein neues Superheldenteam auf Street-Level-Ebene: Daredevil, Black Widow, Dagger, Shang-Chi und Punisher, später kommen auch Moon Knight und Luke Cage dazu.

Zu Beginn findet Frank Castle einen Haufen Leichen in Anzügen: Jemand hat es auf die russische Mafia abgesehen. Er bittet Daredevil um Hilfe, vielleicht kann dieser seine Superfreunde anrufen. Daredevil verständigt Black Widow, die gerade zufällig auf Dagger stößt, die Heldin mit dem lächerlichsten Kostüm im Marvel-Universum: einem tiefen Ausschnitt in Form eines Dolches. Gemeinsam untersuchen sie den Fall und steigen hinab in ein tiefes Loch im Boden. Der Übeltäter ist Ulik, der Troll, der ein altes Füllhorn wiederhaben will, doch der derzeitige Besitzer weigert sich, es rauszurücken, also erschüttert er die Fundamente des Hochhauses, in dem sich das Horn befindet.

Daredevils Team scheitert, bevor es anfängt

Gemeinsam mit dem Punisher kämpfen sich die Marvel Knights durch den Untergrund, nehmen es mit Horden von Trollen auf, bis Daredevil das gewünschte Horn besorgt und die Sache beendet. Das ist ziemlich bescheuert. Doch dann geht es erst richtig los, denn der Teufelskerl erklärt Punisher, ihn das nächste Mal aufzuhalten. Dazu rekrutiert er Moon Knight, der sie mit den nötigen Gadgets und einem Hauptquartier ausstattet.

Doch Daredevil will zwar das Team, ist aber nicht überzeugt von den neuen Möglichkeiten und Mitgliedern. Luke Cage kritisiert er etwa dafür, nur für Geld zu arbeiten. Und so zerfallen die Marvel Knights, die eigentlich gar keinen Namen kriegen, bereits bevor sie richtig abheben können.

Verlorener Fokus

Das liegt zum einen an den vielen unnötigen Nebenhandlungen, die nichts mit dem Team oder seiner ursprünglichen Mission zu tun haben: Dagger sucht ihren Bruder, der als Cloak sein Unwesen treibt, Shang-Chi kämpft gegen einen Attentäter seines Vaters (zweimal), der Punisher nimmt es mit einem Rieseninsekt auf, Black Widow und Dagger kämpfen gegen einen falschen Nick Fury (und ratet mal, wer sich dabei besonders dumm anstellt). Und als würde das alles nicht schon zu viel sein, gibt es noch Gastauftritte von Doctor Strange und den Fantastic Four.

Zum anderen liegt das Scheitern aber auch daran, dass das ursprüngliche Ziel, den Punisher zu fangen, verloren geht und in einem kurzen Showdown mit Daredevil verpufft. Ohne Kampf, dafür mit einer Selbstmorddrohung von Frank Castle. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Teufel gar kein Team braucht, sondern lieber alleine kämpft. Die anderen waren ohnehin anderweitig beschäftigt.

Abgesehen von der unfokussierten Erzählweise liefert Routinier Chuck Dixon (Batman) hier eine routinierte Actionserie ab, die von banalen Dialogzeilen nur so strotzt und selten pfiffig daherkommt. Immerhin liefert Eduardo Barretto mit seinen eleganten, kraftstrotzenden Astralkörpern für die nötigen Schauwerte, um 350 Seiten lang dranzubleiben.

Es sagt einiges aus, dass das unterhaltsamste Kapitel das ist, in dem Black Widow und Dagger einen Autodieb suchen und Frank Castle sich aus der Gefangenschaft trickst.

>> Chuck Dixon/Eduardo Barretto: Marvel Knights: Defenders of the Streets (#1-15), 2000-2001

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Daredevil #87-89: Electro & Killgrave

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Marvel

Nachdem das Drama um Karen endlich beigelegt ist und Matt wieder zu Natasha Romanova (Black Widow) zurückgefunden hat (DD #86), wagen die beiden einen Neuanfang und ziehen nach San Francisco. Also zurück an die Westküste, in ein schönes Haus an einer steilen Straße. Daredevil entdeckt, dass die Golden Gate Bridge auch nur eine Brücke ist – irgendwie hat er sie sich größer vorgestellt.

Zufällig hat sich auch ein alter Feind die Stadt ausgesucht: Electro. Den zieht es nach Telegraph Hill, zum Coit Memorial Tower mit seinem Leuchtturm, der aber in Wirklichkeit ganz anders aussieht als von Gene Colan gezeichnet. Electro will von dort aus San Francisco Widerstandswillen brechen (wofür bleibt offen) und Rache üben an Daredevil. Als der Turm auffällig zu leuchten beginnt, stürzen sich DD und Black Widow in die Action, allerdings darf Natasha nicht mithelfen. Nach einem kurzen Kampf mit dem Teufelskerl stürzt Electro durch das Fenster des Turms in die Tiefe, kann sich aber dank seiner Kräfte retten und fliehen.

Wenn doch alles so einfach wär

Doch dann taucht noch ein alter Feind auf: Killgrave, the Purple Man! Er hat aufgestockt, befehligt jetzt einen Haufen williger Lakaien in Lila und ist in einer fliegenden Untertasse unterwegs. Auch er hat sinistre Pläne in Frisco, sieht sie durch DD gefährdet – also muss der Held sterben. Er stellt ihm eine Falle und nimmt ihn dank eines gedankenkontrollierten Mobs gefangen. Doch statt ihn zu töten, begeht er den Kardinalfehler aller Schurken: Er erzählt ihm, was bisher geschah. Da platzt plötzlich Natashas treuer Helfer Ivan rein und befreit DD allein aus der misslichen Lage – in nicht mal zwei Seiten.

Schließlich verbünden sich die beiden ungleichen Schurken. Killgrave ersucht Electro um Hilfe. Doch auch diese Allianz endet schnell: Widow nimmt sich Electro vor, DD Killgrave. Dank Blitzableitern und Daredevils Stab werden die Gegner besiegt. Killgrave verliert die Kontrolle über sein Ufo und stürzt ab in den (scheinbaren) Tod, was unsere Helden nicht zu kümmern scheint. „If only everything could be solved like this?“, sagt Natasha am Ende. Daredevil erwidert: „Only sometimes … thigs seem to go just your way.“

Doch nicht alles geht so leicht. Denn da ist immer noch Danny French, ein Mann aus Natashas Vergangenheit, der sie wegen eines ominösen „Project Four“ aufsucht und sie ungefragt angrabscht. Worum es dabei geht? Das erfahren wir beim nächsten Mal.

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Daredevil #86: Once Upon a Time — The Ox (1972)

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Marvel

Der Ox ist wieder da. Nicht, dass uns das groß kümmern muss, aber: War der nicht tot? Ja, doch der Tod ist bekanntlich kein Hindernis für Schurken wie Helden. Ox lebt im Körper von Karl Kragg weiter. Der wird vorzeitig aus dem Knast entlassen, weil er todkrank ist. Doch vorher erlebt er – dank Strahlung – noch einmal eine Art Angstblüte, indem er zu Ox mutiert. Plötzlich will er sich an Matt Murdock und Foggy Nelson rächen.

Die beiden bekommen gerade – wegen Matts Wiedervereinigung mit Karen (Daredevil #85) – viel Publicity im Fernsehen. Während das Paar ausgelassen feiert, bläst Foggy Trübsal, weil er als Staatsanwalt wegen Schuldgefühlen aufhören will. Ox crasht die Party und randaliert. Daredevil greift ein und verliert die erste Runde. Beim zweiten Mal siegt er. Zwischendurch darf ihn Karen nach Hause bringen – und schon kommen die alten Zweifel an der Beziehung zu ihm hoch.

Zurück zu Black Widow

So ist am Ende nicht interessant, was mit Ox/Kragg passiert (er stirbt wie angekündigt), sondern mit Matt und Karen: Sie trennen sich wieder! „There’s no room for a swashbuckling adventurer in the life of a movie star“, sagt Matt zu ihr. Und Karen sieht ein, dass sie mit ihrer Sentimentalität bloß versucht hat, eine Vergangenheit wiederzuholen, die sie längst hinter sich gelassen hat. Eine letzte Umarmung, ein Kuss – und das war’s dann wieder. Unfassbar.

Und kaum haben sie sich voneinander getrennt, kommt auch schon Natasha Romanov (Black Widow) bei Matt vorbei und fällt ihm in die Arme – wieder als wäre nichts gewesen. Wie eine Staffelübergabe.

Das nennt man wohl eine typische On-Off-Beziehung. Sieht ziemlich anstrengend aus. Wenn ihr in so was drinsteckt, lasst es bleiben. Trennt euch für immer. Oder kommt wieder zusammen. Heiratet am besten. Oder lasst euch scheiden. Oder … ach, ich weiß es doch auch nicht …

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Daredevil #85: Night Flight (1972)

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Marvel

Matt und Natasha (Black Widow) fliegen (nach ihrem Abenteuer und ihrem Techtelmechtel in der Schweiz, DD #84) gerade zurück nach Hause und turteln gemütlich herum, da stellt sich einer der Passagiere als Gladiator heraus und entführt mit seiner Bande das Flugzeug. Oder er versucht es zumindest. Denn das Heldenpaar schreitet sofort zur Tat: Man zieht sich um und prügelt – zusammen mit Natashas Diener Ivan – drauflos. Dann wird alles noch schlimmer: Gladiator hat drei Bomben an Bord, die er überflüssigerweise auch noch an die Brüste seiner Leute geklebt hat.

Der Schurke habe sich verändert, findet Daredevil: „The man I knew was ruthless…but no killer!“ Anscheinend dachte er, die Kreissägen an den Handgelenken wären nur Deko. Jedenfalls sind dann die Helden so schockiert, dass sie sich fesseln lassen. Aber nur kurz, denn dann befreit sich DD wieder und verprügelt alle Gauner, bevor sie das Cockpit übernehmen können. Dank Radarsinn hiflt der Held sogar den Piloten, sicher zu landen. Zum Glück ist auch ein Bombenentschärfer unter den Passagieren.

Matt und Karen wieder vereint

In der Zwischenzeit ist Karen mit ihrem neuen Freund (und Manager) unterwegs und sagt ihm, dass sie ständig an Matt denken muss. Er versucht, sie mit Küssen davon abzubringen. Doch auch Matt zweifelt an seiner Liebe zu Natasha. Als Karen und ihr Freund aber am Flughafen ankommen, treffen sie zufällig auf Matt und Natasha. Karen fällt ihm sofort in die Arme und sie küssen sich, als wäre nichts gewesen.

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Wenn man sich blind versteht: Karens und Matts Wiedervereinigung. (Marvel)

Natasha weint, ihr Herz ist gebrochen. Doch das Kapitel Black Widow ist für Daredevil damit noch längst nicht abgeschlossen …

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Daredevil #82-84: Black Widow & Assassin

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Daredevil #82-84 (Marvel)

Während Daredevil fast schon selbstmörderisch versucht, sich ohne sein geliebtes Stöckchen von Haus zu Haus zu schwingen (er hat es verloren in Daredevil #80-81), geht Black Widow (dem Spider-Man-Schurken) Scorpion in die Falle und wird von seinem (verzeiht die Zweideutigkeit) Schwanz ausgeknockt. Natashas Chauffeur bricht daraufhin in Matts Wohnung zusammen und überbringt dabei eine Nachricht: Wenn er Natashas Leben retten will, soll er in den Central Park kommen. Dort wartet Scorpion, der nicht nur weiß, dass Daredevil Matt Murdock ist, sondern der auch unter dem Einfluss von Mr. Kline bzw. Assassin steht, jenem bösen Androiden, der auch Foggy Nelson erpresst.

Foggy versucht derweil, Assassin zu ermorden, weil er die geforderte Summe nicht zahlen kann. Doch er scheitert. Der Schurke erklärt ihn zu seinem Handlanger.

Scorpion verschleppt Natasha auf die Baustelle des Word Trade Centers, Daredevil versucht, sie zu retten, Scorpion stürzt in die Tiefe, Natasha will ihn noch mit ihrem Netz auffangen, doch er stirbt. Ein Wachmann beschuldigt dann Natasha des Mordes.

Black Widow unter Mordverdacht

DD will sie überreden, sich der Polizei zu stellen, aber da sie vermutet, als Russin nicht fair behandelt zu werden, haut sie ab. DD fängt sie nach einer kleinen Rauferei wieder ein und verspricht ihr, im Büro des Staatsanwalts ein gutes Wort für sie einzulegen. Leider ist Foggy aber nicht auf ihrer Seite, sondern handelt im Sinne von Assassin.

Während des Prozesses jagt Mr. Hyde Scorpions Leiche in die Luft. Weil damit ein wichtiges Beweisstück fehlt, lässt Foggy die Anklage fallen. Natasha will sich daraufhin für eine Weile zurückziehen, um nachzudenken über einen Mann, den sie liebt – und das ist Daredevil. Der Weg ist frei: Obwohl Karen immer noch Matt anschmachtet, baut sie eine Beziehung mit ihrem Agenten auf. Offenbar hat das tragische Liebespaar es immer noch nicht geschafft, einander anzurufen und über alles zu reden. Nun wird also Natasha die Lücke in Matts Herzen füllen.

Finale in der Schweiz

Natasha macht zur Erholung Skiurlaub in der Schweiz und lernt einen gewissen Emil Borgdsky kennen, der sich ebenfalls als Sowjet ausgibt. Aber natürlich steckt hinter der Maske Assassin. Er erzählt ihr, dass er gewisse Formen der Blindheit heilen kann. Natasha zitiert Matt her und ohne Gründe zu erfahren, fliegt er sofort hin, was sofort zu einem innigen Begrüßungskuss führt – und auch anscheinend auch zu mehr, doch das bleibt der Fantasie der Leser überlassen.

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Matt Murdock und Natasha Romanoff kommen sich näher. (Marvel)

Kurz darauf schlüpft Matt ins Daredevilkostüm und findet Assassin, der im Auftrag eines gewissen Baal handelt. Die beiden stammen aus der fernen Zukunft und versuchen mit ihren sinistren Machenschaften, die Zerstörung der Welt in einigen Jahrtausenden aufzuhalten. Anscheinend hat ein Computer die Weltherrschaft erlangt und alles vernichtet. Die bisherigen Schurken, die sie geschickt haben (Scorpion, Hyde) waren bloß weitere Androiden. Wozu der ganze Aufwand konkret gut war, das wird trotz allem nicht klar.

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Schurken für den guten Zweck: Assassin und Baal. (Marvel)

Auch DD will den guten Zweck nicht richtig einsehen, wahrscheinlich auch weil er mit Laserstrahlen angegriffen wird. Und just als Natasha als Black Widow auftaucht, ist der Kampf leider vorbei, sodass sie nichts beitragen kann. Da kommen auch schon andere Androiden aus der noch ferneren Zukunft, um Assassin mitzunehmen. Hätten sie nicht früher kommen können? Klar, aber dann hätte es die Geschichte nicht gegeben.

Übrigens: Warum muss Natasha jedes Mal beim Umziehen und/oder Duschen gezeigt werden?

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Daredevil/Black Widow: Abattoir (1993)

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Marvel

Ein Serienkiller tötet ehemalige SHIELD-Agenten und andere Telepathen. Nick Fury beauftragt Black Widow (Natasha Romanova), um den Mörder zu schnappen. Sie sucht Hilfe bei Daredevil. Zuerst werden die bekannten Telepathen in Sicherheit gebracht, einer bleibt als Köder zurück. Doch als der Verdächtige auftaucht, wird Natasha mit zwei SHIELD-Agenten entführt.

Im Versteck des Killers trifft sie auf die Komplizin: Anne Baxter, die damals Natasha geholfen hat, aus der Sowjetunion überzulaufen. Nun tötet sie Telepathen, weil sie selbst eine ist, um endlich in ihrem Leben etwas Besonderes zu sein. Auch Natasha muss dran glauben. Daredevil zieht los, um Black Widow vor dem Messer zu retten.

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Daredevil von Joe Chiodo (Marvel)

Auch wenn der Held im Titel zuerst genannt wird: Abattoir ist eine Black-Widow-Story. Und Daredevil spielt nicht nur eine untergeordnete Rolle, seine Handlungen sind auch unerheblich. Zuerst fährt er mit einem Auto durch einen Schneesturm zu Natashas Aufenthaltsort – dank seines Radarsinns kann er das Signal des Peilsenders erfassen -, dann kann er sie nicht einmal befreien, sondern muss selbst von ihr gerettet werden.

Zwischenmenschlich passiert ebenso wenig. Es werden kaum persönliche Worte gewechselt, das Verhältnis zwischen DD und BW bleibt rein professionell, was seltsam anmutet, da im Prolog eine romantische Beziehung angedeutet wird. Durch die Nüchternheit zwischen ihnen wirken die Helden austauschbar. Den emotionalen Kern bildet die Vorgeschichte der Schurkin, die trotzdem oberflächlich bleibt. Ihre Motivation ist nichts, womit man sich identifizieren könnte.

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Daredevil von Joe Chiodo (Marvel)

So wäre der Comic belanglos, wenn da nicht die visuelle Ebene wäre. Denn Joe Chiodo verleiht der Story mit seinen gemalten Seiten eine einerseits hyperreale bis surreale Stimmung, die in den Rückblenden ins Überzeichnete tendiert. Vieles versinkt hinter einem Nebelschleier, Daredevil selbst erscheint wunderbar düster und in dynamischen Posen. Damit ist dieser One-shot ein typisches Beispiel für die experimentelle Phase der Superheldencomics, die es in den spätern 80ern und frühen 90ern gab und in der man anspruchsvoll und erwachsen zu sein versuchte. Zumindest visuell ist das hier gelungen. Ansonsten bleibt Autor Jim Starlin mittelmäßig.

>> Jim Starlin/Joe Chiodo: Daredevil/Black Widow – Abattoir, Marvel 1993 (One-shot).