Comic

Moon Knight: From the Dead/Dead Will Rise/In the Night (2014-2015)

Marvel

Moon Knight trägt einen Dreiteiler, nennt sich „Mr. Knight“ und berät die Polizei bei kniffligen Mordfällen. In seinem ersten Fall jagt er einen Slasher, der Menschen tötet und ihnen Organe entnimmt. Mr. Knight steigt dafür tief in den Untergrund ab. „Mr. Knight“ ist eine von vier Persönlichkeiten, die Marc Spector in sich vereint, analog zu den vier Aspekten des altägyptischen Mondgottes Khonshu: Embracer, Defender, Watcher of overnight travellers, The One Who Lives On Hearts. Khonshu, eigentlich ein Außerirdischer, soll Marc einst von den Toten auferweckt haben. Seine Psychiaterin erklärt ihm, dass er nicht krank ist, sondern sein Gehirn von Khonshu besiedelt wurde.

Im Weiteren erzählen Warren Ellis und Declan Shalvey in From the Dead kurze abgeschlossene Geschichten. Einmal jagt Moon Knight einen Sniper, der Menschen auf offener Straße erschießt. Eindrücklich wird das visualisiert: Mit jedem Toten verschwindet auch ein Panel und es entsteht ein Weißraum auf der Seite. Dann prügelt sich der Held in einer Khonshu-Rüstung mit Geisterpunks, macht einen psychdelischen Trip in eine Welt der Pilze und befreit ein entführtes Mädchen aus einem verfallenen Haus, indem er nach The-Raid-Manier einen Schläger nach dem anderen vermöbelt. Es klingt banal, aber die Storys bestechen durch die Schönheit des Schlichten, was vor allem an Shalveys dynamischen Zeichnungen liegt.

Experimentierfreudige Comics

Im zweiten Band (Dead Will Rise) von Brian Wood und Greg Smallwood geht es ähnlich experimentierfreudig weiter: Da wird zum Beispiel eine Geiselnahme im One World Trade Center nur aus der Perspektive von Fernseh-, Handy-, Drohnen- und Überwachungskameras geschildert. Smallwood benutzt auch oft ein Raster mit 15 fast quadratischen Panels, in denen er komplex verschiedene Zeitebenen miteinander verschränkt.

Erzählt wird eine zusammenhängende Handlung: Es geht um einen afrikanischen Kriegsverbrecher, der vor den Vereinten Nationen spricht. Khonshu will ihn ermorden lassen, sucht sich einen neuen Handlanger, eine Wachfrau des UN-Gebäudes, Marc verhindert den Mord, schließlich gerät Spectors Psychiaterin in Versuchung. Es stellt sich wieder die Frage, ob das System funktioniert und ob Selbstjustiz legitim sein kann.

Auch wenn der dritte Band, In the Night, von Cullen Bunn und Ron Ackins und German Peralta auf dem Niveau weder narrativ noch graphisch mithalten kann, ist die Reihe als Trilogie eine interessante Lektüre, wenn man niedrigschwellig Moon Knight entdecken will und sich für neue Formen von Comics begeistert.

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Daredevil #168 (1980): Elektra

Marvel

Frank Miller beginnt als Autor für Daredevil mit dem Auftritt einer neuen Frauenfigur, die sofort zum festen Repertoire wird: Elektra. Daredevil jagt einen Dieb namens Alarich Wallenquist, der Zeuge in einem Mordfall ist, aber nun vom Gangster Eric Slaughter beschützt wird. Daredevil will Wallenquist finden, um einen Mann zu retten, der zu Unrecht für den Mord beschuldigt wird. Als er gerade einen Verdächtigen ausfragen will, kommt ihm Elektra dazwischen, eine leicht in Rot bekleidete Kopfgeldjägerin mit einer japanischen Saigabel und tritt ihn k.o. Ihre Ansage ist klar: Entweder DD hilft ihr, das Kopfgeld für Wallenquist einzusammeln oder sie tötet ihn.

Für Daredevil ist Elektra eine alte Bekannte. Als Matt Murdock hat er sie an der Uni kennengelernt. Zuerst wollte sie nichts mit ihm zu tun haben, da er blind war, doch dann beeindruckte er sie mit seiner Akrobatik und kriegte sie doch noch rum. Eine zweifelhafte Frau, aber für eine Weile waren Matt und Elektra zusammen. Doch dann wurde sie mit ihrem Vater entführt und als Geisel genommen.

Matts erster Auftritt in roter Maske

Matt bindet sich einen roten Schal um den Kopf, den er Elektra schenken wollte, und spielt den Helden. Er dringt ins Gebäude ein, schaltet die Geiselnehmer aus, doch Elektras Vater wird unglücklicherweise von der Polizei erschossen. Elektra verliert ihren Glauben ans Gesetz und verlässt die Uni und Matt, weil er Teil dieser Welt ist, mit der sie nichts mehr zu tun haben will.

Bei der finalen Konfrontation mit Slaughter und Wallenquist am Hafen wird Elektra im Alleingang mit den Gangstern fertig, doch dann erweist sich ihre leichte Bekleidung als fatal: ein Giftpfeil trifft sie und Slaughter will sie im Fluss ertränken. Man hätte sie auch erschießen können, auch schon vorher, aber … na ja, so sind Comicschurken halt. Tief in ihren Herzen wollen sie ihren Gegnern stets eine zweite Chance geben. Da eilt Daredevil zur Hilfe, rast mit einem Wasserflugzeug in die Bande rein, mit einem Stockwurf ist Wallenquist erledigt und Elektra gerettet. Ein Küsschen noch und das war’s dann. Elektra bleibt weinend zurück. Fürs Erste.

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Peter Parker, the Spectacular Spider-Man #27-28: Daredevil

Marvel

Spider-Man ist erblindet. Schuld ist der Masked Marauder. Wer wäre da ein besserer Blindenführer als Daredevil? Doch in dem Fall spielt er eher einen Babysitter, denn trotz seiner Beeinträchtigung schwingt sich Spidey von Gebäude zu Gebäude und bringt sich dabei fast um. DD muss ihm das Leben retten. Dabei verstaucht sich Spidey einen Knöchel. Zum Dank will er DD dann auch noch eine verpassen.

Doch das ist nur der Frust, der aus seinen Fäusten spricht. Spidey wäre lieber tot als blind zu sein, er badet in Selbstmitleid. DD bringt ihn wieder zur Vernunft und zu einem Augenarzt, Dr. Orlock. Der gibt ihm wieder Hoffnung, dass sich seine Augen wieder regenerieren könnten. Er müsse sich nur ausruhen. Doch Spidey will sich nicht ausruhen, er will den Masked Marauder schnappen. Und so schwingen sich die beiden Blinden weiter durch die Gegend. Spidey lernt in Windeseile, sich wie Daredevil zu orientieren.

Spider-Man reitet auf der Atombombe

Der Masked Marauder hat inzwischen einen neuen Tri-Man geschaffen, der sich als „Bombdroid“ in eine fliegende Atombombe verwandeln kann. Die beiden Helden folgen einem Ortungssignal in das Versteck des Schurken – da fliegt der Tri-Man auch schon los. Während DD allein gegen den Marauder und dessen Handlanger kämpft, hängt sich Spider-Man an die Bombe, entschärft sie mit bloßen Händen und versenkt die Hülle im Central Park, ohne dass New York in die Luft fliegt oder irgendjemand zu Schaden kommt.

Und zur Belohnung kann der Spinnenheld am Ende wieder sehen. Da platzt schon der nächste Störenfried in Peter Parkers Leben: Carrion – aber das ist eine andere Geschichte.

Übrigens: Dies ist die erste Daredevil-Story, die Frank Miller zeichnen durfte.

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Moon Knight by Bendis and Maleev

Marvel

Mark Spector ist gerade dabei, in Los Angeles eine TV-Serie über seine Zeit als Moon Knight zu produzieren, da kriegt er Besuch von Captain America, Spider-Man und Wolverine. Sie bitten ihn um Hilfe. Ein neuer Kingpin soll an der Westküste sein Lager aufgeschlagen haben. Moon Knight wird also zum verdeckten Aushilfs-Avenger. Bei seinem ersten Einsatz vereitelt er den Verkauf eines abgeschalteten Ultron-Roboters, einer hochgefährlichen Waffe, die die Menschheit auslöschen könnte.

Zunächst kämpft er an der Seite der drei Kollegen, dann legt er sich eine Ausrüstung zu, die ihre Gadgets enthält: Spinnendüsen, Wolverineklauen und einen Captain-America-Schild. Hinzu kommt, dass die drei auch in ihrer Abwesenheit seine ständigen Begleiter bleiben, da Mark sehr gut darin ist, Stimmen zu hören, die gar nicht da sind. Mit dabei: Maya Lopez alias Echo, die wiederum gar nichts hören kann.

Brian Michael Bendis und Alex Maleev, die bereits für Daredevil Großes geleistet haben, verbünden sich hier erneut und lassen den zweitrangigen Helden gegen einen erstrangingen Schurken antreten: Count Nefaria und seine Tochter Madame Masque. Das geradlinige Abenteuer lebt von Bendis‘ leichtfüßigen Dialogen und Maleevs beeindruckender Zeichnungen. Er hat zwar einen sperrigen Stil, der alles finster, roh und schmutzig aussehen lässt, gleichzeitig aber ein Gespür für Dramatik, das einen stark einnimmt. Besonders seine Cover sind jedes Mal wahre Meisterwerke. Zusammen mit einer stimmungsvollen Kolorierung entsteht ein Pageturner, dessen Story vielleicht keinen allzu tiefen Eindruck hinterlässt, aber auf jeden Fall Spaß macht, auch wenn für meinen Geschmack der Titelheld durch die vielen Gaststars seiner Eigenständigkeit beraubt wird.

>> Moon Knight By Bendis & Maleev: The Complete Collection, Marvel 2022.

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Moon Knight #13 (1981): Daredevil

Marvel

Die erste Begegnung zwischen Daredevil und Moon Knight fand 1981 in Moon Knight #13 statt (geschrieben von Doug Moench und gezeichnet von Bill Sienkiewicz).

Der Jester wird aus der Haft entlassen – auf Bewährung. So auch sein Zellengenosse Ace Taggert, den Moon Knight verknacken ließ. Beide wollen sich an ihren Peinigern rächen: Ace an Moon Knight, Jester an dem Regisseur James Martin, dem er die Schuld dafür gibt, als Schauspieler versagt zu haben.

Zur Info: Der Jester (Jonathan Powers) wurde vom Publikum ausgebuht, später musste er sich von einem viertklassigen Comedian Torten ins Gesicht werfen lassen. Das muss ihn schwer getroffen haben, denn nun rächt er sich in der Verkleidung eines Hofnarren, auch wenn ihm das bisher nicht viel Glück beschert hat.

Daredevil ahnt bereits, dass sein alter Feind nichts Gutes im Schilde führt und hängt sich ihm ans Taxi (buchstäblich). Moon Knight wiederum folgt Taggert als Taxifahrer Jake Lockley. Unweigerlich kommen sich die beiden Helden in die Quere. Als Daredevil gerade Jester wegen eines tätlichen Angriffs festnehmen will, wird er von einer silbernen Mondsichel beworfen, die ihm die Leine durchtrennt. Verhält man sich so unter Kollegen?

Moon Knight gegen Daredevil. (Marvel)

DD kann sich zum Glück vor dem Sturz retten. Moon Knight stößt ihn in eine Spielhalle, deren Flipperautomaten seinen Radarsinn behindern, und prügelt auf ihn ein. Da freut sich der Jester als lachender Dritte, der weiter seinen Plan verfolgen kann. Nachdem sie die Sinnlosigkeit ihres Kampfes und die Gefahr für Zivilisten eingesehen haben, stellen sie einander vor, erklären sich und verbünden sich zum Team Rot-Weiß.

Kämpfen mit Einschränkungen: Daredevil gegen Moon Knight. (Marvel)

Der Showdown findet natürlich auf einer Bühne statt: Der Jester sabotiert gerade eine Vorstellung seines verhassten Regisseurs, indem er Murmeln hinwirft und seine Jester-Roboter ausschickt, um das Publikum einzuschüchtern, sie zum Applaus zu zwingen und sie ihrer Wertgegenstände zu berauben. Als die Helden zur Hilfe eilen, wird es noch alberner: Der Jester setzt explodierendes Popcorn und Miniaturflugzeuge ein.

Eigentlich leichtes Spiel für die Helden, trotzdem kann der Jester entkommen und stürmt aufs Dach zum Fluchthelikopter. DD will hinterher, da hält ihn Moon Knight zurück – denn der hat seinen Kumpel Frenchie den Helikopter fliegen lassen, der den Schurken direkt bei der Polizei absetzt. Die Helden haben am Ende gut Lachen, dabei haben sie sich eigentlich hier am dämlichsten angestellt und es scheint ihnen nicht mal peinlich zu sein.

Wer zuletzt lacht: Moon Knight und Daredevil. (Marvel)

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Daredevil #159-161: Bullseye

Marvel

Ein gewisser Poindexter setzt ein Kopfgeld auf Daredevil aus: (nur) eine halbe Million Dollar. Der Gangster Eric Slaughter und seine Männer nehmen das Angebot gerne an, locken Daredevil in eine Falle und gehen auf ihn los – doch, o Wunder, sie scheitern. Da wird Mr. Poindexter wohl selbst die Sache erledigen müssen. Wie gut, dass er Bullseye ist, der Mann, der (fast) nie verfehlt.

Warum nicht gleich so? Sonst gäbe es das mysteriöse Setup nicht. So ist es spannender. Bullseye entführt Black Widow. Daredevil vermöbelt zwischendurch ein paar Gangster, bis die Spur zum Vergnügungspark in Coney Island führt. Auf einer Achterbahn hat Bullseye Black Widow gefesselt. Daredevil stürzt sich ins Kampfgetümmel und in den Kugelhagel, doch dann stellt sich heraus, dass da nur eine Widow-Puppe hing.

DD wusste das längst, klar. Nur wieso hat er dann sein Leben dafür riskiert? Egal. Showdown im Zirkus mit Messerwerfer. Auch hier lässt Bullseye lieber machen als selbst zu werfen. Doch Natasha wartet nicht, bis sie gerettet wird, sondern befreit sich selbst. Da eilt auch schon Daredevil herbei, um Bullseye zu vermöbeln. Da kann der Schurke noch so viele Bälle nach ihm werfen, der Teufel triumphiert.

Als Bullseye dann die Gelegenheit hat, seinen Gegner zu erschießen, tut er es nicht. Der Mann ohne Furcht schüchtert ihn zu sehr ein. Und auch sein Schießbefehl an Slaughter und seine Jungs wird nicht erhört. DD hat sich Respekt in der Unterwelt verdient. Der große Bullseye schrumpft auf Kleinformat, was sich auch in Frank Millers Panels bemerkbar macht.

Übrigens: Währenddessen findet Reporter Ben Urich heraus, dass Daredevil Matt Murdock ist …

Mehr über Bullseye:

Daredevil #141/146: Bullseye (1977)

Marvel

Foggy lebt gefährlich. Weil er einem Immobilienhai namens Maxwell Glenn auf der Spur ist, schickt dieser Attentäter auf ihn los. Einer erwischt ihn in einer Telefonzelle, doch Foggy trägt eine schusssichere Weste – zu Glück hat der Attentäter nicht auf seinen Kopf gezielt.

Doch später fährt ein Auto am Storefront-Büro von Nelson & Murdock vorbei und jemand ballert von dort aus wieder los. Matt kann Foggy rechtzeitig in Deckung bringen, dann verfolgt er den Wagen als Daredevil und sieht, wie Bullseye hinausspringt, bevor das Auto im Wasser landet.

Der Mann, der niemals verfehlt, hat also verfehlt – und er verfehlt auch, als er auf Daredevil schießt. Beim Kampf landen beide im Wasser. Als DD herauskommt und wartet, dass auch sein Gegner auftaucht, wirft Bullseye einen Papierflieger und knockt ihn damit aus. Wo er das Papier herhat, wie er es geschafft hat, mit nassen Händen den zu falten und zielsicher zu werfen – all das bleibt ebenso rätselhaft, wie warum DD dem Flieger nicht einfach ausweicht, sobald er ihn bemerkt. In der Zeit, in der er sich denkt „A paper plane?! Coming right at me! Can’t duck in –“ hätte er sich längst ducken können.

Bullseye knockt Daredevil mit einem Papierflieger aus. (Marvel)

Aber egal, dann gäbe es diese ganzseitige Papierfliegersequenz nicht und das, was dann folgt: Bullseye spannt Daredevil auf den riesigen Pfeil einer riesigen Armbrust und schießt ihn in Richtung einer steilen Felswand. Einfach nur erschießen wäre ja auch zu einfach gewesen. „I never mix business with pleasure“, sagt er. Aber DD töten muss dann doch „in style“ geschehen.

Leider hat er dabei vergessen, Daredevil seinen Stab wegzunehmen. Also kann der seinen Haken auswerfen in der Hoffnung, dass er zufällig eine Boje im Wasser erwischt, was er dann auch tut und seinen Flug ins Wasser lenkt. Dann zerbricht er den dicken Holzstamm mit schierer Muskelkraft und schwimmt an die Oberfläche. Müsste das Holz nicht von selbst nach oben treiben? Egal. Da kommt auch schon Nova vorbeigeflogen und holt ihn aus dem Wasser.

Duell im Fernsehstudio

Fünf Ausgaben später hört Daredevil zufällig Bullseyes Puls aus einer Menschenmenge heraus und folgt ihm als Matt Murdock in einen Waffenladen. Dort kann er im letzten Augenblick einen Überfall verhindern, den Bullseye mit einem falschen Golfball durchführen wollte. Den bekommt er dann an den Kopf geworfen.

Später kapert Bullseye ein Fernsehstudio, nimmt drei Geiseln gefangen und fordert Daredevil öffentlich zum Duell heraus – in sieben Minuten. Man kann nur hoffen, dass DD gerade fernsieht. In einer Stadt wie New York dauert es wahrscheinlich sieben Minuten, bis man mit dem Aufzug nach unten gefahren ist. Aber DD erscheint rechtzeitig.

Es folgen neun Seiten Werferei und Prügelei. Die meisten Prügel steckt Bullseye ein, da holt er in seiner Verzweiflung eine Pistole heraus, schießt und trifft DD in die Brust, aber nicht tödlich, da dieser ausweichen kann. Schließlich kann Daredevil verhindern, dass Bullseye eine Geisel tötet. Bullseye schießt auf einen Faden, an dem ein Messer hängt. Später fragt er sich, warum er nicht gleich die Geisel erschossen hat. Warum überhaupt die Messer? Damit hätte er jemandem höchstens am Kopf gekratzt.

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Daredevil #131-132 (1976): Bullseye

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Marvel

Er gilt als einer der besten Comicschurken und gilt als einer der gefährlichsten Gegner von Daredevil: Bullseye, der Mann mit der Zielscheibe auf dem Kopf, weil er nie sein Ziel verfehlt.

Gleich bei seinem ersten Auftritt erscheint er im blau-weißen Kostüm und erpresst einen Mann um 100.000 Dollar. Noch ehe dieser Gelegenheit bekommt zu zahlen, bringt Bullseye ihn um, indem er ihm einen Füller in den Hals wirft. Später erfahren wir: Das hatte er von Anfang an vor, um seinen künftigen Opfern zu zeigen, dass er es todernst meint – und auch um Daredevils Aufmerksamkeit zu erregen.

Von Jake Conover, einem Reporter des Daily Bugle, erfährt DD Bullseyes Vorgeschichte: Der war in Vietnam als Soldat und hat dort Menschen lieber das Bajonett in die Brust geworfen, als damit zu schießen. Warum? Weil er schon immer gut werfen konnte. Das erklärt alles nicht seine Motivation, aber sei’s drum. Später hat er dann als Söldner in Afrika seinen Umgang mit Waffen perfektioniert.

Tod in der Manege

Bei seiner ersten Konfrontation mit Daredevil bewirft Bullseye ihn mit einer Handgranate, die ihn wie durch ein Wunder nicht verletzt. Dann bewirft er DD mit Müll und lockt ihn in eine Zirkusmanege samt Publikum. Dort forrdert Bullseye unseren Helden heraus. Damit niemand abhaut oder die Polizei eingreift, richten Komplizen Maschinengewehre auf die Leute.

Also muss sich DD weiter mit allerhand Zeug bewerfen lassen: Seile, Kegel, ein Sack. Bullseye lässt einen Elefanten auf seinen Gegner losgehen und dann eine menschliche Kanonenkugel. DD kommt unbeschadet davon. Bullseye verliert das Interesse und will abhauen, dann ballert er mit einer Strahlenkanone auf einen Wassertank, lässt ihn verdampfen und verschwindet im Nebel und einer Massenpanik.

Schließlich versucht es Bullseye noch mal mit Erpressung. Geld oder Leben, keine Bullen – der Mann gehorcht, die Bullen ruft er trotzdem. Das gefällt Bullseye gar nicht und er will den Ungehorsam bestrafen, da fällt Daredevil ein und rettet den Tag. Diesmal weicht er gekonnt aus und vermöbelt seinen Gegner, denn er hat sich von der Erschütterung der Granate erholt.

Doch das war natürlich nur der Anfang. Bald schon soll Bullseye zurückkehren.

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Daredevil #105-107: Terrex

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Marvel

Nach seinem Kampf mit Kraven wird Daredevil plötzlich zu einem Ort unter Wasser gebracht: eine Festung mit seltsamen Pflanzen, darin eine glatzköpfige Frau mit spitzen Ohren und leichter Bekleidung. Sie stellt sich vor als Moon Dragon, Priesterin des Mondes Titan. Es folgt eine sehr lange Rückblende, die man so abkürzen kann: Oberschurke Thanos konrolliert angeblich San Francisco und sie hat was dagegen. Deshalb hat sie die vorigen Schurken Dark Messiah, Ramrod und Angar, the Screamer erschaffen und versammelt sie jetzt.

Doch dann taucht ihr Verbündeter auf: Kerwin J. Broderick, Anwalt und Senior-Partner von Matt Murdock! Er war die letzten Ausgaben über der Mann im Schatten (wobei man sich fragen kann, woher er all diese wissenschaftlichen Kenntnisse hatte, um die Schurken zu erschaffen). Broderick tötet Moon Dragon und beschwört ein Monster herauf: Terrex, eine Mischung aus Thing und Hulk und irgendwie auch Swamp Thing, denn dieses grüne Ding beherrscht die Lebenskraft der Welt schlechthin und kann sie jedem auch nehmen. Broderick verschmilzt mit Terrex und will zum König von San Francisco ausgerufen werden. Dark Messiah, Ramrod und Angar helfen bereitwillig dabei, Chaos zu stiften.

Also ein weiterer größenwahnsinniger mit Allmachtsfantasien. Seufz. Daredevil und Black Widow kämpfen also zuerst gegen die drei Handlanger, dann gegen Terrex selbst, gegen den sie aber nichts ausrichten können. (Terrex verschont seltsamerweise gerade Daredevil, den er vorher noch mehrfach töten lassen wollte.) Unterstützt werden sie von Captain Marvel, doch auch der kann nichts gegen die Übermacht ausrichten, außer mit einer Idee.

Da das Gegenteil von Leben „un-life“ ist, kann Angar mithilfe von Moon Dragon (die doch nicht tot ist) eine Illusion davon erzeugen und so den Schurken wieder zum normalen Menschen machen. Problem gelöst. Alle früheren Kämpfe erweisen sich als total unnötig. Und Daredevil als ziemlich nutzlos. Hier zeigt sich, dass diese kosmischen Kämpfe mit Superwesen von Avengers-Niveau einfach nicht zu der Figur passen. Nicht von ungefähr spricht man vom „Street-Level-Hero“. Daredevil braucht Schurken auf Augenhöhe.

Ach ja, zwischendrin bekommt DD zwischendrin auch seine Sehkraft zurück, aber nur kurz, denn sonst funktioniert sein Radarsinn nicht. Der ist offenbar leistungsfähiger als Augen. Daher zurück zum Status quo.

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Spider-Man trifft Morbius

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Amazing Spider-Man #100-102 (Marvel)

Mal wieder bringt Sony einen Spider-Man-Schurken ins Kino, der ohne Spider-Man auskommen muss: Nach Venom kommt Morbius mit Jared Leto in der Hauptrolle. Wer ist Morbius? Der Vampir hatte seinen ersten Auftritt in The Amazing Spider-Man #101 (1971), im Mittelstück des Dreiteilers, der als „Six-Arms-Saga“ bekannt wurde. Der Hintergrund war, dass der Comics Code aufgeweicht wurde und in US-Comics wieder Vampire auftauchen durften. Also gab Marvel-Redakteur Stan Lee bei Autor Roy Thomas einen solchen in Auftrag. Damit übergab er auch seinen Spider-Man erstmals einem anderen Autor.

Zur Jubiläumsausgabe 100 bekommt Peter Parker Zweifel an seiner Rolle als Spider-Man und versucht, sie aufzugeben – wie schon in der Nummer 50. Diesmal meint er es aber ernst: Er braut sich ein Mittel, das ihn seiner Kräfte berauben soll. Ohne es zu testen, trinkt er die Mixtur, legt sich schlafen und träumt davon, wie er gegen seine größten Gegner kämpft: Vulture, Lizard, Green Goblin, Doctor Octopus und Kingpin. Dann erscheint ihm Gwen Stacys toter Vater, Captain Stacy, und redet ihm ins Gewissen, er solle sich keine Vorwürfe machen und stattdessen sein Schicksal akzeptieren: Spider-Man ist Segen und Fluch zugleich.

Menschliche Spinne: Peter Parker hat plötzlich acht Gliedmaßen. (Marvel)

Als Peter aufwacht, stellt er fest, dass ihm vier neue Arme gewachsen sind. Spider-Man ist nun tatsächlich zur menschlichen Spinne mit acht Gliedmaßen geworden. Er bittet Dr. Curt Connors um Hilfe, der bereits als Schurke Lizard aufgetreten ist und Erfahrung mit nachwachsenden Gliedmaßen hat. Connors stellt ihm sein Labor zur Verfügung.

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