Moon Knight: Legacy Vol. 1: Crazy Runs in the Family

Marvel

Im Ravencroft Asylum behandelt Dr. Emmett einen unbekannten Patienten („86“), der Feuerkräfte hat und damit Menschen verbrannt hat. Die Psychiaterin überlegt sich eine ungewöhnliche Therapie für ihn: Analog zu Marc Spector, dem der Glaube an den ägyptischen Mondgott Khonshu Halt gibt, trägt sie dem Namenlosen den Glauben an den ägyptischen Sonnengott Ra zu. Keine gute Idee, denn wie sie selbst zugibt, steht der Gott für die Souveränität des Maskulinen, Logik und roher Kraft. Bald schon dreht er völlig durch, setzt das Krankenhaus in Flammen, verbrennt Dr. Emmett und haut ab.

Dann verbündet er sich mit dem Bushman, um Moon Knight zu besiegen, entführt Marc Spectors alte Liebe Marlene und ihre Tochter, die – wie Marc erfährt – auch seine ist. Schließlich kommt es zum Endkampf auf einer Insel, die der selbsternannte Sonnengott zu seinem Paradies auf Erden machen will.

Nach Jeff Lemires und Greg Smallwoods grandiosem Moon-Knight-Run wirkt der von Max Bemis nicht ganz so spannend. Er lässt sich viel Zeit, um die Story in Gang zu setzen, ein ganzes Kapitel ist dem Schurken gewidmet, ein weiteres lässt den Helden gegen einen Schurken namens Truth kämpfen, der Menschen zwingt, die Wahrheit zu sagen. Dann erst setzt die eigentliche Handlung ein. Dieser „Sun King“ bleibt jedoch ein oberflächlicher und damit uninteressanter Schurke.

Marc Spector muss weiterhin mit seiner Persönlichkeitsstörung zurecht kommen und seine Identitäten als Khonshu, Steve Grant und Jack Lockley akzeptieren, als Lockley hat er sogar ein Kind gezeugt, am Ende kann er mit den vereinten Kräften seiner „Verrücktheit“ den Superschurken auch ohne Superkräfte besiegen – denn Wahnsinn ist eben seine Superkraft. Man kann auch sagen: Der Glaube an sich selbst kann Berge versetzen. Das ist etwas naiv, aber immerhin sendet die Story eine Botschaft.

Das wahre Problem sind jedoch die allzu glatten Zeichnungen von Jacen Burrows. Seine Ligne claire kennt kaum Schatten, seine Figuren wirken alle brav und sauber, fast schon steril. Die flächigen Farben tragen das Ihre dazu bei. Einige beeindruckende Splash Pages oder Cover können diesen Eindruck auch nicht retten.

>> Bemis/Burrows: Moon Knight: Legacy Vol. 1: Crazy Runs in the Family, Marvel 2018.

>> Moon Knight Comics

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