Daredevil by Chip Zdarsky Vol. 7: Lockdown

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Marvel

ACHTUNG SPOILER!

Daredevil (Matt Murdock) arbeitet im Knast als FBI-Informant. Er vermutet, dass der Gefängnisdirektor versucht, ihn töten zu lassen – und behält damit Recht. Schon zuvor (Daredevil Vol. 6: Doing Time) wurde er vergiftet und beinahe von Insassen ermordet. Nun gehen sogar Wärter auf ihn los. Dann deckt er eine Verschwörung auf: Die Insassen werden mit einer Droge aggressiver gemacht, um wieder Straftaten zu begehen und die Gefängnisse zu füllen. DD probt den Aufstand.

In der Zwischenzeit sucht Bürgermeister Wilson Fisk einen außer Kontrolle geratenen Bullseye, den er eigentlich darauf angesetzt hat, Elektra (die neue Daredevil) zu töten. Bis es soweit ist, geht Bullseye aber auf New York los und tötet wahllos Menschen. Über die Stadt wird eine Ausgangssperre verhängt – ein Lockdown. In Pandemiezeiten lässt dieses Wort aufhorchen. Ein Killer, der wahllos Menschen tötet und sie vor Angst zu Hause bleiben lässt, das ist wohl Chip Zdarskys Allegorie auf das grassierende Virus.

Elektra versucht, Bullseye zu finden, genauso wie Spider-Man und andere Helden. Dann stellt sie fest: Es gibt mehr als nur einen, denn Kingpin hat Bullseye klonen lassen. Und wie bei Corona kann man das „Virus“ Bullseye nur mit vereinten Kräften besiegen. Elektra bekommt Hilfe von Typhoid Mary, die ebenfalls ein Daredevil-Kostüm anzieht. Dann muss Elektra dem Drang wiederstehen zu töten – Matt hilft ihr dabei.

Kampf gegen das Strafsystem

Es ist verblüffend zu lesen, wie elegant Chip Zdarsky seine Geschichte hier zu einem vorläufigen, aber dennoch runden Abschluss bringt. Gekämpft wird gegen äußere und innere Dämonen, aber auch gegen ein kaputtes System. Daredevil durchschaut nicht nur eine Verschwörung, sondern hält auch der Realität in den USA den Spiegel vor: Es gibt immer mehr Strafgefangene in den Gefängnissen (die zum Teil privat betrieben werden), Gefängnisse schaffen Jobs, während Insassen nicht mal als Arbeitslose gezählt werden. „Noboby wants fewer prisoners.“ Der reale Wahnsinn hat System. Der Knast, der dafür da sein soll, Menschen zu bessern, macht alles nur noch schlimmer.

Zdarsky schafft es in seinem Finale, immer wieder zu überraschen: Kingpin heiratet Typhoid Mary, nachdem sie ihn vor Bullseye gerettet hat. Er ist des Kampfes müde und setzt sich (scheinbar) zur Ruhe. Daredevil verprügelt Räuber nicht mehr, sondern nimmt ihnen nur die Beute ab und schickt sie nach Hause, um ihnen eine zweite Chance zu geben, sich zu bessern. Ein ganzes Kapitel (#36) nimmt sich Zdarsky für den Epilog Zeit, in dem nicht viel passiert, außer dass über alles abschließend geredet wird – unter anderem mit Gaststars wie Reed Richards. Am Ende haben wir zwei Daredevil, einen neuen Kingpin (Butch) und einen Hinweis darauf, dass Matts Identität erneut auffliegen könnte.

Doch davon später mehr. Die Serie Daredevil pausiert, während die Story weitergeht im sechsteiligen Event Devil’s Reign.

>> Daredevil-Comics

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