Daredevil by Chip Zdarsky Vol. 5: Truth/Dare

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Marvel

In den unendlichen Geschichten der Superhelden muss jedes Konzept einmal drankommen. Der triumphale Aufstieg am Anfang, der Niedergang bis zur Schaffenskrise, das Aufgeben – das kann Daredevil besonders gut -, eine große Liebe muss her, gerne auch zwei oder drei, der Tod der Geliebten, ein Sidekick darf auch nicht fehlen und schließlich muss jeder Superheld einmal sterben. Zu dieser Checkliste gehört auch, dass jeder mal eine Frau werden muss. Thor wurde weiblich, Wolverine – und jetzt auch Daredevil.

Nach der Schlacht um Hell’s Kitchen lässt sich Daredevil von Detective Cole North festnehmen, um sich seiner gerechte Strafe wegen Totschlags zu stellen. Wegen seiner Privilegien als Superheld darf er seine Maske aufbehalten und wird auf Kaution freigelassen. Nur für den Staatsanwalt Ben Hochberg macht DD eine Ausnahme und zeigt ihm, wer er wirklich ist – der ist nicht erfreut, denn Matt Murdock hat einst für ihn gearbeitet.

Elektra wird Daredevil

Bis zum Prozess steigt Matt wieder ins rote Kostüm und nutzt die Zeit bestmöglich, um Kriminelle hochzunehmen, unter anderem droht er zusammen mit Spider-Man Kingpin und den anderen Gangsterbossen. Dann bittet er Tony Stark (Iron Man), Hell’s Kitchen zu kaufen, das versteigert wird, und damit den bösen Stromwyn-Zwillingen zuvorzukommen, die es nur auf einen lukrativen Immobiliendeal abgesehen haben. Doch dann kauft jemand anderes die Nachbarschaft: Elektra.

Um Daredevil vor Gericht zu verteidigen, bestellt Foggy Nelson Matts Ex-Freundin Kirsten McDuffie ein, und weil sie nicht mehr weiß, dass Matt Daredevil ist, holt Foggy auch Matts Bruder Mike dazu, um sich als Matt auszugeben und die Illusion perfekt zu machen. Eigentlich ist Mike eine Erfindung von Matt, geboren aus der Not heraus (Daredevil #25) und nach einer Weile wieder gestorben (Daredevil #41), aber durch mysteriöse Umstände hat jemand das Fantasiekonstrukt wahr gemacht (siehe Daredevil #607). Mike ist nun ein Pseudo-Zwillingsbruder mit falschen Erinnerungen und einigen Gedächtnislücken.

Schließlich nützen auch die besten Anwälte nichts, denn Daredevil plädiert auf schuldig wegen Totschlags – und geht damit freiwillig in den Knast. (Nicht zum ersten Mal, wie man in Daredevil #15, 1966, sehen kann, aber auch bei Brian Michael Bendis bzw. Ed Brubaker.) Elektra besucht ihn dort, bittet um seine Hilfe, um die Organisation The Hand auszuschalten, DD weigert sich, weil er ihr nicht traut. Um sein Vertrauen zu gewinnen, wird Elektra zu Daredevil.

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Elektra als neuer Daredevil (Marvel)

Damit beschreitet die Serie einen interessanten Weg. Nicht nur weil Daredevil eine Frau ist, sondern auch weil Elektra ins Kostüm steigt und damit das genaue Gegenteil dessen darstellt, wofür das Kostüm steht. Die Berufsmörderin muss sich als brave Superheldin behaupten. Wie das gelingt, sieht man im nächsten Band.

Autor Chip Zdarsky bietet auch im fünften Teil seines Daredevil-Runs weiterhin beste Unterhaltung, die keine Seite langweilig ist. Emotionale Höhepunkte sind die Konfrontationen mit Spider-Man, der zunächst Daredevil das Kostüm verboten hat, dann aber selbst einiges einstecken muss, bevor es zur Versöhnung kommt – in Form einer Umarmung. Ein Annual widmet sich Mike Murdock, der mit einem Zauberstein seine Erinnerungen wiedererhält, sodass nachträglich eine konfliktreiche Jugend mit seinem Bruder entsteht. Mike verdingt sich als Gauner, mit Hütchenspielen und als Handlanger von Schurken. Schließlich wird klar, dass er ein Freund von Wilson Fisks Sohn Butch ist.

>> Daredevil-Comics

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